Wer erinnert sich nicht gern an schöne Familienausflüge mit Picknick aus alten Kindertagen? Greifvogelparkbetreiber Stephan Keidel aus Triberg jedenfalls tut es. Er hat auf seinem Gelände deshalb extra Picknickmöglichkeiten geschaffen.
Im dritten Stock des Triberger Greifvogel- und Eulenparks befindet sich ein ausladender Café-Bereich mit Traumausblick auf den Schwarzwald. Durch die große Fensterfront blickt man direkt auf das Tal mit seinen schönen Altbauten. Die Einrichtung ist sehr schlicht und natürlich gehalten: An den Wänden hängen Fotografien der Greifvögel und Eulen aus dem Park. Die Fotografien sind auch im Souvenirshop zu kaufen, und laut Inhaber Stephan Keidel, der gleichzeitig der Hobbyfotograf hinter den Bildern ist, ist die Schleiereule ein richtiger Verkaufsschlager.
Im Café können die Besucher für die Schwarzwald-Atmosphäre eine Schwarzwälder Kirschtorte von einer regionalen Konditorei nebst anderem Gebäck essen. Allgemein achtet Stephan Keidel sehr darauf, alle Lebensmittel aus der Region zu beziehen. Hier finden sich ausgewählte Limonaden, das Würstchen im Brötchen ist auch direkt aus dem Ort. Lediglich das Eis kommt von weiter her: „Bei den Kindern kam das regionale Eis nicht an, die können das auch besser essen am Stiel“, erklärt Keidel.
Der Raum bietet Sitzgelegenheiten für 199 Gäste, sodass man gerade im Winter die Räume auch für Familienfeiern mieten kann.
Der Imbiss ist mittlerweile geschlossen
In den Jahren vor Corona war der Imbiss im Greifvogelpark sehr beliebt. „Davor lief alles über den Imbiss“, berichtet der Inhaber, aber das Kaufverhalten der Kunden habe sich seitdem drastisch verändert. Der Imbiss bleibt jetzt geschlossen, weil es sich einfach nicht mehr rentiert.
Keidel war es auch wichtig, Möglichkeiten zum Picknicken zu schaffen. Er erinnert sich an seine Kindheit mit vielen Picknicken zurück. „Ist doch lustig, man verbringt Zeit miteinander“, findet Keidel. „Ist doch schön, hier kann man die Natur genießen.“ Doch: „Das wird kaum angenommen, ich hab glaub ich, ein- oder zweimal jemanden da sitzen gesehen“, so Stephan Keidel. Zu den Tischen und Bänken gelangt man über einen kurzen Schleichweg. Direkt in der Natur unter Bäumen kann man hier sein mitgebrachtes Vesper verzehren. Dem Besitzer war wichtig, trotz Greifvogelpark möglichst viele Bäume und Natur unberührt stehenzulassen. Auch auf den Wiesen auf dem Gelände ist ein Picknick möglich. Ein echtes Schwarzwälder Picknick haben wir also direkt ausprobiert.
Mit alkoholfreiem Bier, Schwarzwälder Schinken und Bauernbrot und einem romantischen waschechten Picknickkorb im Gepäck ist ein gelungenes Picknick sicher. Dazu hört man immer wieder die Rufe der Vögel.
Essen kaufen oder selbst mitbringen
Dem Inhaber ist egal, ob die Gäste vor Ort essen kaufen oder ihr eigenes mitbringen. Auch die Motivation des Falkners hinter dem Entstehen des Greifvogelparks ist keine kommerzielle. Hauptberuflich ist Stephan Keidel Ingenieur. Der Greifvogel- und Eulenpark ist die große Leidenschaft des gelernten Jägers und Falkners. Man nimmt ihm ab, dass Geldverdienen und auch das Vorführen der Tiere in den Vogelshows nicht sein Hauptanliegen sind.
Wissen soll praxisorientiert vermittelt werden
Vor allem will Keidel den Menschen mehr Wissen über die Tiere näherbringen, und das in der Praxis. Vom gewöhnlichen theoretischen Frontalunterricht in Schulen hält der ehemalige Hamburger nicht viel. „Man kann sich doch an kaum mehr etwas aus dem Bio-Unterricht erinnern“, beschwert sich Keidel. Man wolle Wissen vermitteln, den Menschen den Umgang mit Tieren und die Natur näherbringen. „Das Wissen und Bewusstsein darüber, wie man sich verhält, wenn man einen verletzten Vogel findet ist, kaum mehr vorhanden.“ Es sei wichtig, den Vogel in ein Handtuch zu packen und dann in einen Pappkarton zu setzen. „Auf keinen Fall soll man versuchen das Tier selbst aufzupäppeln, sondern bei uns anrufen“, betont Keidel.