Die Kinderbetreuung in Calw soll ab September mehr kosten (Symbolfoto). Foto: Kzenon - stock.adobe.com

Stimmt der Gemeinderat an diesem Donnerstag zu, steigen die Gebühren für die Kinderbetreuung in Calw ab 1. September um bis zu 44,55 Euro pro Monat.

Geht es um die Kindergartengebühren in Calw, fühlt sich wohl nicht nur Oberbürgermeister Florian Kling an den Schwarz-weiß-Klassiker „Dinner for One“ mit Butler James erinnert: „The same procedure as every year“, dasselbe wie jedes Jahr, meinte Kling entsprechend.

 

Denn wieder einmal ging es im Bildungsausschuss der Stadt um eine Erhöhung der Betreuungsgebühren.

Die geringste Steigerung liegt dabei bei 15 Euro pro Monat (bei Kindern ab drei Jahren, 30 Stunden Betreuung), die höchste bei 44,55 Euro (bei Kindern unter drei Jahren, 45 Stunden Betreuung).

105,50 Euro für den günstigsten Platz

Die Betreuungsgebühr rangiert nun ab dem 1. September pro Kind und Monat – sofern der Gemeinderat an diesem Donnerstag zustimmt – von mindestens 105,50 Euro bis höchstens 645,98 Euro pro Kind und Monat.

105,50 Euro werden für den günstigsten Platz fällig (Kinder ab drei Jahren, 30 Stunden Betreuung), sofern eine Familie insgesamt vier oder mehr Kinder jünger als 18 Jahre hat und in der niedrigsten Einkommensklasse liegt (bis 25 000 Euro zu versteuerndes Jahreseinkommen).

Calw staffelt die Gebühren

645,98 Euro muss bezahlen, wer nur ein Kind unter 18 Jahren hat, über ein zu versteuerndes Jahreseinkommen von mehr als 65 000 Euro verfügt und für sein Kind unter drei Jahren 45 Stunden Betreuung in Anspruch nimmt – der teuerste Platz.

Die Stadt Calw staffelt die Gebühren für die Kinderbetreuung sowohl nach Kinderanzahl als auch nach Einkommen, ausgehend von einem sogenannten Mutterbetrag. Letzterer wiederum errechnet sich aus den Landesrichtsätzen für die 30-Stunden-Betreuung der Kinder ab drei Jahren.

Auf Empfehlung der Kirchen und Kommunalen Landesverbände wird dieser Mutterbetrag einmal pro Jahr angepasst, diesmal um 7,3 Prozent.

Dass dies regelmäßig geschehe, so der Oberbürgermeister, sei wichtig, damit Einnahmen und Ausgaben nicht immer weiter auseinanderdrifteten. Neben allgemeiner Kostensteigerungen verteuern auch Tariferhöhungen die Betreuung.

Rund 170 000 Euro mehr Einnahmen

Auf Empfehlung der „AG Gebühren“ soll überdies erstmals der Multiplikationsfaktor für die 30-Stunden-Betreuung der Kinder jünger als drei Jahre angehoben werden. Die Gebühr für die 30-Stunden-Betreuung der Kinder ab drei Jahren wird zur Berechnung künftig voraussichtlich um das 1,6-fache statt wie bisher um das 1,55-fache erhöht.

Der Höchstbetrag für die Betreuung eines Kindes unter drei Jahren liege mit 348 Euro aber trotz der Veränderung noch immer deutlich unter den Empfehlungen der Kirchen und der Kommunalen Landesverbände; diese schlagen einen Elternbeitrag von 514 Euro vor.

Durch die Anpassung der Gebühren nimmt die Stadt Calw rund 170 000 Euro mehr im Jahr ein.