Es war ein echtes Wagnis, das Diana Schuler und Oliver Moosmann vor zehn Jahren eingegangen sind.
Seit diesem Zeitpunkt rocken sie nun das „Welschdorf“ in Hinterlehengericht. Längst ist die Kneipe zum absoluten Kult geworden. Ob Ska, Punk oder Reggae, ob Brassmusik, Weihnachtsmarkt, Wandergesellen oder gar der Lumpenball der Schuhu-Hexen: Die Bandbreite im „Welschdorf“ ist enorm. Zudem ist dort das Label Randale Records angesiedelt, das mit dem Metalacker Tennenbronn kooperiert und ganz nebenbei wird auch noch der Mini-Supermarkt „Tante Welschdorf“ umgetrieben.
Das alles haben die beiden Betreiber aus dem Boden gestampft. Grund genug, das Ganze nach dieser zehnjährigen Schaffensphase gemeinsam mit den treuen Stammgästen zu feiern (siehe Info). Diese kommen aus Hinterlehengericht und Schiltach, aber auch aus ganz Deutschland und sogar auch aus der Schweiz oder Frankreich.
Viel Schaffenskraft
Diana Schuler und Oliver Moosmann können also stolz sein auf das Erreichte. Dabei war der Anfang alles andere als einfach. „Bis 2015 waren wir in der Forellenstube im Bernecktal“, erzählt Oliver Moosmann. Doch dann wollten die beiden neue Wege gehen und stießen auf das seit zehn Jahren leer stehen Welschdorf.
Mit viel Schaffenskraft wurde das Gebäude ein Jahr lang umgebaut. Zunächst einmal wurde der „Dschungel“ gelichtet, wo sich heute die neu geschaffene Außenterrasse befindet. Auch einen Wasserschaden im Gastraum bekam man im Griff – und so konnte der Kneipenbetrieb starten.
Längst hat sich der Donnerstag als Öffnungstag etabliert. Es hat sich eine große Gruppe von Stammgästen gebildet. „Wenn einer drei Mal nicht kommt, fragen alle, was mit ihm los ist“, sagt Oliver Moosmann. Es kommen alle, von Jung bis Alt. Der Mittagstisch für die BBS-Belegschaft während Corona ist angesichts des Niedergangs des Unternehmens zwar Geschichte. Aber geboten ist trotzdem immer etwas.
Größen der Szene
Die ganz besondere Würze gibt dem Welschdorf die Konzerte. So fanden bereits Bands aus den USA, Mexiko oder gar Japan den Weg nach Hinterlehengericht. „Da haben beide Seiten geschaut, sowohl die zehn Japaner als auch wir“, erinnert sich Diana Schuler.
Sogar Größen der Szene wie Normahl, Extrabreit oder Charlie Harper gaben bereits Gastspiele.
Die Organisation der Konzerte habe ihren Partner Oliver Moosmann viele Haare gekostet, scherzt Diana Schuler. Ohne gute Nerven geht es dabei nicht. Eine Band meldete sich kurz vor dem geplanten Auftritt, dass sie noch 300 Kilometer vor sich habe und ein Reifen geplatzt sei. „Sie kamen dann um 24 Uhr und sprangen unter großem Hallo auf die Bühne“, sagt Diana Schuler.
Malheur mit dem Strom
Ein ander Mal waren 120 Schlachtplatten fix und fertig angerichtet und mussten nur noch warm gemacht werden. Doch pünktlich zur ersten Bestellung fiel der Strom aus. Schnell wurde der Vater in Marsch gesetzt und er kümmerte sich um den elektrischen Notfall. „Da kamen wir ganz schön ins Schwitzen“, erinnert sich Diana Schuler.
Solche Missgeschicke bleiben am Wochenende hoffentlich aus und einer gebührenden Feier – zu der es übrigens auch eine Jubiläums-CD gibt – steht nichts mehr im Weg.