Bernd und Sandra Kammerer betreiben das beliebte Sulgener Restaurant Unot seit drei Jahrzehnten. Grund genug, um mit sage und schreibe 190 Personen – vor allem langjährige Stammgäste – eine große Sause zu feiern. Zudem wurde zurückgeblickt.
Seit etwa 1800 gibt es das Restaurant bereits. Zunächst noch im gegenüberliegenden Haus. Doch seit dem Bau des Hauses im Jahr 1912 steht die Unot dort, wo sie heute noch ist.
Hermann und Ida Kammerer – die Eltern von Bernd Kammerer – betrieben die Gaststätte von 1955 bis 1978, bevor die Familie Kern den Betrieb bis 1994 als Pächter weiterführte. Anschließend übernahm die Familie das Paradies auf dem Hintersulgen.
Hier kamen nun Bernd und Sandra Kammerer ins Spiel. Bernd Kammerer hatte nach seiner Ausbildung zum Koch im Johanniterbad Rottweil bei verschiedenen Restaurants in Eislingen bei Göppingen, Leonberg und Gerlingen gearbeitet.
Zwei Kinder versorgt
Das Schicksal aber schlug im schweizerischen Arosa zu: „Dort habe ich die Liebe meines Lebens kennengelernt“, sagt er mit Blick auf seine Frau Sandra. Mit ihr ging er anschließend nach Grindelwald und Bräunlingen zum Arbeiten, bevor sie beschlossen: „Wir übernehmen die Unot“.
Aller Anfang war schwer: Neben der Gaststätte mussten auch die beiden damals noch kleinen Kinder Erik und Iris versorgt werden.
Zudem hatte Sandra Kammerer anfangs noch sehr mit der schwäbischen Sprache zu kämpfen, lacht sie.
„Es gab damals mittags noch mehr Tagesessen. Heute gehen die Menschen in Kantinen oder an Kebabstände. Auch die Vereine kamen nach dem Training oder der Probe noch häufiger“, sagt Bernd Kammerer. Seine Frau erkrankte 2015, so dass nicht klar war, ob die beiden die Unot fortführen konnten. Glücklicherweise ging alles gut – und so sind die beiden motiviert wie eh und je. „Wir haben die Arbeit immer gerne gemacht. Das ist absolute Grundvoraussetzung“, sind sich die beiden einig.
Die schwäbisch-gutbürgerliche Küche kommt zweifellos an. Die Zahl der Angebote auf der Speisekarte wurde mittlerweile etwas reduziert, dafür wird noch mehr Wert auf Frische und Qualität gelegt. Immer beliebter werden im übrigen vegetarische Gerichte und alkoholfreie Getränke.
Immer wieder wurde auch umgebaut: Beispielsweise im Jahr 1995, als die Küche und der Thekenbereich erneuert wurden. Vor zwei Jahren kam die neue Terrasse hinzu.
Diese wurde am vergangenen Samstag von den 190 geladenen Gästen reichlich genutzt. Die prominentesten: Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr und der langjährige Getränkelieferant Wolfgang Maser. Bernd Kammerer stand am Grill, während die Kinder Iris und Erik mit Freunden für selbst gemachte Cocktails sorgten.
Hinzu kamen Häppchen, ein Büffet, das keine Wünsche offen ließ sowie Kaffee und Kuchen. Zudem sorgten zwei Duos für die passende Musik.
Das Wirtepaar dankte für die jahrelange Unterstützung der Gäste – insbesondere auch in der überaus schwierigen Corona-Zeit, in der Essen zum Abholen angeboten wurde. Die Gäste dankten es mit vielen Blumen, Geschenken und den besten Glückwünsche – auf noch viele weitere Jahre in der Unot.