Die Bildergasse in Villingen hat sich nicht nur als Restaurant, sondern seit Corona auch als Lieferdienst einen Namen gemacht. Das Ehepaar Schrenk möchte nun aber aufhören. Die Betreiber erklären, warum und wie es nun weiter gehen soll.
Als sich Birgit und Wolfgang Schrenk vor bald acht Jahre dazu entschieden hatten, das Restaurant in Villingen zu übernehmen, blühte ihnen nicht, mit welchen Herausforderungen sie es als Gastronomen zu tun haben werden.
„Bis Corona war alles super, danach mussten wir kämpfen und auch Privatvermögen reinstecken“, machen sie deutlich. Als den Restaurants der Betrieb im Rahmen der Pandemie untersagt wurde, war für das achtköpfige Team klar: Wir geben nicht auf.
Stattdessen ist der Bildergasse etwas Erstaunliches gelungen: Die Corona-Krise hat dem etablierten Restaurant in der Niederen Straße zu einem zweiten Standbein verholfen. „Wir haben nun auch einen Premium-Lieferdienst mit durchgehend guten Bewertung“, erzählt Wolfgang Schrenk nicht ohne Stolz.
Lieferdienst hat sich etabliert
Zu Corona-Anfangszeiten habe man sich in der geschlossenen Bildergasse quasi ein Wohnzimmer eingerichtet, bis der Lieferdienst angelaufen war – nun kommt man mit den Bestellungen kaum noch hinterher, wie die Schrenks berichten. „Es ist unglaublich, wie sich das etabliert hat. Wir können gar nicht alles bedienen, weil unsere Kapazitäten begrenzt sind“, so der gebürtige Villinger, dessen Vater das Käsegeschäft Schrenk-Hagmann in der Niederen Straße führte.
Und begrenzt sind auch die Kräfte der beiden 59-Jährigen, wie sie im Gespräch mit unserer Redaktion offen zugeben. Birgit Schrenk sagt unverblümt: „Jetzt merkt man so langsam die Knöchle.“ Das Ehepaar habe immer viel gearbeitet, nun wolle man – solange man noch fit ist – langsam an einen Abschied aus dem aktiven Berufsleben denken und sich anderen Dingen wie den Hobbys und Reisen widmen. „Die Zeit galoppiert“, ergänzt ihr Mann.
Marke Bildergasse soll erhalten bleiben
Für die Bildergasse – vor der Übernahme hieß das Restaurant noch Kostbar – sucht man deshalb einen Nachfolger. Aber nicht irgendeinen. Das Restaurant soll im Sinne der Schrenks weitergeführt werden, die erarbeitete Marke Bildergasse solle erhalten bleiben. Doch das ist gar nicht so einfach, wie die ersten Gespräche mit potenziellen Nachfolgern gezeigt haben.
Wolfgang Schrenk: „Es ist halt viel mehr, als den Laden aufzuschließen und Essen zu verkaufen.“ Auch die menschliche Komponente soll dabei nicht zu kurz kommen. Zwar werden man von einem ausgezeichneten Team um Koch Waldemar Andruhovic unterstützt, welches nach Möglichkeit ebenso wie das Inventar übernommen werden könnte, aber die Gastro-Branche verlange auch den Betreibern immer einiges ab.
Warten, bis der Richtige kommt
„Der Tag geht weit vor dem Öffnungszeiten los, nach dem Schließen muss man sich um das Putzen und die Vorbereitungen für den nächsten Tag kümmern“, erklärt die 59-Jährige. Das Ehepaar möchte nun intensiv in die Suche nach einer Nachfolgelösung für ihr „Schmuckkästchen“ einsteigen und bietet für den Anfangszeit auch eine intensive Einarbeitung an. Huddeln möchte man dabei nicht. „Wir warten, bis der Richtige kommt – und der kommt bestimmt“, sagen sie mit einem Lächeln.