Tobias Rehder hinter der Theke, wo er statt des geplanten Jahres an festen Öffnungstagen 15 Monate lang stand, wo er oder sein Helferteam jetzt aber nur noch auf Bestellung Bier zapfen wird. Foto: Hans Schabert

Die Hoffnungen des bisherigen Wirtes und Hauseigentümers Tobias Rehder erfüllten sich noch nicht. Aber die Öffnungszeiten könnten sich wieder ändern, wenn eine Bedingung erfüllt wäre.

Im Januar 2025 wurde in dieser Zeitung unter der Überschrift, „Neuweiler hat jetzt wieder eine Gaststätte“, von der Eröffnung der Sonne-Mond-und-Sterne-Schenke im historischen Bauernhaus in der Ortsmitte von Neuweiler berichtet. Betrieben hat das Lokal seither Hauseigentümer Tobias Rehder.

 

Mit viel Herzblut hat er das in der heutigen Kubatur 2026 genau 300 Jahre alte, in Teilen gar auf das 16. Jahrhundert zurückgehende Gebäude saniert und ist notgedrungen vorübergehend zum Wirt geworden. Potenzielle Pächter sind nach Fertigstellung in der Corona-Zeit abgesprungen.

„Es hat Spaß gemacht und war härter als 30 Jahre Handwerk“, sagt der in den frühen 60ern stehende Ex-Unternehmer, aber „mit einem lachenden und weinenden Auge“ wolle er jetzt seinen ursprünglichen Plänen für die Zeit nach dem Berufsleben nachkommen.

Heimelige Schenke soll nicht ganz verschwinden

Aber die heimelige Schenke in den historischen Mauern soll nicht ganz verschwinden. Wenn doch noch der schon lange gesuchte geeignete Pächter gefunden wird, will Rehder sie diesem zu „annehmbaren Konditionen“ überlassen, so wie diese die Besucher und sein Helferteam kennen.

In der zweiten Jahreshälfte vielleicht wieder einzelne Events

Bis es so weit ist, dürfen Termine für Feiern und Veranstaltungen vereinbart werden, es gibt jedoch keine festen Öffnungstage mehr. Schon gebuchte Veranstaltungen, etwa angemeldete Konfirmations-Feiern oder Geburtstage, werden wie bestellt abgewickelt.

Zu einem Schmuckstück hat Tobias Rehder das von ihm sanierte Bauernhaus in Neuweiler gemacht, in dem er 15 Monate lang auch als Wirt der Sonne-Mond-und-Sterne-Schenke mit festen Öffnungszeiten gewirkt hat. Foto: Hans Schabert

Letzter Öffnungstag war der Sonntag nach dem 28. März, an dem die Tischbestellungen die 50 Sitzplätze beim Konzert der beliebten Oldie-Band „Fifty Two“ aus Neubulach bei weitem überschritten. Auch Veranstaltungen wie bisher – Vorträge, Musik und Kleinkunst – will Rehder vielleicht in der zweiten Jahreshälfte wieder als einzelne Events anbieten. Lieber wäre es ihm aber schon, wäre bald ein Betreiber des Lokals gefunden. Chancen sieht er für diesen durch den am Haus vorbei führenden Premiumwanderweg. An schönen Tagen in der warmen Jahreszeit sei auch durch Radfahrer teils eine ganz ordentliche Frequenz vor allem durch die Plätze im Freien vorhanden gewesen.

Einheimische kehren nicht so wie erhofft ein

Nicht ganz so, wie er es sich erhofft hatte, sind die Einwohner Neuweilers eingekehrt. Da sei es ähnlich wie mit dem Tante-Emma-Laden, den sich viele wünschten, diesen dann aber eher selten aufsuchten. Aber er könne dies teils nachvollziehen: In der vollständig gaststättenlosen Zeit im Dorf hätten eben Vereine und Einrichtungen ihre eigenen Bewirtungsmöglichkeiten geschaffen. Auf von manchen als recht hoch angesehene Preise angesprochen, sagte der Schreinermeister, der in Stuttgart Innungsmeister für sein Handwerk war, dass da eben die ehrenamtliche Konkurrenz günstiger abschneide als ein Betrieb. Er habe in den 15 Monaten einen satten fünfstelligen Euro-Betrag Verlust gemacht.

„Die Welt bereisen“

Rehder will jetzt endlich die für die Zeit nach dem Verkauf seiner Firma geschmiedeten Pläne verwirklichen und „die Welt bereisen“. Von seinem festen Standort Neuweiler aus soll es zunächst klein, aber anstrengend beginnend mit dem elektrisch unterstützten Lastenrad in den Norden nach Kopenhagen gehen, im Süden steht Gibraltar auf dem Plan. Ein Traumziel zeitlich und räumlich in der Ferne ist dann die Panamerika-Route, nachdem der Weltenbummler mit seinem Oldtimer-Wohn-Lastwagen im vergangenen Jahr mehrere Wochen lang schon Zentralasien „erobert“ hat.

Dorthin hat Rehder Gäste der Sonne-Mond-und-Sterne-Schenke im Rahmen von – aufgrund des Andrangs mehrfach wiederholten – Vorträgen im Lauf des vergangenen Jahres mitgenommen. Ehe es erneut auf große Reise geht, hat der für das Schreinerhandwerk als Berater und vereidigter Sachverständiger Wirkende noch bei einigen Gerichtsverfahren seine Expertise abzugeben, ehe er in diesen gerade boomenden Tätigkeiten wieder vorübergehend aussetzt.