Für Trinkwasser müssen die Bürger bald tiefer in die Tasche greifen. Foto: Com77380/Pixabay

Die Stadt will die Trinkwassergebühren ab 2026 von 2,57 Euro pro Kubikmeter auf 2,78 Euro anheben. Der Gemeinderat muss noch zustimmen.

In der Kaverne Schädelberg sollen in den kommenden beiden Jahren zwei Wasserkammern für rund 1,4 Millionen Euro saniert werden. Geplant ist auch ein kontinuierlicher Ausbau des Rohrnetzes, wofür im kommenden Jahr 1,6 Millionen Euro vorgesehen sind.

 

Zu rechnen ist außerdem mit Preissteigerungen, vor allem für Baumaterialien sowie für Arbeiten im Tief- und im Rohrleitungsbau. Da die gebührenfähigen Kosten im Jahr 2026 voraussichtlich um 306 000 Euro höher ausfallen werden als 2025, will die Stadtverwaltung die Trinkwassergebühren ab 2026 erhöhen.

Dem stimmte der Ausschuss für Umwelt und Technik (AUT) mit großer Mehrheit zu. Für die Trinkwasserversorgung in Lörrach sind die Stadtwerke zuständig, über deren Finanzen der AUT ebenfalls beriet (Wir berichten noch). Die Abwassergebühren, die alle zwei Jahre neu berechnet werden, bleiben im Jahr 2026 stabil bei 1,66 Euro pro Kubikmeter Schmutzwasser und bei 0,72 Euro pro Quadratmeter versiegelter Fläche für das Regenwasser. Im Jahr 2027 stehe vielleicht eine moderate Erhöhung ins Haus, sagte Frank Beuschel, Leiter des Eigenbetriebs Abwasser.

AUT genehmigt Wirtschaftsplan

Der AUT genehmigte den Wirtschaftsplan 2026 für den Eigenbetrieb Abwasser einstimmig. Er ist kostendeckend kalkuliert: den geplanten Ausgaben von gut 9,1 Millionen Euro stehen Erträge in gleicher Höhe gegenüber. Das sind im Wesentlichen die Schmutz- und die Regenwassergebühren.

Schon das Jahr 2024 hatte der Eigenbetrieb mit ausgeglichenem Ergebnis abgeschlossen. Auch im Jahr 2026 will der Eigenbetrieb in sein Kanalnetz investieren. Als Schwerpunkte sind Kanalsanierungen in Brombach und Stetten geplant. In der Teichstraße und im Hauinger Friedhofsweg sollen die Kanäle erneuert werden. Andere Maßnahmen müssen vorbereitet werden, etwa der Neubau eines Regenklärbeckens im Entenbad.

Für eine moderate Erhöhung

Thomas Hengelage (Die Grünen) äußerte sich skeptisch, ob der Eigenbetrieb bei seinem großen Budget von neun Millionen Euro das Jahr 2026 tatsächlich kostendeckend abschließen könne. Er empfahl, die Abwassergebühren ab 2027 moderat zu erhöhen, zumal es schon heute schwerfalle, Kredite zu vermeiden und Rücklagen zu bilden.

Hengelage stellte außerdem fest, dass von 16 Vollzeitstellen laut Sitzungsunterlagen zwei unbesetzt seien. „Können Sie so alle Vorhaben durchführen?“, fragte er. Bernhard Escher (CDU) lobte das ausgeglichene Ergebnis von 2024. Christiane Cyperrek (SPD) wollte wissen, ob bei der Kanalsanierung in Stetten auch die Köchlinhäuser einbezogen werden. Außerdem empfahl sie, gleichzeitig Rohre für Fernwärme zu verlegen.

Budget ist ambitioniert

Das Budget von neun Millionen Euro sei ambitioniert, räumte Beuschel ein und stellte eine moderate Gebührenerhöhung für 2027 in Aussicht. Der Eigenbetrieb sei angehalten, kostendeckend zu arbeiten, aber es sollten keine großen Beträge angespart werden, sagte er. Der Betriebsleiter räumte ein, dass wegen Personalmangels nicht alle geplanten Vorhaben umgesetzt werden können. Sorgen bereitete ihm auch, dass Spezialfirmen, die Kanäle untersuchen und reinigen, schwer zu bekommen sind.

Auch bei den Köchlinhäusern würden die Kanäle saniert, informierte Beuschel. Wegen Verlegung von Fernwärmeleitungen sei man mit der Firma Stadtenergie im Gespräch. Allerdings werde die Straße für die Kanalsanierung nur punktuell aufgerissen.