Auch in Zell sollen die Gebühren für die Kinderbetreuung steigen, um zumindest teilweise die Kosten zu decken (Symbolbild). Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Wie in vielen Orten, sollen auch in Zell die Kita-Gebühren steigen – und zwar um etwa zehn Prozent. Der Gemeinderat hat aber noch nicht darüber entschieden.

Während in Schönau die Eltern bereits gegen die Erhöhung der Kita-Gebühren rebellierten (wir berichteten), wurde dieses Thema nun auch im Zeller Gemeinderat vorgebracht. Hauptamtsleiter Peter Lepkojis versuchte, dabei mit Fingerspitzengefühl und Verständnis für die Situation junger Familien zu agieren. Und er machte auf die Sondersituation von Zell aufmerksam: „Wir verlangen nur elf Beitragsmonate, alle anderen Gemeinden verlangen zwölf.“ Auch gehöre Zell zu den wenigen Gemeinden, die zum 1. Januar die Gebühr kalkulieren und für alle Einrichtungen eine einheitliche Gebühr berechnen.

 

So viel müssen Eltern künftig zahlen

In der Tabelle wurde dann die deutliche Steigerung von rund zehn Prozent ersichtlich: Für ein Kind in der Ganztagsgruppe zahlen Eltern künftig 448 Euro im Monat, bisher waren es 415. Ist ein zweites Kind der Familie in der gleichen Gruppe, wird für dieses 279 Euro berechnet (bisher 245 Euro). Für ein Kind, das die verlängerten Öffnungszeiten nutzt, zahlen die Eltern 193 Euro (bisher 175 Euro). Das Essengeld hierbei beträgt zudem 120 Euro (bisher 110 Euro). Für eine Halbtagsbetreuung werden 153 Euro berechnet (bisher 138 Euro). Für ein Krippenkind berechnet die Stadt ab Januar 535 Euro (bisher 495 Euro).

Damit werde die Vorgabe der mindestens 20-prozentigen Gebührenfinanzierung der Kindergartenbeiträge erreicht. Mit der Gebührensteigerung könne die Stadt 1,45 Millionen Euro Einnahmen generieren, das seien 114 000 Euro mehr als im Vorjahr. Im Gegenzug steigen aber auch die Kosten für die Zeller Betreuungseinrichtungen. Diese liegen mit 3,58 Millionen Euro um 700 000 Euro höher als im Vorjahr, machte Lepkojis deutlich.

Gebühren nicht überstrapazieren

„Kindergartengebühren sind ein einschneidendes Thema für junge Familien – auf der anderen Seite versuchen wir uns als Kommune in einem Rahmen zu bewegen, ohne die Gebühren über zu strapazieren“, sagte der Hauptamtsleiter.

Der Gemeinderat werde in seiner Sitzung am 15. Dezember über die Gebühren beschließen. Zunächst werden die Ortschaftsräte sowie die Elternbeiräte beteiligt.

Lepkojis erläuterte zudem das „Zeller Kindertagespflegemodell“. Hier ginge es darum, wie viele Plätze bei Tagesmüttern die Stadt bezuschusst.

Vor Jahren seien vom Gemeinderat mal sieben Plätze beschlossen worden, diese seien jedoch regelmäßig überschritten worden. In Spitzenzeiten wurden mehr als 30 Plätze genutzt. Als Orientierung sehe die Verwaltung nun eine Zahl von betreuten Kindern von 15 bis 20 Kindern als aktuell bedarfsorientiert. Mit einem Zuschuss von 1,60 Euro je Betreuungsstunde bewegt sich die Stadt Zell im Mittelfeld der Gemeinden.

Tagesmütter sind keine Konkurrenz

Die Modelle ergänzen sich gegenseitig, aber wir müssen es beobachten, damit man sich nicht in die Quere kommt“, erläutert Lepkojis. Auch der neue Kindergarten-Campus fülle sich gerade immer mehr.