Beim Café „Olympia“ gibt es im Sommer erneut einen Pächterwechsel. Der Eigentümer des Gebäudes nahm dies zum Anlass einen Brief an den Ortsvorsteher zu verfassen.
In Oberschopfheim gibt es nur noch wenige Lokale, in denen sich die Menschen treffen können. Ein Lokal nach dem anderen hat in der Ortsmitte geschlossen. Zur Fasent war das Wirtschaftssterben ein allumfassendes Thema. Chöre haben es besungen und Gruppen das Thema für den Fasentsumzug aufgegriffen. In Oberschopfheim schließt das „Olympia“ mit Pächter Thomas Karl im Juni. Zwischen der Übergabe und Neueröffnung sollen nur wenige Tage verstreichen, in denen das „Olympia“ geschlossen wäre, erklärte Ortsvorsteher Michael Jäckle in der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrats. Anlass war für ihn ein Brief des Eigentümers des Gebäudes, in dem der Inhaber das Wirtschaftssterben selbst thematisierte.
Im Grunde sei das Gaststättensterben in Oberschopfheim hausgemacht. Die aussterbende Dorfkultur sei auch auf die zahlreichen vereinseigenen Theken und Lokalitäten zurückzuführen, stellte Jäckle aus dem Brief des Eigentümers fest. Anstatt sich nach einer Vereinssitzung oder einer Trainingseinheit im „Olympia“ zu verabreden, griffen die Vereinsmitglieder gern auf die Angebote ihrer eigenen Vereine zurück. Das wären Einnahmen, die dem jeweiligen Pächter des Olympias fehlten, erklärte Jäckle weiter.
Ortsvorsteher will mit Vereinsmitglieder ins Gespräch gehen
Thomas Karl bestätigt gegenüber der Lahrer Zeitung, dass er nach vier Jahren die Pacht nun abgeben wird. Gesundheitliche Gründe zwingen ihm zu diesem Schritt, aber auch die stark zurückgehende Anzahl von Gästen. Tatsächlich verbuchte er im vergangenen Jahr ein Rekordjahr im „Olympia“. Zurückzuführen sei dies auch auf das Jubiläum der Narrenzunft Stänglihocker. Gemessen an der Einwohnerzahl von mehr als 3100 besuchten nur wenige das „Olympia“. Leider seien die Umsätze nicht so gewesen, dass es sich für den Wirt gelohnt hätte, weiterzumachen. Für sich ziehe er jetzt nach vier Jahren die Reißleine.
Lange soll das „Olympia“ jedoch nicht leer stehen. Ab dem 1. Juli soll ein neue und erfahrene Gaststättenpächterin die kleine Kneipe in Oberschopfheim übernehmen, so Jäckle. Der neue Pächter beabsichtige, das Angebot zu erweitern. Von einem Sonntags- und Mittagstisch sowie von Eisangeboten sei die Rede.
Ortsvorsteher Jäckle wird mit dem Brief des Eigentümers in die kommende Sitzung der Vereinsgemeinschaft gehen und den Sachverhalt erklären. Der Ortsvorsteher von Oberschopfheim will die Vereine darum bitten, sich künftig auch im Café „Olympia“ zu verabreden. „Zu traurig wäre es, wenn die Gaststätte doch komplett schließen würde“, sagte Jäckle abschließend.
Die Gaststätte
Am 1. Mai 1967 wurde das „Olympia“ von Gabi und Werner Schwend in der Ortsmitte eröffnet. 1994 übernahm Tochter Cornelia Vollmer die Regie und Schloss im Sommer 2014. Von 2014 bis 2017 war Ralph Röderer Pächter und vom 1. Januar 2018 bis zur Schließung aufgrund von Corona war Thomas Weckerlin Pächter. Im Mai 2021 hat der Thomas Karl das „Olympia“ wieder eröffnet