Joachim und Kristine Junger waren Stammgäste im Café Krönchen. Jetzt eröffnen sie ihr eigenes Café an dieser Stelle. Foto: Cools

Die Schließung des Café Krönchen am Schuhmarktplatz war ein herber Schlag für die Oberndorfer. Jetzt die gute Nachricht: Es geht weiter – mit neuem Inhaber und neuem Konzept.

Jahrelang war das Café Krönchen in der Oberstadt eine feste Größe, wenn es um gemütliche Treffen oder kleine Veranstaltungen ging. Die überraschende Schließung wurde von vielen bedauert. Umso größer dürfte die Freude darüber sein, dass ein Nachfolger bereits in den Startlöchern steht. Wir haben ihn in Oberndorf getroffen.

 

„Wenn wir das jetzt nicht machen, dann nie“, meint Joachim Junger zur Gelegenheit, ein eigenes Café zu eröffnen. Die Idee, im Ruhestand dann eine kleine Bar oder ein Café zu eröffnen, war schon lange da, erzählt er uns. Weil sich die Gelegenheit aber jetzt schon bietet, wird der Traum eben früher verwirklicht.

Planen ist seine Stärke

Der 56-Jährige und seine Frau Kristine sind vor rund 20 Jahren in die Region gezogen, wohnen in Bergfelden und waren Stammgäste im Café Krönchen. Er war zuletzt als Projektmanager, spezialisiert auf Außenwirtschaftsrecht, in der Industrie tätig. „Planen, organisieren und das Kaufmännische sind meine Stärken“, sagt er.

Sie ist gelernte Hotelfachfrau, hat ihren Gesellenbrief in München gemacht und hat sich zuletzt um drei Pflegekinder mit Handicap gekümmert. Jetzt, wo die Kinder aus dem Gröbsten herausseien, wollten sie sich noch einmal neu orientieren, sagen sie im Gespräch mit unserer Redaktion.

Eröffnung am 14. November

Joachim Junger wird ab 1. Oktober offiziell der Inhaber des Cafés sein, seine Frau Kristine seine Mitarbeiterin. Weiteres Personal suchen die Betreiber noch. Die Eröffnung des Café Curioso, wie es dann heißen wird, ist – nach kleinen Renovierungsarbeiten – am 14. November geplant.

„Wir wollen die Gäste neugierig machen“, übersetzt Junger den italienischen Namen. Im Café soll es immer etwas Neues zu entdecken geben – bei den kleinen Geschenkartikeln, die angeboten werden, aber auch beim Getränkeangebot.

Leidenschaft für Tee und Kaffee

Joachim Junger ist leidenschaftlicher Schwarzteetrinker und hat sein Tee-Set auch auf Reisen dabei, außerdem verreist er mit seiner Frau mit Vorliebe nach Italien und hat ein Faible für Espresso. Deshalb werde der Fokus im Café auf Kaffeespezialitäten liegen.

So soll es beispielsweise zehn verschiedene Espressi geben und besondere Angebote wie den „Latte Macchiato des Monats“. Kaffee bekomme man aus Neapel, den Tee direkt aus England geliefert.

Außerdem wird es Kuchen und Torten geben – ein großer Wunsch der Gäste, wie Junger weiß. Ebenfalls soll im Café Curioso ein „bodenständiges Frühstück“ auf Etageren serviert werden. Warme Speisen werde es nicht geben, jedoch kleine Snacks – und natürlich auch mal ein Weißwurstfrühstück.

Wichtig ist Junger, mit den Gastronomen vor Ort zusammenzuarbeiten. So möchte er etwa Obst und Gemüse vom Händler aus der Oberstadt beziehen.

Montag und Dienstag geschlossen

Das Café wird zunächst bis auf Montag und Dienstag täglich von morgens bis etwa 21 Uhr geöffnet sein. Am Vor- und Nachmittag möchte man Treffpunkt für eine gemütliche Tasse Kaffee sein – „um la dolce vita zu leben“ – am Abend möchten sie Anlaufstelle für jene sein, die gerne noch etwas trinken gehen wollen.

Kleine Veranstaltungen wie Workshops, Lesungen und Musikdarbietungen sind auch angedacht. Das Café Curioso soll zur Begegnungsstätte werden. Der Betrieb müsse sich aber natürlich auch rechnen, zeigt Joachim Junger, dass man wirtschaftlich alles auf gesunde Füße stellen will. „Wir haben viele Ideen, gehen aber nicht blauäugig an die Sache heran“, versichert er.