Jennifer Neubauer von der Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald überreicht Leonard Wilhelm die TourCert-Urkunde. Foto: Fritsch Foto: Schwarzwälder Bote

Wirtschaft: Heckengäu-Brennerei stellt ihren ersten Hortar Single Malt vor / Leader-Förderung gibt wichtigen Anschub

Whisky braucht Zeit zum Reifen. Drei Jahre hat es gedauert, bis die 2016 gegründete Heckengäu-Brennerei in Gechingen ihren ersten Hortar Single Malt präsentieren konnte.

Gechingen. Die Freude war Inhaber und Geschäftsführer Leonard Wilhelm anzumerken. Bislang hatte der junge Unternehmer Hortar‘s Son Moonshine und den 44 Vier London Dry Gin im Programm.

Erster Jahrgang ist fruchtig geworden

Der Hortar Single Malt sei "ganz lecker und schön fruchtig" geworden, sagte Wilhelm bei der Begrüßung der Gäste. Er sei positiv überrascht gewesen, schließlich wisse man nie, was am Ende des jahrelangen Reifeprozesses herauskommt. Bürgermeister Jens Häußler (parteilos) freute sich, dass der Antrag auf Mittel aus dem EU-Förderprogramm Leader bewilligt worden ist. Wilhelm sei fleißig und geschickt. Zudem habe er sich, sagte der Gechinger Schultes mit Blick auf die Reifezeit des Whiskys, als geduldig erwiesen. Und der junge Betriebswirt habe sich ein gutes Netzwerk aufgebaut. Dies zeige unter anderem seine Zusammenarbeit mit der Firma M3 Schwäbische Feinkost, die ebenfalls im Ort ansässig ist, mit Leader-Mitteln gefördert wird – und die Gäste der Whisky-Präsentation verköstigte.

Barbara Smith, Geschäftsführerin von Leader Heckengäu in Böblingen, sprach mit Blick auf die Gäugemeinde gar von "einem Epizentrum", freilich in positivem Sinn. Denn es werden in der 3700-Einwohner-Gemeinde noch zwei weitere Projekte durch das EU-Programm gefördert.

"Was Sie in drei Jahren als Unternehmer erreicht haben, ist beeindruckend", sagte Tobias Haußmann. Der Wirtschaftsförderer des Kreises Calw sprach von einer klasse Idee und einem klasse Produkt. Gin und Whisky aus Gechingen kenne man auch schon in der chinesischen Partnerregion Jiangsu.

Regionalität, Vernetzung und Nachhaltigkeit – diese Schlagworte zogen sich wie ein roter Faden durch die Reden. Wilhelm sei kein Einzelkämpfer, betonte Smith, sondern beziehe die Region in seine Unternehmertätigkeit ein. "Man kennt sich und unterstützt sich in einem Netzwerk", hob Haußmann hervor. Er erinnerte daran, dass auf dem ersten Höhepunkt der Corona-Krise die Heckengäu-Brennerei dem Landkreis mit Desinfektionsmitteln ausgeholfen habe. Darüber hinaus stünden die Bemühungen des Landkreises, junge Unternehmen anzusiedeln, ganz oben auf der Agenda.

Nachhaltigkeit werde vor Ort erst erlebbar, sagte Jennifer Neubauer von der Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald. Man habe zusammen mit der Brennerei ein Verbesserungsprogramm erarbeitet, so dass das Unternehmen nun als nachhaltiger Partner ausgezeichnet wird. Neubauer überreichte Wilhelm aus diesem Anlass die Tourcert-Urkunde.

Eine weitere Auszeichnung überreichte Thorsten Weissmann von der Carbocert GmbH im oberschwäbischen Bodnegg, die den Humusaufbau fördert und sich der Regeneration von Boden, Wasser sowie Klima verschrieben hat.