Ist das „La Bodega“ schon wieder geschlossen? Auf Facebook zumindest wird darüber wild diskutiert. Foto: Cools

Erst zum 1. Mai hatten zwei Cousins „La Bodega“ in Oberndorf übernommen. Jetzt, keine drei Monate später, scheint es wieder geschlossen zu sein. Wie geht es nun weiter?

Am Schuhmarktplatz läuft es aktuell nicht gut: Erst geht im Café Krönchen das Licht aus, jetzt offenbar auch noch im „La Bodega“ auf der gegenüberliegenden Seite, das erst vor Kurzem noch Neueröffnung gefeiert hatte.

 

In einer Oberndorfer Facebook-Gruppe wird das Thema heiß diskutiert. Auf einen Post, in dem ein Bürger am 20. Juli seine Verwunderung über die mutmaßliche Schließung teilt, kommentieren weitere Bürger, wie überrascht sie davon sind. Andere teilen ihr Bedauern mit. „Sehr schade. Mein erster Eindruck war sehr gut“, heißt es etwa.

Übernahme im Mai

Im Mai hatten die Cousins Dennis und Vitalij Weber das Lokal übernommen, als Betreiberin Carola Keller angekündigt hatte, sich zurückziehen zu wollen. Angeboten wurde italienische, deutsche und russische Küche. Auch für den Sommer gab es schon erste Planungen, wie die Cousins uns damals erzählten.

Zu den Gründen für die Schließung wird auf Facebook spekuliert, es habe „interne Differenzen“ gegeben. Kommentare, unter anderem über den offiziellen Facebook-Account des Lokals, legen ein familiäres Zerwürfnis nahe.

Ehemalige Betreiberin klärt auf

Wir fragen bei Carola Keller, der Besitzerin und ehemaligen Betreiberin des „La Bodega“, nach, was passiert ist. Die berichtet uns davon, dass einer der Cousins aufgrund von Differenzen bereits kurz nach der Übernahme ausgestiegen sei.

Dem anderen sei der Gastronomiebetrieb dann über den Kopf gewachsen, erklärt sie. Zum geplanten Verkauf des Lokals sei es nicht mehr gekommen. Keller bedauert, dass es nicht geklappt hat. Sie sei im Mai noch jeden Tag da gewesen, um die neuen Betreiber zu unterstützen, aber letztlich sei der Start einfach unglücklich gewesen, resümiert sie.

Nachfolger in den Startlöchern

An fehlenden Gästen habe es definitiv nicht gelegen. „Die Bodega läuft gut“, weiß sie. Nun ist Carola Keller wieder selbst als Wirtin aktiv und öffnet zumindest für Reservierungen größerer Gruppen. Das soll jedoch nur von kurzer Dauer sein, erklärt sie uns. Ein potenzieller Nachfolger für das Lokal stehe bereits in den Startlöchern.

Auch wenn sie sich nach 15 Jahren als Wirtin der „Bodega“ zurückziehen wolle, um den Ruhestand mit ihrem Lebensgefährten zu genießen, liege ihr das Lokal weiterhin am Herzen, sagt sie und bekennt: „Die Bodega ist mein Leben.“ Die Arbeit dort habe ihr immer großen Spaß gemacht. Sie hofft nun, dass sie diese Freude bald an einen neuen Pächter weitergeben kann.