Das Gebäude des ehemaligen Gasthauses Achterbahn steht seit drei Jahren leer, jetzt wird es abgerissen. Foto: Ingrid Kohler

Die Kegelbahn und das Restaurant Achterbahn werden abgerissen. Es gibt eine sehr konkrete Planung für das Gelände.

Jahrzehntelang war die Gaststätte Achterbahn ein beliebtes Speiselokal und wöchentlicher Treffpunkt für viele Sport- und Freizeitkegelgruppen. Jetzt fiel der Startschuss für die Nachnutzung des Geländes.

 

Seit Anfang Mai wird sie durch das Trossinger Abbruchunternehmen Losardo abgerissen, das Material in unterschiedlichste Container getrennt und abtransportiert.

Geschlossen wurde bereits vor rund drei Jahren, denn damals sollte das Gebäude samt dem knapp 5000 Quadratmeter großen Gelände an einen Investor verkauft werden, der eine Tankstelle und einen Schnellimbiss darauf bauen wollte. Doch daraus wurde nichts, so dass die Stadt Trossingen und die Stadtwerke Trossingen das Gelände je zur Hälfte erworben haben, um dieses sinnvoll zu nutzen.

PV-Anlage ist nun auf dem Bauhofdach montiert

Wie von der städtischen Pressesprecherin Sabine Felker zu erfahren war, hätten die Stadtwerke den Abriss des Gebäudes beauftragt. Die auf dem Gebäude installierte Photovoltaik-Anlage sei abmontiert worden, um auf dem Dach des städtischen Bauhofes wieder installiert zu werden. „Hier benötigten wir relativ viel Strom, beispielsweise in der Schreinerei, bei der Metallbearbeitung, sowie bei Reparatur und Wartung unserer Fahrzeuge“. Das Dach eigne sich sehr gut für die PV-Anlage und „ihre Weiternutzung ist selbstverständlich eine nachhaltige Lösung“.

Die Hälfte des Grundstückes, die den Stadtwerken gehöre, sei langfristig für eine Heizzentrale im Rahmen des geplanten Fernwärmenetzes vorgesehen. Konkrete Planungen gebe es bislang aber nicht.

„Die andere Hälfte wurde an die Tierarztpraxis Ewa Huber und Team verkauft“, die, wie auch die Feuerwehr Trossingen Erweiterungsbedarf habe. Ewa Huber hat das Praxisgebäude in der Heinz-Mecherlein-Straße 8 erst zum 1. April 2022 von ihrem Vorgänger Dr. Volker Heinemann übernommen, der im Jahr 2002 das Gebäude neu erstellt hatte.

Feuerwehrhaus an Kapazitätsgrenze

Dass der Platz im Feuerwehrmagazin schon längst an seine Grenzen gestoßen ist, zeigen die nunmehr schon einige Jahre dauernden Überlegungen und Diskussionen, ob eine Erweiterung möglich ist, oder gar ein Neubau an anderer Stelle notwendig wird. Die ideale Lösung war perfekt, als klar war, dass die Stadt das Grundstück mit Gebäude der Tierarztpraxis erwerben kann.

Im Rahmen der diesjährigen Hauptversammlung der Feuerwehr Trossingen hat Bürgermeisterin Susanne Irion mitgeteilt „dass wir das Grundstück der Tierarztpraxis final kaufen können“. Deshalb seien bereits 700 000 Euro für die Planungskosten des Feuerwehrmagazin-Erweiterungsbaus im Haushaltsplan enthalten. Allerdings wird es noch dauern, bis gebaut werden kann, denn die Stadt hat die derzeitigen Praxisräume zwar erworben, „doch diese können bis zur Fertigstellung des Praxisneubaus auf dem ehemaligen Achterbahn-Gelände weiterhin genutzt werden, so Sabine Felker.

Win-Win-Situation

Es sei jetzt einen echte Win-Win-Situation war von der Stad zu hören: „Frau Dr. Huber kann ihre Praxis erweitern und wir freuen uns, dass Trossingen eine so engagierte Tierärztin hat, die sich mit viel Energie auch in den Tierschutz einbringt.“

Wenn die Tierarztpraxis dann umgezogen sei, bestehe die Möglichkeit, das derzeitige Praxisgelände, das an das Feuerwehrgelände angrenzt, für die nötige Erweiterung zu nutzen. „So öffnen sich gleich mehrere zukunftsfähige Perspektiven.“

Kommandant Nils Obst hatte bereits bei der Versammlung Ende Januar erklärt, dass noch im laufenden Jahr drei Behelfsgaragen gegenüber der Fahrzeughalle errichtet werden für die Mannschaftswagen. Dies sei lediglich eine Übergangslösung, um bis zur Erweiterung allem gerecht zu werden.