Najeeb Ullah Butt und Jaqueline Maier berichten von einer steigenden Nachfrage nach Essens-Verpackungen.Foto: Parage Foto: Schwarzwälder Bote

Gastronomie: "Butt" in Gechingen beliefert Restaurants und Imbisse / Verpackungen für Speisen begehrt

"Butt Gastronomiebedarf" ist seit Kurzem in Gechingen angesiedelt. Das Unternehmen versorgt Restaurants und Lieferdienste mit Lebensmitteln und Verpackungen. Die Auswirkungen der Corona-Krise sind in der Branche und bei Butt deutlich zu spüren.

Gechingen. Der Umzug von Wildberg nach Gechingen, in die Gültlinger Straße, erfolgte im Mai. Najeeb Ullah Butt hatte sein Unternehmen bereits 2011 in Wildberg gegründet, fünf Jahre später verlegte er es aus Platzgründen nach Effringen. Diese waren auch der Anlass für den jüngsten Umzug in die Gäugemeinde. "Wir haben uns vergrößert", sagt Mitarbeiterin Jacqueline Maier, die in der Verwaltung des Betriebs tätig ist.

"Butt Gastronomiebedarf Groß- und Einzelhandel" hat, das steckt bereits im Namen, Kunden aus der Gastronomie. Vor allem Pizzalieferdienste – Najeeb Ullah Butt betreibt in Wildberg selbst einen –, aber auch Restaurants beziehen ihre Lebensmittel über das Gechinger Unternehmen, berichtet Maier. Konserven mit Oliven, Tomaten oder Artischocken, aber auch Käse, Wurst und Wein gehören zum Angebot – dies alles in Großpackungen. Darüber hinaus beinhaltet das Sortiment Verpackungen: Pizzakartons genauso wie Hamburger-Schachteln oder Menü-Schalen, entweder aus Hartschaum oder aus Alu. Butt beliefert laut Maier Gastronomen in der Region, habe allerdings auch Kunden im Großraum Stuttgart und Karlsruhe sowie in Ulm und am Bodensee bis hin zu Frankfurt.

Damit stammen die Butt-Kunden aus einer Branche, die von den Auswirkungen der Corona-Pandemie besonders betroffen sind. Der erste Lockdown ab Mitte März sei auch für ihre Firma schwierig gewesen. "Keiner wusste richtig was und wo", sagt Maier. In der Folge hatten viele Restaurants zu und boten auch keinen Lieferdienst an, weil sie unsicher waren, was erlaubt war und was nicht. Jetzt, im "Lockdown light" seit dem 2. November, sieht es anders aus.

Verständnis für Unmut

Alle von Butt belieferten Restaurants würden nun Essen außer Haus anbieten. Das macht sich beim Großhändler bemerkbar. Verpackungen für Speisen sind sehr gefragt. "Es wird knapp", berichtet Maier. Die deutschen Hersteller, von denen Butt Hartschaum- und Aluschalen bezieht, "kommen im Moment echt an ihre Grenzen". "Wenn ich jetzt bestelle, kriege ich dieses Jahr nichts mehr." Anders sehe es bei den Pizzakartons aus, die direkt aus Italien geliefert würden – etwa drei Lastwagenladungen pro Monat. Das sind jedes Mal 31 Paletten mit Kartons.

Doch der Lieferdienst allein kann ein Restaurant nicht retten. Maier berichtet, dass viele Kunden beklagen, dass sie nun wieder schließen mussten, obwohl sie Hygienekonzepte umgesetzt und oft die staatlichen Hilfen, die es bisher gegeben hatte, genau dafür verwendet haben. Maier versteht den Unmut der Wirte.

"Die Pizzadienste profitieren natürlich", sagt sie. Das merkt sie auch an der großen Zahl an Bestellungen. Lieferdienste und Döner-Imbisse brauchen nicht nur viele Verpackungen, sondern auch mehr Lebensmittel. Trotz des steigenden Bedarfs gebe es in diesem Bereich aber keinerlei Engpässe. "Überhaupt nicht", bekräftigt Maier.