Heimatgeschichte: Zweites Buch von Waltraud Lachenmaier

Waltraud Lachenmaier ist ein sehr heimatverbundener Mensch und engagiert sich mittlerweile seit Jahrzehnten als Hobbyhistorikerin dafür, dass Vergangenes nicht in Vergessenheit gerät. Fast zwei Jahre lang hat sie an ihrem neuen Buch "Lange Wege, weite Wege, Lebenswege" gearbeitet. Das Werk soll Anfang Dezember öffentlich vorgestellt werden.

Gechingen. Vor rund einem Jahrzehnt hatte die damals 59-Jährige bereits das Buch "Mühsal, Krieg und weite Wege – Lebenserinnerungen aus Gechingen" vorgelegt. In dem Band wurden die Geschichten und Erlebnisse von 41 Gechingern festgehalten, die zwischen 1912 und 1936 geboren wurden. In dem Werk finden sich tragische Kriegserlebnisse genauso wie witzige Begebenheiten, die ein authentisches Bild der damaligen Zeit ergeben. Dabei hat die Gechingerin Immenses geleistet, denn oft musste nicht nur ein Interview geführt oder Lücken in Erzählungen durch weitere umfangreiche Recherchen ergänzt werden – über einen Zeitraum von etwa vier Jahren hinweg.

Beim Arbeitskreis (AK) Heimatgeschichte im Schwarzwaldverein Gechingen, dem die Autorin seit Langem angehört, freut man sich nun, dass Lachenmaiers zweites Buch mit dem Titel "Lange Wege, weite Wege, Lebenswege" fertig ist. Es soll noch vor Weihnachten vorgestellt werden – wenn die Corona-Bestimmungen es zulassen, bei einer öffentlichen Veranstaltung in der Gemeindehalle. Lachenmaier hat wieder Biografien aus Gechingen gesammelt wie schon vor zehn Jahren. Während damals der Schwerpunkt darauf lag, die Zeit vor und während des Zweiten Weltkrieges festzuhalten, kommen diesmal in der Mehrzahl die zu Wort, die nach dem Krieg geboren sind oder zur Kriegszeit kleine Kinder waren. "Überraschend ist, dass die Kriegsereignisse noch sehr lange das Leben der Nachgeborenen prägten. Es wird bewusst, wie sehr das Dorf und seine Bewohner sich verändert haben", äußert sich AK-Vorsitzender Norbert Jensen. Das habe bewirkt, dass zahlreiche Beteiligte ihre Biografien ganz oder in Teilen selbst am Computer verfasst haben, "so dass die einzelnen Beiträge ganz individuell ausgefallen sind, was ihren Reiz erhöht". Aber in jedem Bericht werde der Wandel der Zeit deutlich, so Jensen. Nur noch wenige würden von der Landwirtschaft leben. Der industrielle Fortschritt – mit all seinen Problemen – habe auch Gechingen erfasst. "Menschen aus anderen Ländern wohnen inzwischen hier, und es ist besonders erfreulich, dass sich einige von ihnen auch in unserem neuen Buch äußern." Lachenmaier, Jensen und die weiteren AK-Mitglieder hoffen nun auf eine ebenso gute Resonanz der Neuerscheinung wie vor zehn Jahren.