Familie Gashi, um Selman Gashi (Mitte), seine Tochter Denita und Sohn Leon führen künftig den Oberndorfer „Wasserfall“. Foto: Behrens

Der „Wasserfall“ hat neue Pächter: Familie Gashi führt das Traditionshaus künftig weiter. Nach umfangreicher Renovierung öffnet das Restaurant am 1. September seine Türen.

Der „Gasthof-Hotel Zum Wasserfall“ in Oberndorf hat einen neuen Pächter: Seit Mai führt die Familie Gashi das Traditionshaus an der Lindenstraße – und wagt damit als erste Familie nach der Benedix-Dynastie, die das Haus über vier Generationen hinweg prägte, den Schritt in die Zukunft.

 

Bislang war nur das Hotel geöffnet, das Restaurant blieb wegen umfangreicher Renovierungsarbeiten geschlossen. „Wir haben viel renoviert, auch die sanitären Anlagen. In naher Zukunft werden auch die 60 Hotelzimmer folgen“, erklärt Selman Gashi. Am Montag, 1. September, wird das Restaurant nun offiziell wiedereröffnet – mit einem Sektempfang und Fingerfood ab 17 Uhr.

Ab dann ist wieder Montag bis Donnerstag jeweils 17 bis 21 Uhr, am Sonntag von 12 bis 21 Uhr geöffnet, zwischen 14 und 17 Uhr mit einem speziellen Vesper-Angebot. Freitag und Samstag sind Ruhetage. Die Küche setzt übrigens auf traditionelle deutsche Gerichte.

Tochter wird den „Wasserfall“ führen

Geführt wird der „Wasserfall“ künftig von Denita Gashi, der 22-jährigen Tochter von Selman Gashi. Sie hat ihre Ausbildung als Hotelfachfrau im renommierten Hotel Lauterbad in Freudenstadt absolviert. Nun übernimmt sie ihre erste große Leitung. „Es ist schon eine große Herausforderung, aber ich werde mein Bestes geben“, sagt sie.

Vater Selman Gashi, der bereits das „Delle Rose“ auf dem Lindenhof und das Turnerheim in der Austraße betreibt, ist überzeugt: „Oberndorf braucht Hoteliers und Gastronomen. Der ‚Wasserfall‘ ist ein großes Traditionshaus in Oberndorf, deshalb war es schnell klar, dass wir das übernehmen.“

Dass seine Tochter nun das Steuer übernimmt, freut ihn besonders: „Eigentlich sollte sie auch im ‚Delle Rose‘ arbeiten’, aber sie meinte nur, was sie denn in einer Pizzeria solle. Deshalb haben wir gesagt: Okay, dann den ‚Wasserfall‘. Wenn sie das ernst nimmt, wird es ein Symbol für Oberndorf.“

Trotz des Fachkräftemangels blickt die Familie optimistisch nach vorne. „Der ‚Wasserfall‘ ist ein großes Ding, das trauen sich nicht viele. Aber wir bekommen das gut hin, weil bei uns die ganze Familie mithilft“, sagt Gashi.

Ein Haus mit großer Geschichte

Der „Wasserfall“ an der Lindenstraße ist seit mehr als 150 Jahren ein stadtbildprägendes Gebäude. Die seit 1870 bestehende Wirtschaft wurde 1929 von der Familie Pfister erworben. 1952 übernahm Sohn Otto mit seiner Frau Elfriede den Betrieb, bevor Mitte der 1970er-Jahre der große Umbau erfolgte, der das Gasthaus auf die heutige Größe brachte. 1983 wurde zusätzlich ein Gästehaus eröffnet.

Ab 1985 führte die Tochter Ingrid Benedix mit ihrer Familie den Gasthof. Mit dem Bau des Wintergartens und der Rezeption im Jahr 2001 wurde der „Wasserfall“ weiter modernisiert. Acht Jahre später übernahm Schwiegertochter Susanne Benedix mit ihrem Ehemann Claus den Betrieb und führte ihn in vierter Generation.