Viel Spaß hatten die Lautlinger Kindergartenkinder und Grundschüler bei ihrem Showtanz im Schwesternhaus. Foto: Martin Kistner

Auf Lautlingen liegt noch der Mehltau der Trauer um den Ehrenzunftmeister der Kübele Hannes, Heiko Peter Melle. Was der kürzlich verstorbene Gründer der Narrenzunft nicht gewollt hätte: die Kinder um den Fasnetsspaß bringen – die Kübele Hannes haben in seinem Sinne deshalb mit den Jüngsten gefeiert.

Die Lautlinger Kübele-Hannes trauern um Ehrenzunftmeister Heiko Peter Melle, Motor, Seele und Gedächtnis der Lautlinger Fasnet – sein plötzlicher Tod liegt elf Tage zurück; es war danach nicht ausgemacht gewesen, dass die Lautlinger Fasnet weitergehen und am „Schmotzige Dauschdig“ in ihre heiße Schlussphase treten würde.

 

Doch am Ende fiel die Entscheidung leichter als gedacht: Am Donnerstagmorgen sind auch die Lautlinger Narren – mit Trauerflor am Häs – auf die Gasse gegangen: Sie wollten die Kinder nicht enttäuschen, „denn das“, sagt Zunftmeister Micha Fürst, „hätte er gewiss nicht gewollt.“

Die „Graba Glebbfer“ fahren vor

Die Kinder wurden nicht enttäuscht: Nach der großen Pause war Schluss mit dem Unterricht an der Ignaz-Demeter-Schule; der mit einer Biertischgarnitur möblierte Wagen der Zunftguggen „Graba Glebbfer“ fuhr vor, und dann baten die Kübele-Hannes die Grundschüler zur Polonaise auf dem Schulhof.

Wenig später wechselten sie mitsamt den Kindern über die Fußgängerbrücke auf die südliche Dorfseite und begaben sich zum Kindergarten. Dort wurde die nächste Polonaise getanzt und ein Showtanz noch dazu – die Kindergartenkinder gaben, sonnenbebrillt, eine Vorstellung, die keine Vergleiche scheuen musste.

Das Geschenk der Kinder

Zum guten Schluss wurde dann auf dem Schlossparkplatz der Narrenbaum aufgerichtet, geschmückt mit über 100 Jubiläumsanhängern der Kübele Hannes, welche die Schul- und Kindergartenkindern in den Vortagen koloriert hatten. Der Höhepunkt des traditionell subversiven Lautlinger „Schmodo“ fiel jedoch aus: die Entmachtung der Obrigkeit, in der Heiko Peter Melle wiederholt als indignierte Amtsperson brilliert hatte – wo kein Ortsvorsteher ist, kann man auch keinen absetzen. Spaß gemacht hat es trotzdem, und Heiko Peter Melle hätte es gefallen, und schon der Kinder wegen hätte er nicht gewollt, dass die Fasnet ausfällt.