Bei der Nachricht dürfte wohl so mancher erleichtert aufatmen: der Betrieb im „Goldenen Apfel“ geht weiter. Das Traditionsgasthaus hat einen neuen Wirt.
Noch treibt Wolfgang Rahm die Wirtschaft mit seiner Truppe um. Doch „Jazz in town“ am Mittwoch, 30. April, wird sein letzter Öffnungstag sein. Auch er ist glücklich und erleichtert, dass sich eine Nachfolge gefunden hat. Ebenso Eigentümerin Regina Maier.
Und dass mit dem 24-jährigen Samuel Haftstein sogar ein waschechter Rottweiler die Wirtschaft übernimmt, darüber ist die Freude besonders groß.
„Rottweil ist meine Heimat, ich freue mich sehr, wieder hier und bei meiner Familie zu sein“, sagt er im Gespräch. Noch arbeitet Samuel Haftstein in der „Rebstockstube“ in Denzlingen, wo Gerichte auf Basis der badisch-französischen Küche mit modernen Einflüssen kredenzt werden.
„In Rottweil wird es dann aber natürlich die klassischen Gerichte des ‚Apfels‘ wie Schnitzel, Wurstsalat und Co. geben, aber sicher auch mal Kutteln, Ochsenbäckchen oder andere Schmankerl“, verrät er. Im „Apfel“ werden künftig schwäbische und badische Speisen auf der Karte stehen, plant er. Sein eigenes Lieblingsgericht sind Königsberger Klopse nach dem Rezept seiner Oma. Auch die werden vermutlich ab und an serviert.
Genau das Richtige
Schon seit längerer Zeit habe Samuel Haftstein eine Möglichkeit gesucht, sich selbstständig zu machen. Seine Mutter habe ihn dann auf den „Apfel“ aufmerksam gemacht. „Genau das Richtige. Die Wirtschaft hat die optimale Größe für den Start in die Selbstständigkeit“, freut er sich.
Die Öffnungszeiten sollen anfangs zunächst von Montag bis Freitag bleiben. Den Samstag möchte er für besondere Anlässe, wie kleine Gesellschaften oder Geburtstage anbieten. Geöffnet sein soll überwiegend abends, Samuel Haftstein könnte sich aber auch gut vorstellen, mittags mit einer kleineren Karte an den Start zu gehen. Eine Idee ist auch, die historische Kegelbahn im „Apfel“ wiederzubeleben. Pläne gibt es auch für das benachbarte ehemalige Künstleratelier.
Und auch das bisherige „Apfel“-Team dürfte sich freuen, denn die Minijobber wird Samuel Haftstein in sein Team übernehmen, zudem werden sein Bruder und ein Freund beim Betrieb des Lokals helfen.
Praktikum im Schwarzen Adler
Bereits als Kind habe Samuel Haftstein mit seiner Oma gerne gekocht und Neues ausprobiert. „Doch ich hatte das Kochen damals noch nicht als Berufsziel“, gibt er zu. Vielmehr plante er nach dem Abitur im Informatikbereich tätig zu werden. Doch nach Praktika sei schnell klar gewesen. „Das ist nichts für mich“, so der 24-Jährige. Und so reifte die Idee, sich doch dem Kochen zuzuwenden. Er absolvierte zum Ausprobieren ein Praktikum im Sternerestaurant „Schwarzer Adler“ in Oberbergen am Kaiserstuhl.
„Da hat es Klick gemacht. Das Praktikum hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich mich für die Ausbildung zum Koch entschieden habe“, erzählt Samuel Haftstein im Gespräch. Genau die richtige Entscheidung, denn die Arbeit im Team macht ihm Spaß. Nach der Ausbildung blieb er zunächst in Oberbergen bei Fritz Keller, und übernahm die Leitung des Restaurants „Rebstock“. „Hier konnte ich erste wertvolle Erfahrungen im Führungsbereich sammeln“, sagt er. Im Anschluss zog es ihn in die Schweiz, dann an seine Wirkungsstätte in Denzlingen. Auf Rottweil freut er sich sehr.