Die Gemeinde versucht noch immer, das leerstehende Gebäude, das früher als Gaststätte genutzt wurde, zu veräußern. Nun sollen ein gesenkter Preis zum gewünschten Ergebnis führen.
Die Gemeinde Gechingen ist noch immer auf der Suche. Auf der Suche nach einem Käufer für das einstige Gasthaus „Rössle“ im Ortskern. Dass sie schwierig wird, dass war der Verwaltung von Anfang an klar. Ob es jetzt klappt, mit einem sehr viel niedrigeren Verkaufspreis und gesenkten Erwartungen an den potenziellen Käufer?
„Die Gemeinde Gechingen verkauft ein charmantes Haus mit Dachterrasse und Doppelgarage in zentraler Lage. Mit rund 240 qm Fläche bietet die Immobilie viele Nutzungsmöglichkeiten“, so steht es in der Anzeige auf dem Portal Immobilienscout24.de. Erst dann wird erwähnt: „Das EG des Hauses wurde früher als Gaststätte genutzt.“
Bereits im vergangenen Jahr hatte die Gemeinde versucht, die Gebäude zu veräußern. Damals lag der Fokus noch auf der bisherigen Nutzung als Gaststätte, und die Verwaltung hoffte auf einen „Käufer aus dem Gastronomiegewerbe“, so hatte es Gechingens Bürgermeister Jens Häußler im November auf eine Anfrage unserer Redaktion hin formuliert. Zwar hatte es Interessenten gegeben, aber offenbar keine konkreten Bewerber.
Immobilie ist für 501.000 Euro ausgeschrieben
Infolgedessen hatte der Gemeinderat noch einmal beraten. Nun ist das „Rössle“ erneut ausgeschrieben. Statt für 750.000 Euro wird es jetzt für 501.000 Euro angeboten. Allerdings, so berichtet Häußler, führt auch das bisher nicht zum gewünschten Erfolg. Es gibt noch keine Interessenten, teilte der Rathaus-Chef Mitte des Monats auf erneute Anfrage hin mit.
Das Gebäude hat eine Gesamtfläche von 331 Quadratmetern, der Gastraum im Erdgeschoss ist 97 Quadratmeter groß. Im Ober- und Dachgeschoss befindet sich eine Wohnung.
Der Zustand des Objekts ist mit „renovierungsbedürftig“ angegeben. Daraus hatte die Gemeinde auch nie ein Geheimnis gemacht. Vielmehr dürfte der Zustand eine Rolle gespielt haben bei der Entscheidung, es zu verkaufen. So hatte der letzte Pächter – Dieter Weinle, der dort bis vor rund zwei Jahren „Dieter’s Alm Rössle“ betrieb – die Schließung seiner Gastronomie damit begründet, dass das Gebäude „marode“ und „seit Jahrzehnten nix gemacht worden ist“.
Einstige Gaststätte fehlt als Treffpunkt im Altort
Doch eine Sanierung kostet Geld, erst recht eine umfassende. Und das Geld ist in Gechingen, wie in vielen anderen Kommunen, knapp. Der Bürgermeister hatte den Verkauf im November damit begründet, dass das „Rössle“ keine „Pflichtaufgabe“ für die Gemeinde ist. Die Kommune braucht ihr Geld indes für die Erfüllung eben jener Pflichtaufgaben.
Um den Verkauf wahrscheinlicher zu machen, ist nun nicht nur der Preis deutlich niedriger als im ersten Anlauf, auch die Erwartungen an potenzielle Käufer sind es. Die Anzeige ist nicht mehr so formuliert, dass die Gemeinde als Käufer vor allem jemanden sucht, der auch die Gaststätte betreiben würde.
Einen Gastronomen zu finden, sei schwierig. „Mit ursächlich dafür ist die Situation in der Gastronomie“, meint Jens Häußler. Und dennoch: „Der Wunsch, einen Betreiber einer Gaststätte zu finden, bleibt natürlich“.
Denn das „Rössle“ als Treffpunkt fehle sehr. „Insbesondere im Altort“, berichtet der Schultes. Gleichzeitig teilt er mit: „Wir sind dankbar, dass wir mit dem Sportheim 1921 [die Eigenschreibweise lautet Neunzehn21, Anm. d. Red.] eine gute Gastronomie haben. Das gilt insbesondere für private Feiern jeglicher Art, für die Vereine und für Menschen, die Essen gehen wollen.“