Gute Nachrichten aus der Niederen Straße in Villingen: Der Kapuzinerhof, der seit Sommer dicht war, eröffnet vor Weihnachten wieder – mit einem bekannten Gesicht.
Für alle Fans der italienischen Küche und für alle, die für die Feiertage noch ein Restaurant suchen, gibt es pünktlich zu Weihnachten eine große Überraschung: In der kommenden Woche sollen die Lichter im Kapuzinerhof wieder angehen und in der Küche abermals Pizza und Pasta zubereitet werden.
Und danach hatte es in den vergangenen Monaten bei Weitem nicht ausgesehen: Nachdem Wirt und Pächter Salvatore Mirenna im Laufe des Jahres aufgrund finanzieller Schwierigkeiten seine Monatsmieten sowie Nebenkosten nicht mehr bezahlen konnte, hatte ihm Kapuziner-Eigentümer Gysbert Velthuizen zum 31. Juli zwangsweise gekündigt.
Und auch wenn der Wirt, der das Kapuziner im Jahr 2017 übernommen hatte, diese nicht akzeptieren wollte, sollte die 500 Quadratmeter große Lokation verkauft oder neuverpachtet werden. Seit Sommer war das beliebte Restaurant folglich geschlossen.
Unverhoffte Einigung
Wie unsere Redaktion in Erfahrung bringen konnte, konnte nun – wohl schneller als gedacht – eine Lösung gefunden werden – und gleichzeitig eine Einigung zwischen Vermieter und Pächter, die im Sommer noch in aussichtsloser Ferne stand.
Wenn das italienische Restaurant also Mitte Dezember Wiedereröffnung feiert, dann ist auch Salvatore Mirenna wieder mit an Bord – und zwar ab sofort mit Unterstützung eines Investors, um künftig nicht als alleiniger Pächter, sondern vielmehr als Geschäftsführer und Wirt im Kapuziner agieren zu können.
Beide, Eigentümer Velthuizen und Wirt Mirenna, sehen die neue Konstellation als Chance, heißt es, durch die sich Mirenna voll und ganz auf seine Stärke und Leidenschaft konzentrieren könne. Velthuizen freue sich, dass die Zukunft des Kapuziner erst einmal gesichert ist.
Große Pläne
Bald schon geht’s also wieder los: Wird man den Fokus zunächst auf das Weihnachtsgeschäft beziehungsweise auf mögliche kurzfristige Weihnachtsfeiern legen, hat der Investor, der nicht genannt werden möchte, zusammen mit Gysbert Velthuizen nach den Feiertagen große Pläne mit dem Kapuziner: Hat das Restaurant schon jetzt einen frischen Anstrich bekommen, ist nämlich langfristig eine komplette Umgestaltung vorgesehen – und auch des gesamten Konzepts.
Nicht nur die Speise- und Weinkarte soll überarbeitet und aufgewertet sowie „alles ein bisschen exklusiver gemacht werden“, künftig sollen im Kapuziner auch ganz neue Events und Formate platziert werden, unter anderem sind Livemusik-Abende geplant. Salvatore Mirenna wird zusammen mit seinem Team derweil für die passende Bewirtung, Verköstigung und Unterhaltung sorgen.
Ausbau Lieferservice
Ebenso soll der Lieferservice und somit der Fuhrpark ausgebaut werden, um die Gäste nicht nur wie bisher in Villingen, sondern auch in der gesamten Region mit italienischen Gerichten beliefern zu können, blicken Eigentümer, Wirt und Investor mit Optimismus und Vorfreude voraus.
Rund um den Kapuzinerhof
Die Historie
Im Jahre 1664 als Kirche errichtet, wurde das historische Gebäude zu Beginn des 19. Jahrhunderts zunächst als Militärhospital genutzt. Nach Aufhebung des Klosters erfuhr das Gebäude eine grundlegende Veränderung und wurde in eine Brauerei mit Gaststätte umgebaut. 1907 kamen Wohnungen in den oberen Etagen hinzu. Eine grundlegende und aufwendige Sanierung und Erweiterung der renommierten Wohn- und Geschäftsadresse in Villingen erfolgte 1988 durch einen Villinger Bürger. Für einige Jahre nutzte danach der Schwarzwälder Bote Teile des Gebäudes, das unter Denkmalschutz steht, als Geschäftsstelle und Redaktion. Im Erdgeschoss wurde ein Restaurant mit Innenhoffläche im Freien geschaffen, das in den vergangenen Jahren stets in italienischer Hand war. Zuletzt hatte es Salvatore Mirenna, Chef des Café Raben, mit seinem Team im Jahr 2017 übernommen.