Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Gechingen Freie Fahrt ist wieder möglich

Von
Bei der symbolischen Wiedereröffnung der K 4300 zwischen Gechingen und dem Kreisverkehr "Sieben Tannen" waren (von links) der Bürgermeister der Gemeinde Gechingen, Jens Häußler, Landrat Helmut Riegger, Landtagsabgeordneter Thomas Blenke, der Geschäftsführer der Firma Otto Morof Tief- und Straßenbau GmbH, Thomas Morof, und der Leiter der Abteilung Straßenverkehr des Landratsamtes Calw, Jörg Repple, dabei. Foto: Landratsamt Calw Foto: Schwarzwälder Bote

Das lange Warten hat ein Ende: Seit dieser Woche ist die Kreisstraße zwischen Gechingen und Sieben Tannen wieder für den Verkehr freigegeben. Mit dem Ausbau endet eine absurde Situation, die im Kreis Calw einmalig war.

Gechingen/Wildberg-Gültlingen. Ein leichter Geruch von frischem Asphalt weht noch durch die Luft, als Landrat Helmut Riegger (CDU), der Landtagsabgeordnete Thomas Blenke (CDU) und Gechingens Bürgermeister Jens Häußler (parteilos) feierlich das Flatterband durchschneiden und damit die Kreisstraße 4300 von Gechingen bis zum Kreisverkehr Sieben Tannen offiziell für den Straßenverkehr freigeben. Rund ein Jahr lang hatte der 3,7 Millionen Euro teure Ausbau gedauert. Trotz Corona fast eine Punktlandung: Die in Althengstett ansässige Firma Morof lag damit nur um wenige Tage hinter dem Zeitplan.

Weitaus länger hatte es gedauert, die Verantwortlichen im Stuttgarter Landtag und damit die entscheidenden Geldgeber von dem Ausbau des 3,5 Kilometer langen Abschnitts zu überzeugen. Landrat Riegger erinnerte bei der offiziellen Eröffnung an seine Amtseinsetzung im Februar 2010: "Schon in meiner ersten Woche wurde über diese Straße gesprochen. Der erste Anrufer, der deswegen anrief, war übrigens ein Herr Blenke." Der aus Gechingen stammende Landtagsabgeordnete des Landkreises musste zwar nicht überzeugt werden, die damals marode K 4300 auszubauen, wohl aber viele seiner Parlamentskollegen. Der erste Antrag auf Fördergelder, den der Landkreis 2014 stellte, wurde prompt abgelehnt. "Mit der Zusicherung, dass er 2015 genehmigt wird", so Riegger. Doch auch 2015 ging in Stuttgart der Daumen nach unten. Viele Gespräche und viel Überzeugungsarbeit sei notwendig gewesen, ehe das Land Baden-Württemberg doch noch zusagte, die Hälfte der Baukosten zu übernehmen. Riegger: "Unsere Hartnäckigkeit hat sich ausgezahlt."

Bislang für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen gesperrt

Noch einmal rief der Calwer Landrat bei der offiziellen Einweihung in Erinnerung, in was für einem Zustand die K 4300 vor dem Ausbau gewesen sei: "Wer nur einmal über diese Straße gefahren ist, der weiß, wie schlecht sie war. 3,7 Millionen Euro sind viel Geld für 3,5 Kilometer Straße. Aber jeder Cent ist richtig investiert, wenn man sieht, wie kaputt die Straße war."

In der Tat war die K 4300, die für Gechingen den Zugang zur Autobahn bildet, in einem derart schlechten Zustand, dass die damals noch maximal fünf Meter breite Straße für Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von über 7,5 Tonnen gesperrt war. "Dieser absurde Zustand ist nun beendet", betonte Blenke. Der Vorteil der Lage des Gechinger Industriegebietes, das sich am Ortsausgang in Richtung Sieben Tannen befindet, wurde bislang schließlich zum Nachteil: Anstatt über die K 4300 und den Kreisverkehr Sieben Tannen dank der Ortsumfahrungen von Deckenpfronn und Gärtringen ohne eine einzige Ortsdurchfahrt auf die A 81 zu kommen, musste der Schwerlastverkehr vor dem Ausbau notgedrungen den Umweg mitten durch Gechingen und andere Orte nehmen.

Die einjährige Bauphase samt Sperrung der K 4300 habe Blenke als Anwohner gerne in Kauf genommen: "Ich bin noch nie in meinem Leben so gerne Umleitungen gefahren. Mir hat das Spaß gemacht, weil ich wusste, dass die Firma Morof die Straße macht. Es ist zwar nur ein kleines Sträßle für das Land, aber eine ganz große Verbindung für den Kreis Calw und insbesondere für uns Gechinger."

Auch Gechingens Bürgermeister Häußler hob bei der offiziellen Einweihung die Rolle der K 4300 für die Industriebetriebe seiner Gemeinde und die Verkehrssituation der umliegenden Orte hervor: "Die Autobahn kann nun ohne Ortsdurchfahrt erreicht werden. Diese wichtige Straßenbaumaßnahme wertet das Gewerbegebiet auf. Gleichzeitig werden nicht nur in Gechingen, sondern auch in anderen Orten wie Deufringen oder Aidlingen die Ortsdurchfahrten entlastet."

Die Zahlen

Der Ausbau der 3,5 Kilometer langen K 4300 zwischen Gechingen und dem Kreisverkehr Sieben Tannen dauerte zwölf Monate. In neun Teilbereichen mit einer Gesamtlänge von 1,9 Kilometern wurde die Kreisstraße dabei vollständig bis hinunter zum Unterbau erneuert. Auf den übrigen 1,6 Kilometern fand die Sanierung auf dem alten Straßenbestand statt. Der Ausbau kostete 3,7 Millionen Euro, wovon 50 Prozent das Land Baden-Württemberg übernimmt.

Kuppen und Kurven

Im Zuge des Ausbaus wurde eine Kuppe abgetragen, so dass die Strecke nun übersichtlicher ist. Zudem wurden teilweise die Kurvenradien vergrößert und in engen Kurven die Fahrbahn erweitert.

Schutz für Amphibien

Auch an den Tierschutz haben die Planer gedacht: Neben Amphibienschutzeinrichtungen wurde auf einer Länge von 20 Metern ein Bachdurchlass eingebaut.

Schnelles Internet

Vorsorglich wurden beim Ausbau der Kreisstraße Breitbandkabel mit verlegt. Sie könnten wichtig werden, um Calw vom Landkreis Böblingen aus besser mit schnellem Internet zu versorgen.

Artikel bewerten
0
loading

Ihre Redaktion vor Ort Calw

Ralf Klormann

Fax: 07051 1308-91

Flirts & Singles

 
 

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.