Auf die Kläranlagen in Bösingen (Bild) und Herrenzimmern kommen Veränderungen zu. Foto: Weisser

Gebühren: Schmutzwasser und Wasserzins erhöht / 100 Prozent Kostendeckungsgrad

Die Aussage der Bösinger Gemeindeverwaltung, die Bürger sparten Geld, wenn die Schmutzwassergebühr und der Wasserzins im nächsten Jahr erhöht werden, klingt im ersten Moment paradox.

Bösingen (kw). Doch längerfristig gesehen dürfte die Feststellung von Bürgermeister Johannes Blepp durchaus zutreffend und nicht widersprüchlich sein.

Die Argumentation der Verwaltung: In den kommenden Jahren komme die Zusammenlegung der Kläranlagen. Diese Strukturmaßnahme verursache voraussichtliche Kosten von 12,5 Millionen Euro. Die Höhe der staatlichen Zuschüsse hänge indessen vom Kostendeckungsgrad der Einrichtungen ab. Je höher dieser sei, umso höher falle die Förderung aus – und umso weniger müssten die Bürger letztendlich zur Refinanzierung des Projekts beitragen. Der Aufwand für diese Maßnahme fließe nämlich in die Gebührenkalkulation mit ein.

20 Cent und 15 Cent

Diese Rechnung überzeugte den Gemeinderat. Die Schmutzwassergebühr wird ab 2022 von 3,30 Euro auf 3,50 Euro pro Kubikmeter angehoben. Damit liege man nahe bei einer vollständigen Abdeckung der Kosten und könnte mit einem Maximalzuschuss von 80 Prozent rechnen, trug Kämmerer Matthias Jetter vor.

Die Gebühr für das Niederschlagswasser (20 Cent pro Quadratmeter) bleibt dagegen unverändert.

Für die Wassergebühren gälten hinsichtlich des Zuschusses dieselben Vorgaben wie beim Abwasser. Bei beiden Gebührenhaushalten sollte ein Kostendeckungsgrad von annähernd 100 Prozent erreicht werden. Das Gremium stimmte einer Erhöhung um 15 Cent von 2,25 Euro auf 2,40 Euro zu.

Steuererhöhungen seien nicht vorgesehen.