Eines der Gebäude, für die ein Wertgutachten erstellt wird, ist der alte Kindergarten Weildorf. Foto: Selinka

2030 Von 14 kommunalen Gebäuden will sich die Stadt Haigerloch so schnell wie möglich trennen.

Bekanntlich hatte der Haigerlocher Gemeinderat im Dezember 2025 nach einem durch das Stuttgarter Büro Reschl Stadtentwicklung erstellten Gutachten im Rahmen des „Gebäudekonzepts 2030“ zur Veräußerung von städtischen Liegenschaften den Beschluss gefasst, sich sofort von 17 Gebäuden zu trennen. Untersucht hatte das Fachbüro über zwei Jahre hinweg sogar den Bestand und Zustand von insgesamt 111 städtischen Gebäuden.

 

Jetzt tritt man sozusagen in die nächste Phase des Gebäudeentwicklungskonzeptes ein, wie in einem Gespräch mit Bürgermeister Heiko Lebherz deutlich wird. „Nachdem für die erste Tranche ein konkreter Beschluss des Gemeinderats vorliegt, werden nun durch das Fachbüro Michael Bitzer aus Tailfingen Wertgutachten für die einzelnen Objekte erstellt. Der Auftrag für 14 der 17 möglichen Verkaufsobjekte wurde erteilt“, so Lebherz.

Vom Pfarrhaus bis zur Garage

Bei den Gebäuden, die in nächster Zukunft zum Verkauf angeboten werden, handelt es sich in Bad Imnau um den alten Bauhof in der Quellenstraße und die alte Molke in der Brunnenstraße. In Gruol geht es um den alten Farrenstall/Bauhof in der Schweizerlandstraße und das als Flüchtlingsunterkunft genutzte Gemeindehaus in den Lämmerwiesen. In der Kernstadt sollen die Doppelgarage beim alten Feuerwehrhaus Haigerloch in der Hohenbergstraße, eine Flüchtlingsunterkunft (Oberstadtstraße 5/1), das alte katholische Pfarrhaus an der Schlosssteige und ein Wohngebäude (Unterstadt 44) auf den Markt geworfen werden.

In Hart ist es das Bauhofgebäude im Höfle, in Stetten das Feuerwehrhaus in der Salinenstraße und in Trillfingen das Jugendhaus im Breiteweg, der alte Dreschschuppen am Ende der Obertorstraße und ein von den Jägern und dem Forst genutzter ehemaliger Schuppen oberhalb des Fischerhäusles im Karlstal.

In Weildorf sucht man einen Käufer

In Weildorf sucht man einen potenziellen Käufer für den alten Kindergarten in der Kirchgasse. An einigen der aufgelisteten Objekte haben bereits Privatpersonen als auch Vereine ihr Interesse bekundet, wie Bürgermeister Lebherz bestätigt.

Die örtlichen Vereine und Organisationen, so betont Lebherz weiter, sollen bei einem möglichen Verkauf und der Unterzeichnung eines notariellen Vertrages ein Vorrecht bekommen, wenn sie sich dafür bewerben: „Sofern von dort aus aber kein Interesse an einem Gebäude besteht, wird es öffentlich zum Verkauf ausgeschrieben und angeboten.“ Mit der Abgabe eines Preisangebots auf der Grundlage des Wertgutachtens sei es aber auch verpflichtend der Stadt ein Konzept zur künftigen Nutzung vorzulegen.

Verkäufe nutzen Stadtkasse

Damit wolle die Stadt sicherstellen, dass eine vorgesehene Nutzung im Sinne der Stadt und ihrer Gremien ist, so der Bürgermeister. In den letzten Monaten wurden bereits das Backhaus in Hart an den dortigen Narrenverein und die Wendelinskapelle in Trillfingen an einen extra für deren Sanierung und Erhalt gegründeten Förderverein übergeben.

Aus dem Verkauf der angebotenen Gebäude erwartet die Stadt Verbesserungen ihrer angespannten Kassenlage. Einerseits würden die Gebäudeverkäufe dem städtischen Haushalt Einnahmen bescheren; andererseits würden Kosten zur Bewirtschaftungs- und Unterhaltung und Investitionen für notwendig werdende Sanierungen für die meist älteren Liegenschaften wegfallen.

Liegt ein Kaufangebot mit dem zudem geforderten Nutzungskonzept vor, geht dieses zunächst in den jeweiligen Ortschaftsrat. Stimmt dieser einem Verkauf zu, entscheidet letztlich der Gemeinderat.