Ein bisschen Spott darf sein. Die Gesangsgruppe „Notlösung“ widmete sich beim Jahresrückblick dem Gauselfinger Rathaus. Foto: Hubert Pfister Foto:  

Vergnügliche Einlagen begleiteten die Bilanz von Gauselfingens Ortsvorsteherin Silvia Roos. Und die Zukunft scheint vielversprechend, doch es gibt auch offene Fragen.

Rund 70 Gauselfinger trafen sich zum Jahresrückblick im Rathaus. Beste und informative Unterhaltung, gute Gespräche und ein Buffet des Ortschaftsrates belohnten den Besuch und das Interesse am kommunalen Geschehen.

 

Die fünf Frauen der Gesangsgruppe „Notlösung“ eröffneten das Treffen mit dem „Gauselfinger Lied“. Ortsvorsteherin Silvia Roos stellte in ihrer Bilanz zunächst pauschal fest, dass im Dorf „viel los war“. Breite mediale Präsenz habe man zum einen durch den „Vorfall in der Schulstraße“ erhalten, als zwei junge Männer und Arbeiter einer Baukolonne aneinandergerieten.

Zum anderen durch eine Vermisstensuche, an der ein Heer von Rettungskräften beteiligt war (wir berichteten jeweils).​

Lieb gewonnener Kulturgarten

​Wichtigster Termin sei der Spatenstich für das neue Bürgerhaus gewesen. Wie es dann mit dem Kulturgarten weitergehe, werde man sehen müssen. Das vormalige Areal des Kindergartens „Rasselbande“ nutzten Vereine in jüngerer Vergangenheit für Proben und Veranstaltungen. Man hat es liebgewonnen und möchte sich nach Inbetriebnahme des Bürgerhauses eigentlich nicht davon trennen. Doch das ist eine Frage der Finanzen.​

Hoffnung für den TSV

Im Ausblick auf das laufende Jahr hob die Ortsvorsteherin das anstehende 70. Jubiläum des Musikvereins hervor. Beim TSV Gauselfingen hat die Vorstandschaft angekündigt, nicht mehr zur Wahl antreten zu wollen. Doch wie es glücklicherweise aussehe, sei jetzt eine Riege junger Leute bereit, die Ämter zu übernehmen.​

Dann gaben die „Putzfrauen“ Christina Dorn-Maichle und Anja Kraus aus Ringingen eine humoristische Einlage. Der „Kigelesdokter“ habe ihr und ihrem Mann dieselben „Kigele“ (Tabletten) verordnet, erzählte die eine. Nun stricke der Gatte seit sieben Tagen und sie müsse sich rasieren!

Das Publikum freute sich an den humoristischen Darbietungen. Doch auch der Rückblick der Ortsvorsteherin erhielt Beifall. Foto: Hubert Pfister

Nachdem Silvia Roos eine Lanze für den Dorf-Förderverein gebrochen hatte – sein Ziel ist es, Projekte wie den Dorfladen, kulturelle Veranstaltungen und das Gemeinschaftsleben zu unterstützen –, trat ein weiteres Mal die „Notlösung“ mit dem Lied „Schädelwai“ auf. Ein Video, zusammengestellt von Mika Entreß, ließ das vergangene Jahr lebendig Revue passieren. Alle Veranstaltungen der Vereine fanden darin Beachtung und ebenso der Umweltaktionstag, Ausstellungen im Rathaus oder die Wacholderheidepflege. Am Ende stellte Silvia Roos zufrieden fest: „So isch unser Dorf.“ Sie dankte allen, die sich für Gauselfingen eingesetzt haben. Das Wichtigste für eine Gemeinde sei der Zusammenhalt, war sie überzeugt.​

Rathaus unter Denkmalschutz

​Den Schlusspunkt setzte die „Notlösung“ mit einem Lied zur Melodie von „Wackelkontakt“, im Original gesungen von Oimara, alias Benedikt „Beni“ Hafner. Die „Notlösung“ frozzelte unter anderem: „Wär i a Immobilie, dann wär i a Rathaus aus den 50ern, i sieh alt aus und riech nach Mief und meine Feaschter hanget schief.“ Eine Anspielung auf den Gauselfinger Verwaltungssitz, der nach dem Bau des Bürgerhauses ausgedient hat, jedoch unter Denkmalschutz steht. Das dürfte einen Verkauf und die Neunutzung erschweren. Auch hier ist die Zukunft ungewiss. „I steh unter Denkmal-, Denkmal-, Denkmalschutz“, lautete der Refrain, den das Publikum mitsang. Anschließend ging es ans Buffet, das der Ortschaftsrat bereitgestellt hatte.