Marcel Carl – hier in einem Spiel gegen den Göppinger SV – und Astoria Walldorf sind gut in Form. Foto: /Eibner-Pressefoto/Gerald Oelze-de Stoppany

Der gebürtige Calwer Marcel Carl wird Astoria Walldorf auch am Sonntag gegen die TSG Balingen als Kapitän aufs Feld führen. Wir haben im Vorfeld mit dem 32-Jährigen gesprochen.

Vier Punkte liegt Astoria Walldorf als Tabellenfünfter der Regionalliga hinter Spitzenreiter SGV Freiberg, vier Punkte beträgt aber auch der Vorsprung auf den Tabellenzwölften SC Freiburg II. Astoria-Kapitän Marcel Carl schmunzelt: „Die Liga ist schon verrückt. Ich sage den Jungs immer wieder, dass man da in jedem Spiel 100 Prozent braucht. Sonst holt man nix und rutscht schnell ab, daher bleiben wir auch demütig.“

 

Der 32-Jährige kommt in bisher 16 Partien auf acht Scorerpunkte (fünf Tore und drei Assists) und hat die Verletzungssorgen hinter sich gelassen. 2024 konnte er kein einziges Spiel absolvieren, der Sohn des ehemaligen Bundesligaspielers Eberhard Carl laborierte an einer Schambeinentzündung, zusätzlich wurde mit „Secondary Cleft“ eine weitere Verletzung an den Adduktoren diagnostiziert. „Das war schon hart. Umso glücklicher bin ich, nun schmerzfrei auf dem Platz zu stehen.“

„Stolz“ über das Jubiläum

Er ergänzt: „Ich lege noch mehr Wert auf Regeneration. Man achtet noch mehr darauf, was dem Körper gut tut.“ Vor kurzem feierte er beim spektakulären 4:3-Erfolg gegen die Kickers Offenbach ein Jubiläum, welches sich durch die Verletzung verzögert hatte. Der 32-Jährige stand zum 300 Mal in einem Regionalligaspiel auf dem Platz (dabei erzielte er 84 Tore). Seine Gefühlslage beschreibt er folgendermaßen: „300 Spiele sind schon ein Wort, da ist man stolz. Auf der anderen Seite fragt man sich auch, wo die Zeit hin ist.“

Am Sonntag steht dann schon Partie Nummer 302 für Carl an – es geht gegen die TSG Balingen. 24 Pflichtspiele gab es zwischen den beiden Vereinen bereits, die Bilanz liest sich mit zehn Walldorfer- und elf TSG-Siegen bei drei Unentschieden sehr ausgeglichen. In den vergangenen sechs Aufeinandertreffen war aber die TSG fünf Mal der Sieger, zudem gab es ein Unentschieden.

Keine gute Bilanz

„Wir haben auch aufgrund der Historie sehr viel Respekt. Ich kann mich auf die Schnelle an keinen Sieg erinnern, zu Hause waren auch deutliche Niederlagen von uns dabei. Aber egal was war, wir wollen am Sonntag gewinnen und den Grundstein für einen guten Jahresendspurt legen.“

Carl traf mehrfach gegen Balingen

Schließlich kann jeder Sieg bei der engen Tabellensituation positive Auswirkungen haben. Und Carl weiß: „Man schaut natürlich auf die Tabelle. Es macht schon einen Unterschied, ob man als Dritter, Sechster oder Zehnter überwintert.“ Er selbst traf übrigens bereits vier Mal gegen die Balinger.