Zunächst gemeinsam und nachfolgend in vier Gruppen diskutierten die Teilnehmer des Workshops vielfältige Themen rund um Klimaschutz sowie Nachhaltigkeit. Foto: Tröger

Im Projekt "Der ländliche Raum für Zukunft" haben Gechinger Bürger in Workshops Ideen und Ziele für die Zukunft ihrer Gemeinde entwickelt. Im vierten und letzten Workshop wurde der Themenkomplex "Klimaschutz und Nachhaltigkeit" bearbeitet.

Gechingen - Auch die Themen der drei vorausgegangenen Workshops resultieren aus der Auftaktveranstaltung zum Projekt im April und lauten "Gechingen – lebens- und liebenswert", "Generationenkonzept" und "Dorfgemeinschaft". Die Ergebnisse aller vier Workshops werden am Donnerstag 12. Mai, ab 18.30 Uhr in der Gemeindehalle in der Abschlussveranstaltung präsentiert.

Infos über finanzielle Fördermöglichkeiten

In den Workshops, die Sandra Holzherr vom Bündnis Ländlicher Raum moderiert hat, gab es jeweils einen Impulsvortrag passend zum Thema. Linda Ammon von der Allianz für Beteiligung informierte die 15 Teilnehmer des Klimaschutz-Workshops per Online-Schalte darüber, welche finanziellen Fördermöglichkeiten für konkrete Klimaschutzprojekte es gibt und machte auf die Unterstützung durch Beratung, Netzwerke und Veranstaltungen aufmerksam. Sie zeigte weiter, in welcher Form diese Unterstützungen beantragt werden können.

Nachhaltigkeit ist das Schlüsselwort

Holzherr listete dann die Stichworte zum Klimaschutz, die schon in der Auftaktveranstaltung gesammelt worden waren, an einer Stellwand auf. In der lebhaften Diskussion kamen weitere dazu und wurden unter einzelnen Überbegriffen zusammengefasst. Was verstehen wir unter Nachhaltigkeit? Hier mussten zunächst alle auf ein gemeinsames Verständnis des Begriffs gebracht werden. Schließlich kann jedes Thema, nicht nur der Klimaschutz, auch unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit betrachtet werden. Weshalb denn auch die Nachhaltigkeit ganz oben, nämlich im Workshop-Titel, verortet wurde.

Der nächste Schritt war die Gewichtung der aufgeführten Themen zum Klimaschutz. Je drei Punkte durften pro Teilnehmer vergeben werden. Zu den vier Themenkomplexen mit den meisten Punkten (Mobilität – Tempo 30, autarke Gemeinde – grüne Energie, Müllvermeidung – Repair-Café, Arbeitskreis Status quo – Klimasünden – Mikroklima) wurde jeweils eine Gruppe gebildet, die sich noch intensiver damit beschäftigt und ihre Ergebnisse auf einem standardisierten Projektplan festgehalten hat.

Bevölkerung soll Maßnahmen priorisieren

"Aus den vier Workshops haben wir so am Ende für die Ergebnispräsentation 13 Projekt- und Arbeitspläne. Wir wünschen uns, dass noch mehr Bürgerinnen und Bürger am 12. April dazukommen", sagte Holzherr. Denn über die gesammelten Ergebnisse soll ebenfalls abgestimmt werden, heißt, die Gechinger sollen gewichten, welche Maßnahmen oder Themen ihnen Stand heute die wichtigsten sind, die als erste in Angriff genommen werden sollen.

Im Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsworkshop wurde jedoch auch deutlich, dass zahlreiche der bearbeiteten Themen und Unternehmen nicht nur Projekte mit einem definierten Anfang und Abschluss sind oder sein sollen. Vielmehr sind es Anstöße zu Prozessen, die dauerhaft aufgesetzt werden sollen und müssen. Als Beispiel sei das Repair-Café genannt oder eine Foodsharing-Möglichkeit. Oder das Thema Müllvermeidung, das künftig generell im Blick behalten werden muss.

Keine Teilnehmer der "Fridays für Future"-Generation

"Ich bin wohl wieder die einzige aus der jungen Generation", merkte enttäuscht Eva Eichelbaum, die 22-jährige Vorsitzende des Liederkranzes, an. Die Teilnehmer des Klimaschutzworkshops gehörten nämlich fast zur Gänze zur Seniorengeneration. Auch Gemeinderat Martin Pfuhler vermisste die "Fridays for Future"-Aktivisten, die es in Gechingen doch sicher auch gebe. Ist es vielleicht einfacher, sich für den globalen Klimaschutz stark zu machen, als sich vor Ort bei konkreten Vorhaben in der eigenen Gemeinde zu engagieren? Beides widerspricht sich nicht, wie Bürgermeister Jens Häußler zu Beginn des Workshops feststellte: "Das Motto ist global denken und lokal handeln, denn wenn viele Leute viele kleine Schritte tun, kommt auch eine große Wirkung zustande." Der Schultes bekannte, dass auch er in der Vergangenheit hätte mehr tun können, auch als Bürgermeister. Das ist jedoch in kleinen Kommunen schwierig, weiß Holzherr, die in viele Gemeinden kommt. "Da sind die Rathauschefs mit dem Klein-Klein des Tagesgeschäfts mehr als ausgelastet und haben keine Stabstelle mit 15 Mitarbeitern, die sich nur um den Klimaschutz kümmern wie eine große Stadt."