Die Mitteilung, dass die Traditionsgaststätte „Hecht“ schließt, hat zu großer Betroffenheit in der Bevölkerung geführt. Umso größer die Begeisterung, als es hieß: „Es geht weiter“. Inhaber Andrej Zabcic erklärt, was das Team für die nächsten Monate vorbereitet hat.
Es ist Mittagszeit und die Terrasse des „Hechts“ ist gut besucht. Zahlreiche Tische sind besetzt, auf dem Parkplatz stehen mehre Autos und ein wuchtiges Motorrad.
Einige Gäste, die im Schatten der ausladenden Schirme sitzen, sind noch in die Speisekarte vertieft, andere haben schon das kühle Bier vor sich und warten auf das Essen, das Andrej Zabcic frisch in seinem Küchenwagen zubereitet.
Schließung stand im Raum
„Jetzt ist gerade jede Menge los“, sagt er, macht einen Teller fertig und trägt ihn in die Gaststube, wo weitere Gäste sitzen.
Doch dass es so kommt, war nicht absehbar. Im Juli hatten die die Zabcic-Geschwister das Aus des Gaststättenbetriebs verkündet. Ab dem 1. September wären dann nur noch die Zimmer des Gasthofes vermietet worden.
Ein Einzelbetrieb
Doch dann der Lichtblick: „Wir haben uns auf die Suche nach Mittel und Wegen gemacht“, erklärt Zabcic. Und meint damit interne Umstrukturierungen, die es ermöglichen, Gaststätte und Zimmer weiterhin zu managen.
„Ich bin jetzt der alleinige Inhaber“, erklärt er. Seine Schwester Tamara ist nun angestellt. Musste man früher das Geld stets durch drei teilen, sei der „Hecht“ durch die Maßnahme ein Einzelbetrieb.
„Die Leute sind froh“
Bei der Kundschaft ist das jedenfalls gut angekommen. „Eine Frau hat richtige Freudensprünge gemacht, als ich sagte: ‚Es geht weiter.‘“ Jemand anderes habe ihm aus Dankbarkeit, dass die Gaststätte nicht schließt, ein „Startgeld“ von 30 Euro in die Hand gedrückt.
„Die Leute sind so unglaublich froh, dass wir nicht dicht machen müssen“, erklärt Zabcic. Denn mache die Traditionswirtschaft zu, würde es in Sulz langsam still werden.
Oktoberfest mit Stadtkapelle
Um dem vorzubeugen, hat sich das „Hecht“-Team jedoch eine Reihe von Events überlegt, die zum geselligen Beisammensein anregen. „Ende September gibt es ein Oktoberfest mit Festzelt“, erzählt der neue Inhaber.
Dann wird Hax’n und Schweinebraten serviert, die Stadtkapelle spielt, aber auch ein Alleinunterhalt wird für Stimmung bei Weißwürsten und der Maß Bier sorgen.
Wetter war ein Problem
Ende Oktober räumt man dann den Gastraum aus, um an Halloween eine große Tanzfläche samt Barbetrieb zu haben. „So ähnlich wie an der Fasnet“, zieht er einen Vergleich.
Blickt man im „Hecht“ nun zuversichtlich in die Zukunft, macht auch das aktuelle Wetter Hoffnung. Denn einer der Gründe für die drohende Schließung war das extrem schlechte Wetter, das sich massiv auf den Fahrrad- sowie den allgemeinen Tourismus ausgewirkt hatte.
Services und Essen
Durch die momentane Hochwetterlage mit blauem Himmel und Temperaturen um die 30 Grad habe dieser Bereich jedoch wieder angezogen. Allerdings scheinen die Mitarbeiter der Gaststätte nicht die einzigen gewesen zu sein, die unter einer schlechten Anfangssaison zu leiden hatten. „Auch der Friseur hat mir erzählt, dass das Geschäft diesen Sommer nicht so gut ging wie letztes Jahr“, meint Zabcic.
Doch dem schwächelnden Start will das Team auch weiterhin mit seinen Kernkompetenzen begegnen. „Guter Service und gutes Essen“, fasst Zabcic es prägnant zusammen.
Die Qualität im „Hecht“ sei stets auf einem hohen Niveau und im Vergleich zu anderen doch recht günstig, findet der Gastronom.