Gastronom Carsten Müller hat sein Restaurant in Horb auf Italienisch umgestellt. Trotz Gegenwind legt er jetzt richtig los.
Das Gleis Süd am Bahnhof – seit Jahren eine Institution in Horb. Im Sommer hatte Wirt Carsten Müller die Karte komplett umgestellt: Statt Hamburgern und Pizza gibt es hier jetzt nur noch Italienisch.
Müller: „Das hat teilweise ziemlichen Gegenwind gegeben. Einige Gäste waren enttäuscht. Deshalb habe ich jetzt mein erstes italienisches Buffet veranstaltet, um den Gästen zu zeigen, was es alles auf der Karte gibt.“
So läuft die Premiere des italienischen Buffets im Gleis Süd
Und bei der Premiere ist das Gleis Süd richtig voll. Niklas und Daniela Stockburger sind dabei, zunächst das Vorspeisen-Buffet zu richten: Pizza-Brot, Vitello Tonnato, Caprese mit Büffelmozzarella, Salat, marinierte Champignons. Auch die Warmhaltebehälter werden nach und nach mit Pasta gefüllt. Darunter Rigatoni al Salmone, Spaghetti Bolognese und Carbonara.
Die Gäste füllen sich die Teller, alle wirken zufrieden. Carsten Müller kommt aus der Küche, sagt: „Das erste Mal ist immer spannend. Bisher kann ich sagen: die Vorspeisen kommen sehr gut an. Seit zwei Jahren spiele ich mit dem Gedanken, die Karte zu ändern. Das ist schon eine krasse Entscheidung – dazu gehört viel Mut. Bisher hatte ich mich nicht getraut, italienische Gerichte in dieser Größenordnung anzubieten.“
Unmittelbar, nachdem die Burger von der Karte verschwanden, gab es jede Menge Gegenwind. Müller: „Es gab jede Menge negativer Kommentare auf Facebook. Das hat mich sehr geärgert. Doch inzwischen habe ich festgestellt: Für viele passt die neue Karte besser als vorher.“
Die Umstellung im Gleis Süd hat Monate gedauert
Die Umstellung – jetzt ist sie langsam perfekt, so der Gleis Süd-Gastronom: „Ich brauche vier Leute, die Italienisch kochen können. Die habe ich jetzt gefunden.“ Dennoch steht er selbst in der Küche. Müller: „Es macht mir jetzt wieder richtig Spaß, in der Küche zu stehen. Es ist eine riesige Herausforderung, scheinbar einfache Gerichte richtig gut zu machen.“
Die Liebe zur italienischen Küche. Carsten Müller: „1995 war ich mit 21 Jahren in München Leiter von einem italienischem Restaurant. Das war schwer: Ein deutsche Chef gegen die Ehre der Italiener. Die haben gesagt: Mach es doch selber, wenn Du es besser kannst.“ Und so fing er an, italienisch zu kochen.
Der Gastronom: „Die Liebe und Leidenschaft für das Kochen hat sich über die Jahrzehnte entwickelt.“ 2010 eröffnete er mit Daniela Stockburger das Gleis Süd in Horb.
Immer wieder wird frische Pizza aus dem Ofen gebracht.
Inzwischen hat Niklas die „Flying Pizza“ gebracht. Martin Stöckel, unter anderem Leiter der Big Band Horb, schnappt sich gleich ein Stück: „Knusprig und lecker“, sagt er.
Derweil ist Daniela Stockburger dabei, das Dolce mit Tiramisu und Panna Cotta (Erdbeer) als Dessert am Buffet herzurichten.
Wie ist das Geschmacks-Fazit?
Sehr gut. Die Pasta – trotz Warmhalte-Behälter – ist immer noch ordentlich bissfest (al Dente). Nicht weich. Die Salmone hat einen feinen Lachsgeschmack, die Bolognese den feinen Mix zwischen Tomaten-, Karotten- und Fenchel-Geschmack. Carbonara den richtigen Mix aus Salz, scharfen Pfefferkörnern und Pancetta-Aroma. Natürlich ohne Sahne, wie es sich gehört.
Die Pizza – frisch vom Blech: Knusprig. Das Tiramisu: Leicht und locker, ganz leichter Amaretto-Geschmack. Erfrischend, aber nicht schwer. Bruschetta und Champignons sind definitiv etwas für die Freunde von Knoblauch-Geschmack.
Carsten Müller: „Die Premiere des italienischen Buffets war erfolgreich. Es wird wiederholt. In welcher Form und mit welcher Zusammenstellung – das lasse ich mir noch offen.“