Herbert Ottendörfer feiert 85. Geburtstag und denkt gerne zurück an die Zeit als Lehrer an der Löhrschule und als Vorsitzender des Kommunalen Kinos.
Geboren wurde Herbert Ottendörfer am 17. April 1941 in Emmendingen, ein Jahr später siedelten die Eltern nach Konstanz um. Dennoch hat er seiner Heimat am Bodensee den Rücken gekehrt und wurde nach verschiedenen Stationen seit 1967 zum überzeugten Trossinger, der am heutigen Freitag seinen 85. Geburtstag feiern kann.
„In ganz kleinem Kreis“, wie er betont, denn „Tochter, Sohn und die zweijährige Enkelin wohnen zu weit weg und können nicht kommen“.
Herbert Ottendörfer war jahrzehntelang Lehrer und blickt zunächst auf seine eigene Schulzeit zurück. So führten ihn nach vier Jahren Volksschule sechs weitere Jahre am Aufbaugymnasium Meersburg zum Abitur. Danach hat er in fünf Semestern Grund- und Hauptschullehrer an der damaligen Pädagogischen Hochschule Esslingen studiert.
Im November 1963 trat er seine erste Stelle an der Tuttlinger Wilhelmschule an. „Nach einem knappen Jahr wurde ich als Krankheitsvertretung an die neue Löhrschule in Trossingen versetzt – das war mein Glück“, blickt er heute noch begeisternd zurück. „Die Löhrschule war mit ihrer neuen Gestaltung mit heller Atmosphäre und einem tollen Kollegium sehr angenehm“, vor allem habe er sich mit dem damaligen Rektor Fritz Trümper sehr gut verstanden.
Ungewisse Zukunft
„Ich bin dann im Sommer 1964 in die Ferien gegangen, ohne zu wissen, wie und wo es mit mir weitergeht“, sei dann aber nach den Sommerferien als erster evangelischer Lehrer für kurze Zeit an die katholische Friedensschule in Trossingen gekommen.
„Im Oktober 1965 hat mich die Bundeswehr nach Pfullendorf geholt.“ An die 18 Monate hat er nur gute Erinnerungen. „Ich war damals schon 24 Jahre alt und habe gemeinsam mit einem Gleichaltrigen Sonderaufgaben bekommen – wir durften junge Soldaten in Deutsch, Mathematik und Geschichte unterrichten.“ Dank Fritz Trümper sei dies gelungen und „zu meinem Erstaunen war ich dann tatsächlich seit Mai 1967 bis zu meinem Ruhestand im Jahr 2005 an der Löhrschule und wurde nie versetzt“.
Mit seiner Frau Barbara, die er 1972 geheiratet hat, ist er zwar einige Male umgezogen „ich bin aber auch jetzt im Ruhestand Trossingen treu geblieben“, betont er „ich finde die Höhenlage als sehr angenehm, außerdem liegt Trossingen sehr günstig.“ Man erreiche sehr schnell den Bodensee, den Schwarzwald oder die Alb. „Hier bleibe ich“, bekräftigt er.
In Trossinger Vereinen aktiv
Herbert Ottendörfer engagierte sich bereits in den 19980er Jahren bei den Heimatschützern. „Ich habe auch am Erhalt des Alten Rat- und Schulhauses mitgewirkt.“ Ebenfalls in den 1980 Jahren sei er sieben Jahre lang Schriftführer bei der Stadtkapelle Trossingen gewesen. Sein größtes ehrenamtliches Engagement begann 1992, denn es wurde ein Stellvertreter für den Vorsitz des Kommunalen Kinos gesucht.
Die damalige Stellvertreterin und Leiterin der Trossinger Volkshochschule, Rosemarie Kupferschmid-Medinger hatte, nachdem Frank Golischewski den Vorsitz abgegeben hatte, diesen übernommen. Im Jahr 1999 habe Martina Bade als Leiterin der Trossinger Kultur GmbH den Vorsitz übernommen. „Als Frau Bade 2001 ihre Zelte in Trossingen sehr abrupt abgebrochen hatte, wusste ich, das Koki muss im Herbst wieder starten und ich muss die Arbeit übernehmen.“
Zum Ehrenvorsitzenden ernannt
Ottendörfer wurde danach zum Vorsitzenden gewählt und blieb es bis ins Jahr 2013. „Das hätte ich zuvor nie gedacht“, erzählt er, aber: „Ich war seit meinem 15. Lebensjahr sehr stark kinointeressiert – und das war die Bestätigung meines Hobbys.“ In Siegfried Habicher habe er auch einen sehr guten Unterstützer gehabt. „Die Leute vom Kommunalen Kino Guckloch in Schwenningen haben mir immer als Vorbild gedient.“
Glücklicherweise habe Anke Weier mit voller Energie und Herzblut den Vorsitz im Jahr 2013 in schwieriger Zeit übernommen, wobei Herbert Ottendörfer noch zwei Jahre lang Stellvertreter blieb und im Jahr 2015 zum Ehrenvorsitzenden des Kommunalen Kinos Trossingen ernannt worden ist.