Zu ihrem 50-jährigen Bestehen präsentieren sich die Obereschacher Gayser-Gilde zusammen mit den Gayser-Musikanten und ihrem Knochenwagen vor ihrem Vereinsheim in der Alten Schule Foto:  

Die Gayser-Gilde will am Samstag, 31. Januar und am Sonntag, 1. Februar, ihr 50-jähriges Vereinsbestehen mit zwei zünftigen Umzügen groß feiern.

Fastnacht in der heutigen Art und Weise ist aus früherer Zeit in Obereschach nicht nachgewiesen und wurde als Mangel empfunden.

 

1975 schlug dann die Geburtsstunde der Gayser-Gilde, als sich zehn junge Frauen und Männer zur Fastnachtszeit zusammensetzten und spontan beschlossen, dem Fasnetgoascht in Obereschach auf die Sprünge zu helfen.

Auch innerhalb der Dorfgemeinschaft sollte der Spaß und die Freude an der Narretei lebendig werden. Was also war jetzt zu tun? So wurde nach einem Namen gesucht, auf dem Reißbrett ein Häs entworfen und mit einem Schemenschnitzer Verbindung aufgenommen.

Der Name

Den Namen des zu gründenden Vereins wurde dem während der Johanniterherrschaft ortsansässigen Gaishofs entnommen. Da während der Johanniterherrschaft infolge der hohen Abgaben im Ort große Armut herrschte, sollte die Scheme grimmig aussehen und zusammen mit dem schwarzen Häs auch an die Austreibung des Winters erinnern.

Der sauber abgenagte Knochen, das Erkennungszeichen der Gayser-Gilde, sollte als Symbol für die karge und harte Winterzeit stehen, in welcher die Bauern in der damaligen Zeit nichts mehr zu essen hatten. Dieses Häs wurde an der Fasnet 1976 zum ersten Mal vorgestellt und fand unter der Bevölkerung – hauptsächlich unter den jüngeren Dorfbewohnern – regen Zuspruch.

Erste Umzüge

Die Gayser-Gilde nahm dann im gleichen Jahr erstmals an den Umzügen in Schwenningen und in Villingen teil. In dieser Zeit wurden auch die ersten eigenen Veranstaltungen vorbereitet und organisiert und 1978 der erste Gayser-Ball in der Festhalle abgehalten. Die Resonanz unter der Bevölkerung war riesig.

Noch in dieser Vorbereitungszeit fand dann am 11. November 1979 im Gasthaus „Sonne“ die offizielle Gründungsversammlung mit 37 Gründungsmitgliedern statt. Schnell wuchs die Anzahl der Hästräger auf 40 an, welche verschiedene Narrentreffen in Nah und Fern besuchten.

Zunächst keine Einladungen

Doch bald stellte sich heraus, dass so eine lose Narrenzunft keine Einladungen zu Narrentreffen in der näheren Umgebung erhielt. Es wurde hin und her überlegt, was zu tun sei – Schwarzwälder Narrenvereinigung hieß dann das Zauberwort. Nachdem sich die junge Gilde bei anderen Vereinen schlau gemacht hatte, was für eine Aufnahme in die Vereinigung erforderlich war und mit der Narrenzunft Brigachtal eine Patenzunft gefunden wurde, hofften die Gayser beim Herbstkonvent am 22. Oktober 1983 in Nußbach als Gastzunft in die Vereinigung aufgenommen zu werden.

Doch daraus wurde nichts. Das Häs und das Aussehen der Hästräger entsprachen nicht den Vorstellungen des Präsidiums und der Mitgliedszünfte. Ohne am Häs größere Veränderungen vorgenommen zu haben, wurde die Gayser-Gilde beim Dreikönigstreffen 1984 in Pfaffenweiler als Gastzunft in die Vereinigung aufgenommen.

Die Musikanten

Noch im selben Jahr gründeten die Gilde die Gayser-Musikanten, die 1985 unter der Leitung von Stefan Roth seinen von ihm selbst komponierten Gayser-Marsch präsentieren konnte. Im großen Rahmen feierte die Gilde im Jahre 1987 ihr elfjähriges Bestehen und noch im selben Jahr wurde die Gilde als Vollmitglied in die Schwarzwälder Narrenvereinigung aufgenommen.

1989 ging der langersehnte Wunsch der Gilde nach einem eigenen Vereinsheim in Erfüllung, als Ortsvorsteher Willi Zimmermann dem damaligen Vorstand die Schlüssel für das Untergeschoss des Vereinshauses Alte Schule überreichen konnte.

Die Feste

Groß gefeiert wurde das 25-jährige Vereinsbestehen 2001 und das 33-jährige Vereinsbestehen 2009. Klein, aber fein feierte die Gilde das 30-jährige Bestehen der Gayser-Musikanten 2014 und das 40-jährige Bestehen 2016.

Die Fasnet im Ort

Seit Bestehen des Vereins findet am Schmotzigen Dunschtig im Ort die Schülerbefreiung, die Knochensuche und die Rathausstürmung, am Fasnet-Mentig von 1981 bis 2002 ein Umzug der Vereine und ab 2003 der Rum-und Num-Umzug entweder in Obereschach oder Weilersbach, am Fasnet-Zischtig die Verhaftung der Zunftmeister, die Schlüsselrückgabe und das Knochenverbrennen statt.

Seit Bestehen der Gilde, welche von Anfang an vollständig in die örtliche Vereinsgemeinschaft integriert ist, erfreut sich diese einer immer größer werdenden Beliebtheit. So ist die Anzahl der Hästräger auf inzwischen 375 angestiegen, in diesem Jahr wieder um 14 Mitglieder.

Das Jubiläumsprogramm

Am Freitag, 30. Januar, starten die Jubiläumsfeierlichkeiten mit einem Jubiläumsball für geladene Vereine in der Festhalle. Am Samstag, 31. Januar, findet ab 16 Uhr der große Dämmerungsumzug mit rund 1200 Hästrägern aus 24 Zünften, die sich vom Altweg durch die Ortsmitte über die Neuhauser Straße zur Festhalle schlängeln werden, statt. Anschließend ist Dorffasnet in der Festhalle, Festzelten, Schirmbars und Besenwirtschaften.

Das Sonntagsprogramm, 1. Februar, beginnt um 10.30 Uhr mit einer Kindernarrenmesse vor dem Kinderumzug mit rund 500 Kindern aus 18 Zünften und anschließender Kinderfasnet in der Festhalle.