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Gechingen Der Hochadel hinterlässt Spuren

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Auf der Stelle der ehemaligen Burg der Herren von Gültlingen soll die Kirche 1465 errichtet worden sein. Foto: Archiv Foto: Schwarzwälder Bote

Gechingen. Gültlingen, heute Ortsteil von Wildberg, hat eine große Vergangenheit. Besucher werden Hochinteressantes erfahren, wenn sie am Sonntag, 4. August, zwischen 14 und 18 Uhr ins Gechinger Heimatmuseum Appeleshof kommen, wo es eine Ausstellung zu dem Nachbarort gibt. Sie sind eingeladen, die Entwicklung des Ortes in Bildern zu betrachten, zu staunen, wie viel Neues dazugekommen ist und was sich verändert hat.

Ein alemannisches Gräberfeld aus der Merowingerzeit im Osten des Ortes lässt darauf schließen, dass zwischen 460 und 510 eine alemannische Gruppe mit überregionalem Wirkungskreis dort lebte und ihre Toten bestattete. Zwar wurde das Gräberfeld beim Tuffabbau und beim Straßenbau zwischen den Jahren 1894 und 1905 nahezu zerstört, doch fand man in zwei Männergräbern 1894 und 1901 sogenannte Goldgriffspathen alemannischen Typs. Unter Spatha versteht man ein zweischneidiges Hiebschwert. Der mit Goldblech überzogene Griff wies den Träger als Angehörigen des Hochadels, als verdienten Krieger, Stammesfürsten oder Gaukönig aus – man ist auf Spekulationen angewiesen, denn die Alemannen hinterließen keine schriftlichen Zeugnisse.

Im 1901 gefundenen Grab, das aus den Jahren zwischen 460 und 480 stammt, war außer der Goldgriffspatha noch ein Spangenhelm aus Eisen mit vergoldeten Kupferspangen vorhanden sowie eine Wurfaxt, Schild und Lanze, prunkvolle Beschläge, wahrscheinlich von einer Tasche, ein Gürtel mit Meerschaumschnalle und eine kleine Glasschale, damals eine seltene Kostbarkeit. Goldgriffspatha und Spangenhelm werden am Öffnungssonntag als Replikat zu sehen sein, heißt es in einer Pressemitteilung. Den Gechinger Vorfahren wird wohl der Weg "zur hohen Obrigkeit" in Richtung "Sieben Tannen" und über den "Kapf" nach Gültlingen wohlbekannt gewesen sein. Nach 500, als die Region unter fränkische Hoheit kam, gibt es keine alemannischen Elitegräber mehr, doch steht in der Oberamtsbeschreibung von Nagold von 1862 über Gültlingen: "Westlich am Ort, unter dem Wohnhaus des Schultheißen Haug, wurden Reihengräber, welche alte Waffen enthielten, aufgefunden", auch wurde in der Nähe ein altgermanisches Gefäß ausgegraben.

Um 1100 erstmals erwähnt

Urkundlich wird Gültlingen um 1100 als Gildelingen erstmals genannt. Seit Mitte des 12. Jahrhunderts war der Ort der Stammsitz der Freiherren von Gültlingen.

Die weitverzweigte Familie hatte dann Sitze und Besitzungen in Berneck, Neuenbürg, Hohenentringen, Sindlingen, zeitweise auch in Deufringen und andernorts. Nachkommen dieses Adelsgeschlechts leben heute noch. Gültlingen kam 1440 teilweise an Württemberg, 1445 kaufte Graf Ulrich V. von Württemberg, der Vielgeliebte, den Rest von Kaspar von Gültlingen um 2022 Gulden. Die Kirche in Gültlingen soll 1465 auf der Stelle der ehemaligen Burg der Herren von Gültlingen erbaut worden sein.

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