In Gechingen wird gerne gesungen. Foto: © julia_104 – stock.adobe.com

Vereine: "TonArt" möchte noch mehr Menschen für das Singen begeistern / Stimmbildung im Angebot

Es ist Punkt 20 Uhr. Chorleiterin Angela Castellani schließt die Tür der Chorstube in der Gechinger Gemeindehalle. Alle Sänger von "TonArt" stehen bereits vorfreudig von ihren Stühlen auf. Das Einsingen kann beginnen.

Gechingen. Es ist die erste Probe des Gechinger Chors nach einer langen, pandemiebedingten Pause. Monate des Stillstands im Vereinsleben haben die Chorstube in ein deprimierendes Schweigen gehüllt. Doch aufgrund neuester Regelungen und einem ausgeklügelten Hygienekonzept schafft es "TonArt" nun, die Sänger zu reaktivieren und mit einem neuen, offenen Konzept eine neue Ära des Vereinslebens einzuläuten.

1994 gegründet

Das Ensemble gehört dem Liederkranz Gechingen an. Mit moderner, fetziger sowie anspruchsvoller, klassischer Literatur begeistert "TonArt" bereits seit 1994 die Zuhörer. Der Chor ist jung, vielfältig und offen für jede Herausforderung, die Chorleiterin Angela Castellani frisch ausstudiert und voller neuer Ideen. Nach dem jüngsten, altersbedingten Rücktritt des gemischten Chors des Liederkranzes aus dem aktiven Auftrittsleben liegt es an "TonArt" als neuem Hauptchor, das Vereinsleben neu zu denken.

Mehr Qualität

"Wir wollen uns öffnen und für alle Sängerinnen und Sänger eine beliebte Anlaufstelle werden", sagt Vorsitzender Frank Wilhelm. Mit einem offenen Vereinskonzept, welches auch für andere Gesangsgruppierungen eine Möglichkeit zur Partizipation im Verein bietet, will "TonArt" neue Mitglieder und Chöre für sich sowie den Liederkranz Gechingen gewinnen. "Außerdem bekommen unsere Mitglieder jetzt noch mehr Qualität mit unserem neuen Ausbildungskonzept. Wir bieten Stimmbildung an, sodass jeder Einzelne sich die beste Version seiner eigenen Stimme erarbeiten kann", so die stellvertretende Vorsitzende Bettina Schöttmer.

Mit Stimmbildung möchte "TonArt" somit nicht nur seine Gesangsqualität optimieren, sondern auch all diejenigen zum Mitsingen motivieren, die anspruchsvolle Literatur und die individuelle Förderung jeder einzelnen Stimme schätzen.

"Uns ist jedoch wichtig, dass keiner sich Gedanken darum machen muss, wie gut er singt. Jeder kann singen – und genau das möchten wir bei ›TonArt‹ fördern. Denn singen ist gut für Körper und Geist und stärkt nachweislich sogar das Immunsystem. Das einzige Aufnahmekriterium bei uns ist der Spaß am Gesang und der Musik", fügt Frank Wilhelm hinzu.

Um diese positiven Nachrichten an möglichst viele, potenzielle Sänger hinauszutragen, verfolgt "TonArt" im Herbst ein konsequentes Marketingkonzept. "Brauchst Du wieder eine Stimme?" –­ diese Frage prangt auf Plakaten und Flyern in und um Gechingen. Auch in den sozialen Medien wirbt "TonArt" fleißig über die Seiten des Liederkranz.

Für "Heimatlose"

Das Ziel ist klar: Mehr Menschen sollen für das Singen begeistert werden – und das im Optimalfall bei "TonArt". "Wir wollen Chorsängerinnen und -sängern, die aufgrund der Pandemie ›heimatlos‹ geworden sind, zeigen, dass auch mit und trotz Corona ein aktives Vereinsleben mit Gesang möglich ist", betont Bettina Schöttmer. Auch während der coronabedingten Pause traf sich "TonArt" nämlich regelmäßig online zum Singen. Mit Hilfe neuster Technologien wie dem Online-Server Jamulus können heute auch Chöre live und gemeinsam online singen. "Sollte es zu einer erneuten pandemiebedingten Unterbrechung des Probenbetriebs in Präsenz kommen, werden wir auf jeden Fall wieder solch eine Lösung finden. Ich habe noch genug Ideen!", so Angela Castellani lachend.

In Gechingen flacht der Spaß am Hobby also nicht ab – trotz widriger Umstände. "TonArt" blickt beschwingt in die Zukunft und freut sich auf neue Auftritte und neue Gesangsbegeisterte, die sich dem Chor anschließen.