Eva Eichelbaum in ihrem Garten in Gechingen neben dem ehemaligen Hühnerstall Foto: Stöß

Im Mai öffneten zehn Gartenbesitzer in Gechingen für die Öffentlichkeit ihre Gartentore. Nachdem wir zuletzt den größten Garten auf dem Bergwald besuchten, stellen wir heute „die größte Mitmacherin mit dem kleinsten Garten“ vor.

Mit dieser selbstironischen Eigenbeschreibung bezeichnet die 1,98 Meter große Eva Eichelbaum den „mit Abstand kleinsten Garten, der am Tag der offenen Gärten präsentiert wurde“. Es zeigte sich schnell: Auf diesen 58 Quadratmetern Erde ist jedes Fleckchen gut bestückt. Ein reichhaltiges Angebot an Pflanzen und Früchten zeugt von üppiger Fülle der Natur. Alles in Bio-Qualität, wie sich herausstellen sollte.

 

Einst ein „schnöder Rasen um den Hühnerstall“

Beim Sich-Guten-Tag-Sagen stellten Gartenbesitzerin und Reporter überrascht fest: Man kennt sich zwar nicht bewusst. Doch trat man beim letztjährigen Gechinger Song-Wettbewerb der Chöre als Chormitglied gegeneinander an. Der eine bei den „Dudes and Girls“, Eva Eichelbaum bei „Ton Art“ aus der Heckengäu-Gemeinde. Die Vorstandsfrau des Gechinger Liederkranzes übernahm nach dem Tod der Oma vor drei Jahren das Haus und somit die Gestaltung des Gartens und machte aus einem „schnöden Rasen um den Hühnerstall“ eine Wohlfühloase für Mensch und Tier.

Selbstversorgung Hauptberuflich als „Controllerin beim Daimler“ tätig, wusste sie sofort, was sie verändern wollte. Zum einen „möglichst viele Lebensräume auf engstem Raum kreieren“. Nach dem Motto „Cottage Garden trifft Selbstversorgung“ verwirklichte die 24-Jährige ihren Traum von Farben, Gerüchen, Idylle, der Schönheit der Natur.

Experimentiert in Töpfen und Hochbeeten

Da sie als Veganerin besonders auf die Schätze der Natur angewiesen ist, experimentiert sie in Töpfen und Hochbeeten mit Tomaten, Gurken, Paprikas und leckeren Früchten wie Physalis und Stachelbeeren.

Tomatensorten Bei Eichelbaum sind Tomaten beileibe nicht einfach Tomaten. Da wartet eine tiefrote Ananas-Tomate, demnächst gepflückt zu werden. Es kitzelte ein selbst zubereitetes Bruschetta nicht nur die Geschmacks-, sondern auch die Sehnerven. Denn aus der „Green Zebra“ zauberte Eva ein Gaumenerlebnis in den Farben Rot, Gelb, Grün. Die „Tigerella bicolore“, eine besondere Tomatensorte in zwei Farben, reift derzeit ebenso aus wie die „gelbe Pflaumentomate“.

Die Hobbygärtnerin baut viel Gemüse selbst an. Foto: Stöß

Exotisches Gemüse Aktuell werden die ersten Paprika und Peperonis geerntet. Dass die Gechingerin viel Freude am Experimentieren hat, merkt man, als sie die „mexikanischen Minigurken“, die am Olivenbäumchen gedeihen, präsentiert. Eine Süßkartoffel hat sie zweigeteilt. Die eine Hälfte wurde gleich gekocht und gegessen. Aus der anderen Hälfte hat sie neue Wurzeln gezogen und damit den Start zu ein paar neuen Windengewächsen in einem speziellen Kartoffel-Beet gesetzt.

Nutzen für Insekten Die Hobbygärtnerin hat sich einige Prinzipien zu eigen gemacht. Zuallererst möchte sie ihr kleines Fleckchen Erde so gestalten, „dass für die Natur und die Insektenwelt keine Gefahr ausgeht, sondern dass es ihr nützt“.

Kleiner Teich soll Biotop werden

Der kleine Teich, an dem man verweilen kann, soll sich demnächst selbst renaturieren und zu einem Biotop werden. Samen bezieht Eichelbaum aus biologischen Gärtnereien bis nach Heilbronn. Inzwischen wachsen neben wilden Staudenarten erste Hopfendolden an einem Zaun hoch und bereichern das Gesamtbild dieses pittoresken Stückchen Erde. Da im Pflanzenbereich vieles der Natur selbst überlassen wird, beschränkt sich der Zeitaufwand für die Pflege auf das minimalste Maß.

Traditionell und neu Das kleine Plakat an der Hühnerstall-Wand, das Eichelbaum für den Tag der offenen Gärten illustrierte, hängt noch. Was dort über „Eva`s Gärtle“ zu lesen ist, hat mehr denn je Bestand: „Hier trifft traditioneller Bestand auf neue Ideen und der ‚Chaos-Garten‘ auf Permakultur-Ansätze.“