Das Wasserreservoir in Bad Imnau und die daran angeschlossenen Haushalte werden seit Montag vom Hochbehälter aus Felldorf versorgt. Foto: Gunar Haid

Am Montag sank in Bad Imnau und Trillfingen die Härte des Wassers von 15,1 auf 8,2 Grad deutscher Wasserhärte. Während es nun weicheres Wasser mit gewissen Vorteilen gibt, müssen Verbraucher etwa bestimmte Maschinen neu einstellen.

Durch den Anschluss an die Kleine-Kinzig-Wasserversorgung durch die Nordstetter Wasserversorgung konnte die Wasserhärte vorübergehend auf 15,1 Grad deutscher Wasserhärte (dH) gesenkt werden. Nun reduzierte sich diese weiter auf bis zu 8,2 Grad dH. Bad Imnau verfügt eigentlich über 80 Prozent eigenes Quellwasser durch eine Pumpstation in den Bauernwiesen, jedoch mit einer Härte von 24 Grad dH. Nun wird diese und das Reservoir durch den Hochbehälter aus Felldorf mit weicherem Wasser beliefert.

 

Möglich wurde das dadurch, dass die in die Jahre gekommenen Pumpen und Anlagen des zentralen Wasserwerks im Neckartal durch eine neue, dem aktuellsten Stand der Technik entsprechende Aufbereitungsanlage samt energieeffizienten Pumpensysteme ersetzt wurde, so die Nordstetter Wasserversorgung. Außerdem wurde eine Enthärtungsanlage installiert, die am 4. November in Betrieb ging, so dass durch die Verbandsgemeinden künftig weicheres Wasser in die angeschlossenen Haushalte geliefert werden kann.

Chlorgeruch bis zu drei Monate

Für die Verbraucher bedeutet die Modernisierung, dass eventuell vorhandene private Enthärtungsanlagen neu einzustellen sind beziehungsweise außer Betrieb genommen werden können. Es ist laut Gemeindeverwaltung sinnvoll, einen Fachbetrieb hinzuzuziehen. Auch die Einstellungen einzelner Geräte – etwa Wasch- und Spülmaschinen – seien anzupassen. Durch die Reduktion der Wasserhärte werde sich der Verbrauch an Wasch- und Spülmittel verringern.

Insgesamt investierte die Nordstetter Wasserversorgungsgruppe laut einer Mitteilung in dieses Großprojekt rund 5,5 Millionen Euro, knapp die Hälfte hiervon wird aus Landesmitteln bezuschusst.

Nach der Umstellung kann bis zu drei Monaten bei der Reduktion von Biofilmen durch die Abbaureaktionen von organischem Material zunächst noch Chlorgeruch entstehen, der innerhalb kurzer Zeit wieder verschwindet. Durch Spülen oder verstärkte Nutzung der betroffenen Entnahmestelle könne dies beschleunigt werden. Verbraucher sollen auch Wasserfilter kontrollieren, wenn diese in der Küche oder am Wassereingang direkt nach dem Wasserzähler installiert sind. Bei Fragen kann ein Sanitärinstallateur behilflich sein.

Bewohner sollen ihre Wasserfilter kontrollieren

In Einzelfällen kann es laut der Wasserversorgungsgruppe nach der Umstellung ab dem 4. November auch vorkommen, dass sich durch die geänderte Wasserzusammensetzung kleinere Eintrübungen im Wasser ergeben, die jedoch keinerlei Beeinträchtigung der Wasserqualität darstellen. Die Nutzung des Wassers als Trinkwasser sei unbedenklich.

Der Zweckverband Nordstetter Wasserversorgungsgruppe führt seit Ende 2022 Modernisierungsmaßnahmen im Wasserwerk Egelstal in Mühlen durch. Von dort werden fast 15 000 Einwohner in der Region mit Wasser versorgt, darunter auch im Haigerlocher Stadtgebiet sowie in den Ortsteilen Bad Imnau und Trillfingen. Ebenfalls im Einzugsgebiet sind die Horber Stadtteile Ahldorf, Betra mit Neckarhausen, Dettensee, Isenburg, Mühringen und Nordstetten, Empfingen mit Wiesenstetten und Dommelsberg sowie in Starzach die Orte Bierlingen und Felldorf mit Neuhaus.

Kontakt

Bei Fragen
können sich Verbraucher an den Zweckverband Nordstetter Wasserversorgungsgruppe wenden. Das Wasserwerk ist werktags von 8.30 bis 12.30 Uhr und 13 bis 16.30 Uhr telefonisch unter der Telefonnummer 07451/22 80 erreichbar.