Wasserpreise und Wasserverbrauch waren Thema im Gemeinderat. (Symbolbild) Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dp

Die Wassergebühren für das Jahr 2026 waren Thema im Wildberger Gemeinderat. Was es jetzt kostet, wie viel der Eigenbetrieb an die Stadt abführt und wie viel die Wildberger verbrauchen.

Was kostet das Wasser in Wildberg im Jahr 2026? Diese Frage stand im Gemeinderat im Raum. Nachdem die Kalkulation der Firma Allevo Kommunalberatung nun vorlag, konnten nun auch die Gebühren festgelegt werden.

 

„Da sind wir eigentlich schnell fertig“, sagte Kämmerer Andreas Bauer. „Wir können die Gebühren konstant halten und die Preise so bestätigen.“

Das bedeutet: Der Kubikmeter Wasser kostet wie bisher 4,55 Euro, plus sieben Prozent Mehrwertsteuer. Die Grundgebühren liegen zwischen 4,11 Euro im Monat bei einem Durchfluss von vier Kubikmetern pro Stunde durch den Wasserzähler und 102,83 Euro im Monat bei 100 Kubikmetern.

Jeder Wildberger verbraucht rund 111 Liter Wasser am Tag

Das bedeutet: Im Schnitt verbrauchte 2025 jeder Wildberger 111 Liter Wasser am Tag. Das Frischwasser kostet rund 50 Cent, dazu kommen rund vier Cent Mehrwertsteuer. Der durchschnittliche Wildberger zahlt pro Tag also 54 Cent für sein Frischwasser, plus Grundgebühr. Zum Vergleich: Eine handelsübliche Badewanne fasst rund 180 Liter.

Die Ablesung wird durch die Umstellung auf digitale Zähler zunehmend automatisch. Im vergangenen Jahr wurden von rund 3500 Zählern bereits 670 ausgetauscht, wusste Wassermeister Christoph Lochner zu berichten.

In der Kalkulation enthalten ist auch eine Konzessionsabgabe in Höhe von rund 216 000 Euro. Bauer erklärte in der Sitzung noch einmal, was darunter zu verstehen ist. Der Eigenbetrieb Frischwasser wirtschaftet unabhängig vom Kernhaushalt der Stadt. Allerdings zahlt er „Gebühren“ oder ein „Entgelt“ dafür, dass er städtischen Besitz nutzen darf – etwa die Straßen.

„Wir bekommen als Stadt zum Beispiel auch eine Konzessionsabgabe von der Netze BW, dass die Stromleitungen bei uns in den Straßen haben dürfen“, erläuterte Bauer.

Die Konzessionsabgabe hatte vor etwas mehr als einem Jahr für Unmut in der Bevölkerung gesorgt. Der Preis war damals angehoben worden, dazu kam eine geänderte Abschlagszahlungszeitpunkt. In der Diskussion über die Wasserpreise war auch die Konzessionsabgabe in die Kritik geraten.

Ostertag und Dittus froh über konstanten Wasserpreis

Gerhard Ostertag von der CDU freute sich darüber, dass es keine weitere Erhöhung für 2026 gibt. Und Rolf Dittus (Freie Wähler) erklärte: „Wir sind froh, dass die Kalkulation dieses Ergebnis ergeben hat, dass wir den Wasserpreis halten können.“ Er sprach sich für die Konzessionsabgabe aus, „denn das ist ein wesentlicher Posten in unserem Ergebnishaushalt.“ Angesichts der angespannten finanziellen Lage sollte darauf auch nicht verzichtet werden.

Anders sah das sein Fraktionskollege Edwin Bäuerle. Für ihn komme die Konzessionsabgabe „nicht in Frage“. Jeder brauche Wasser und die „Gewinnerzielungsabsicht muss von meiner Seite aus wieder weg“, argumentierte er.

Dem widersprach David Mogler von der SPD. „bei diesen Aussagen, dass jeder Wasser braucht, das ist klar, deshalb ist es auch unsere Aufgabe, dafür zu sorgen.“ Das bedeute unter anderem Investitionen in redundante Systeme und in den Katastrophenschutz. Er sprach sich ebenfalls für die Konzessionsabgabe aus.

Regina Schröder von den Grünen erklärte, dass der Eigenbetrieb wirtschaftlich arbeiten müsse. Auch wies sie darauf hin, dass der Wasserverbrauch sank, als die Preise auf 2025 hin stiegen. „Es ist jetzt erfreulich, dass wir es gleich lassen können“, sagte sie. Der Verbrauch fiel von rund 114 Liter auf rund 111 Liter pro Tag und Person.

Bürgermeister Ulrich Bünger erläuterte außerdem, dass im Umkehr der Eigenbetrieb Abwasser Geld aus dem Kernhaushalt erhalte – eben dafür, dass er die Straßen der Stadt entwässert.

Der Kalkulationszeitraum, die Kalkulation an sich und die Abschreibungssätze wurden mit einer Enthaltung angenommen. Die Konzessionsabgabe und die auch aus dieser resultierenden Endpreise beschloss der Gemeinderat mit je einer Gegenstimme.