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Gechingen Bewahrer alter Handwerkskünste

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Walter Schwämmle (links) aus Oberkollbach beherrscht noch die alte Kunst des Korbflechtens. Foto: Bausch Foto: Schwarzwälder Bote

Wer am Sonntagnachmittag das Gechinger Heimatmuseum Appeleshof besuchte, konnte sich in Gedanken um Jahrhunderte zurückversetzt fühlen bis ins Mittelalter.

Gechingen. Dabei konnten die Besucher auch jeden Dünkel über die modernen Errungenschaften getrost bei Seite legen und staunen über die Fähigkeiten und Fertigkeiten der Menschen in früheren Jahrhunderten. Wenn auch die Sonne auf dem Hof beim Appeleshof niederbrannte, so zog der Handwerkersonntag doch auch manche Gechinger und Gäste von auswärts an. "Ich finde das klasse mit den Handwerkern, deshalb bin ich mit drei Freunden aus Calw hergekommen", freute sich Roland Rehm.

Informative Gespräche

Viele Besucher machten sich im Freien auf einen Rundgang. Dabei blieben sie ab und an stehen, um den Bewahrern alter Handwerkskünste über die Schultern zu schauen. Immer wieder kam es auch zu informativen Gesprächen mit den Hobbyhandwerkern und manchmal wurden auch kunsthandwerkliche Produkte wie gedrechselte Holzteller oder handgeflochtene Körbe käuflich erworben. Sehr interessant war es zum Beispiel bei der Arbeit an der Ziehbank. Dort konnte man erleben, wie früher die Wagner arbeiteten. Geeignetes Holz wurde in eine Halterung eingespannt und mit dem Zugmesser bei ziehenden Bewegungen in die gewünschte Form gebracht. So entstanden in Handarbeit die Speichen eines Rades oder wurden Stiele für Werkzeuge wie Hämmer oder Beile aus Fliederholz produziert.

Auch das Drechseln aus Holz fand große Beachtung. Der Gechinger Bernd Esslinger zeigte, wie Sensen durch Schläge mit dem Dengelhammer immer wieder geschärft werden können. Seine Frau Désirée Esslinger demonstrierte die Kunst des Nadelbindens, eine dem Häkeln und Stricken verwandte uralte Art der Herstellung textiler Produkte. Korbflechter Walter Schwämmle aus Oberkollbach zeigte, wie man aus Weidenruten kunstvolle Körbe oder sogar Vogelhäuschen herstellen kann.

An anderer Stelle konnte eine Maschine bestaunt werden, mit deren Hilfe früher Strohbänder hergestellt wurden, die die Bauern zum Binden von Garben verwendeten. Informative Texte an Ausstellungstafeln erläuterten den interessierten Besuchern die Geschichte und Funktion der einzelnen Handwerkskünste. "Wir wollen mit dieser Ausstellung auch zeigen, wie die Menschen früher autark waren und vieles selbst herstellen konnten", unterstrich der Vorsitzende des Arbeitskreises Heimatgeschichte des Schwarzwaldvereins Gechingen, Norbert Jensen. Die Menschen nutzten einfache, naturnahe Materialien und konnten sich dabei bei ihren Tätigkeiten ohne fremde Unterstützung selbst helfen.

"Es ist die Aufgabe eines Museums wie unserem, so etwas den Menschen von heute zu zeigen", hob das langjährige Vereinsmitglied Christa Essig hervor.

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