Mit dem Kulturcafé im Kesselhaus, über dem seit einigen Tagen auch der neue Restaurantname „Dolce Vita“ steht, haben Nurten und Albert Hadziu nach eigenen Worten ihren Traumort gefunden. Foto: Beatrice Ehrlich

Pizza, Pasta, Fleisch, Fisch und mehr kredenzen die neuen Pächter im Weiler „Kulturcafé“ im Kesselhaus, das seit Ende Juli leer stand. Das stößt auf großes Interesse.

Schon lange hatte das Gastronomenpaar Nurten und Albert Hadziu ein Auge auf das „Kulturcafé“ im Kesselhaus geworfen. Als das letzte Mal eine neuer Pächter gesucht wurde, kamen sie zwei Tage zu spät.Nach etwas mehr als einem Jahr wurde im vergangenen Herbst wieder ein neuer Pächter gesucht. Die Hadzius legten ihr Konzept bei der Weiler Wirtschaftsförderung WWT vor, die das Lokal vermietet. Dieses Mal machten sie das Rennen.

 

Am 15. April war die Eröffnung – nach dem Wunsch der Betreiber zunächst ohne große Ankündigung, um sich erst einmal in Ruhe einzuarbeiten. „Wir wollten klein anfangen, das sollte sich erst herumsprechen“, sagt Albert Hadziu. Dies hat sich bewährt: Die ersten Gäste waren Menschen, die hier wohnen und arbeiten sowie Freunde und Bekannte der beiden. Auch eine Gruppe Künstler hat das Restaurant bereits besucht. Sogar auf einen Abend, an dem das „Dolce Vita“ mit seinen rund 100 Sitzplätzen drinnen und draußen voll besetzt war, können die Hadzius bereits zurückblicken.

Pizza-Partner-Tag“ stößt auf Anklang

Besonderen Zuspruch genießt ihr „Partner-Pizza-Tag“ am Mittwoch, an dem es zwei Pizzen zum Preis von einer gibt. Allerdings gelte dieses Angebot nur für bis zu vier Personen, schränkt der Koch ein. Seit er denken kann, kocht Albert Hadziu italienisch, obwohl er in Makedonien aufgewachsen ist. Dies ist auch an dem Namen des Restaurants „Alberto“ ersichtlich, welches seine Frau Nurten Hadziu und er mehrere Jahre am Tennisplatz im Weiler Stadtteil Otterbach geführt haben. Gesundheitsbedingt zogen sich die Hadzius vor einigen Jahren vom „Alberto“ zurück, dass nun ein Verwandter des Wirts führt.

Neuer Name, neues Glück: das Kulturcafé im Kesselhaus heißt jetzt „Dolce Vita“. Foto: Beatrice Ehrlich

Seit 30 Jahren kocht der Wirt italienisch

Nun gehe es ihm wieder besser, sagt Hadziu. 1995, als 18-Jähriger, kam er nach Düsseldorf, wo er bis 2004 lebte und kochte. Darauf folgten drei Jahre in Würzburg, wo er seine Frau Nurten kennenlernte, die dort großgeworden ist. Seit 2007 wohnen die beiden in Weil am Rhein, ihrer „Wunschheimat“ wie sie sagen.

Die beiden genießen die warmen Sonnenstrahlen, die den ruhigen Hinterhof des Kesselhauses, eines Industriedenkmals aus der Hochblüte der Textilindustrie, in ein helles Licht tauchen. „Die Lage hat uns von Anfang an gefallen“, schwärmen sie. Besonders gut gefällt ihnen, dass das Lokal barrierefrei ist. Die Küche haben sie zuvor ihren Bedürfnissen entsprechend umgebaut und unter anderem mit einem Pizza-Ofen ausgestattet, dazu einige Tische und Stühle zusätzlich angeschafft. Über dem eigentlichen Gastraum gibt es auf einer Art Galerie einen weiteren Raum, den sie künftig vielleicht für Familienfeiern oder ähnliches nutzen wollen.

Vorerst haben sie mit den vorhandenen Plätzen und den Öffnungszeiten von 11.30 bis 14 Uhr am Mittag und 17.30 bis 23 am Abend (Ruhetag: Dienstag) genug zu tun. Die Personalgewinnung sei nicht einfach, sagen die beiden, die sich gezielt auch gleich im Ausland nach Mitarbeitern umsehen.

Personalgewinnung ist nicht einfach

Derzeit kocht Hadziu allein. Ein weiterer Koch soll bald schon zum Team dazustoßen.

Raum für Familienfeiern

Die Familie packt mit an: Hadzius 21-jährige Tochter und der 19-jährige Sohn helfen neben ihrer Ausbildung abends aus.