Weil die Beregnungsanlage komplett erneuert wurde, zogen sich tiefe Gräben durch das Spielfeld. Foto: Kraushaar Foto: Schwarzwälder Bote

Vereine: Sportfreunde Gechingen investieren in Pumpwerk und neue Zuleitungen / Spielfeld durchziehen tiefe Gräben

Das sah richtig wüst aus. Lange Gräben durchzogen das Hauptspielfeld im Karl und Wilhelm Dürr-Sportpark. Da, wo die Kicker der Sportfreunde Gechingen in der Regel versuchen das Runde ins Eckige zu bringen, bot sich dem Betrachter ein Bild der Verwüstung. Grund dafür waren die Arbeiten an der Beregnungsanlage, die nach knapp 40 Jahren komplett erneuert wurde.

Gechingen. "Wir hatten ständig Probleme und Reparaturen an der Pumpe", meinte Stephan Funk, Abteilungsleiter bei den Gechinger Fußballfreunden. Sein Vorgänger Eckhard Busch ergänzt: "Die hydraulisch gesteuerten Beregnungstöpfe machten Probleme, schlossen nicht mehr dicht das führte zu Wasserverlusten". Bei Pumpwerk und Beregnungstöpfen half nach gut 37 Dienstjahren auch keine Überholung mehr – da stand eine Erneuerung an. In diesem Zuge rangen sich die Sportfreunde zu dem Entschluss durch, in einem Aufwasch auch gleich die Zuleitungen zu erneuern.

Die zweite große Baumaßnahme nach der Errichtung der Grillhütte mit Freiterrasse umfasste gut 450 Meter an Kanal- und Rohrverlegearbeiten, 15 Kreis- und Wenderegner sowie ein neues Pumpwerk. Bei der Finanzierung der Gesamtkosten von rund 60 000 Euro konnte der Verein auf die Unterstützung durch die Gemeinde Gechingen (50 Prozent) und den Württembergischer Landessportbund (15 Prozent) bauen, so dass die SFG noch für 35 Prozent der Kosten aufkommen musste.

"Die Erdarbeiten rund um das Spielfeld entwickelten sich teilweise zu einer sehr schmutzigen Angelegenheit", blickte Eckhard Busch auf einige heftige Regenfälle zum Baubeginn am 5. Oktober zurück. "Als wir Anfang der 1980er-Jahre die erste Beregnungsanlage eingebaut hatten, musste noch vieles in Handarbeit gegraben werden. Im Vergleich dazu geht das heute mit den schweren Spezialmaschinen deutlich einfacher und wesentlich schneller", erinnert sich der ehemalige Abteilungsleiter. Sein besonderer Dank geht an "Solo" Markus Schmid. Die "gute Seele" der SFG Sportanlagen hatte über das gesamte Zeitfenster hinweg alles im Griff. "Er hatte extra 14 Tage Urlaub genommen, um die Bauarbeiten koordinieren zu können und immer alles im Blick zu haben", hebt Busch das Engagement von Schmid hervor. Inzwischen sind die Leitungen verlegt, die Kanäle wieder verfüllt und die "Narben" mit Rollrasen verschlossen.

"Der Solo (Markus Schmid, Anm. d. Red.) kann jetzt theoretisch gesehen gemütlich ein Weizen trinken und die Beregnungsanlage per App steuern", stellt Stephan Funk schmunzelnd zu den technischen Fähigkeiten der Anlage fest.

Rasen kann wegen Corona in Ruhe wieder zusammenwachsen

Wenn sich jemand oder etwas in Gechingen tatsächlich über Corona freuen sollte, dann kann es sich bei dabei nur um den Rasen auf dem Hauptspielfeld handeln. Der hat jetzt, nachdem alles mit großem Aufwand wieder gereinigt wurde, durch den Lockdown genügend Zeit, wieder zu verwachsen. "Im Zeitraum Oktober/November wird es bei uns mit den Spielzeiten immer knapp", blickt Abteilungsleiter Funk auf einen Spielbetrieb mit drei Herren-, einer Frauenmannschaft sowie den Spielbetrieb der Jugend. Durch den Ausfall des Hauptspielfeldes hätte sich der Druck noch deutlich verschärft. Doch mit der Einstellung des kompletten Spielbetriebs seit 29. Oktober haben sich alle Befürchtungen in Luft aufgelöst.

Funk geht sogar noch einen Schritt weiter: "Ich fürchte, dass wir vor April 2021 nicht mehr spielen werden", sieht der Abteilungsleiter der ­weiteren Entwicklung in Sachen Corona mit großer Skepsis entgegen. Nicht ohne Grund.

Die Sportfreunde Gechingen zählen aktuell zum engen Favoritenkreis für den Aufstieg in die Landesliga. Ein Ziel für das sich die Mannschaft von Trainer Manuel Vogt – mit 22 Punkten aus acht Spielen und als einzige Bezirksligaelf noch ungeschlagen – bis jetzt mächtig ins Zeug gelegt hat.