Rauschbart-Wirt Michael Singer hat jetzt den Biergarten auf der Inselspitze übernommen. Der Name steht auch schon: „Neckar-Rauschen.“ Foto: Jürgen Lück

Rauschbart-Wirt Michael Singer übernimmt mit dem „Flößer 77“ die Außengastro am Neckar in Horb. Er checkt schon, ob er die Fahne nutzen kann. Singer: „Die Rauschbart-Vollsperrung war für mich der Auslöser.“

Ortstermin mit Rauschbart-Wirt Michael Singer an der Inselspitze in Horb. Er geht gleich an die Fahnenstangen am Neckarufer und checkt, ob man hier auch so einfach wie oben an Deutschlands schönstem Biergarten einfach die Flagge hissen kann. Als weit sichtbares Zeichen für alle: Der Rauschbart hat auf.

 

Denn: Am Dienstag, 30. Januar, hat der Rauschbart-Wirt den unterschriebenen Pachtvertrag für das Flößer 77 in den Briefkasten geworfen. Singer sagt: „Flößer 77- Wirt Johannes Kiefer hatte im November bei unserem Gastro-Arbeitskreis bei Horb Aktiv verkündet, dass er den Biergarten am Neckar nicht weiterbetreiben wird.“

Der Impuls für den Rauschbart-Wirt, sich den zweiten Biergarten zuzulegen. Singer: „Der Hauptimpuls für mich war die Rauschbart-Vollsperrung. Zweimal hintereinander in der Biergartensaison. Wie reagieren die Gäste? Wie oft nehmen die Gäste rechts des Neckars die längeren Fahrtzeiten in Kauf? Ist es nicht besser, wenn ich Ihnen ein Stück weit entgegenkomme?“

Mitte Dezember fiel dann die Entscheidung. Singer sagt: „Ein guter Koch, der bei Martin Straub in Bildechingen gelernt hat, hat sich auch auch noch bei mir beworben.“

So schön ist es im Neckar-Biergarten im Sommer: SPD-Chefin Saskia Esken nutzte die Location im Sommer 2022 für ihr Format „Pommes und Politik“. Foto: Jürgen Lück

Und jetzt sind die Verhandlungen durch. Singer sagt: „Ich denke, das ist ein toller Platz. Es liegt direkt am Neckartalradweg, man sieht den Biergarten von der E-Bike Ladestation und vom Flößersteg aus. Es gibt wohl keinen besseren Platz, um nicht nur den Neckar, sondern auch den Blick auf die Stadtsilhouette zu genießen.“

Dazu kommt: Auch die Mittagspäusler von MGG und Bosch-Rexroth laufen hier ohnehin vorbei. Singer: „Einen Namen habe ich auch schon für den neuen Biergarten: Er wird „Neckar-Rauschen“ heißen.“

Der neue Biergarten wird „Neckar-Rauschen“ heißen

Zwei Biergärten. Deutschlands schönsten Biergarten oben auf dem Rauschbart, einen unten am Neckar. Zerteilt man sich da nicht?

Die Vorgänger von Singer – die Bantleon-Brüder vom Luziferturm als auch Johannes Kiefer vom Quartier 77 – hatten nicht nur ihre eigenen Lokale, sondern auch noch das ehemalige Café Kipp als Mittags-Gastro am Marktplatz zu bespielen. Bei Gastro-Insidern auch ein Grund, der das Engagement der Vorgänger auf der Inselspitze schwierig gemacht hatte. Personal, Investition, Belastung.

Singer sagt: „Ich traue mir das definitiv zu. Ich habe mein Stammpersonal auf dem Rauschbart und so – zumindest an Tagen mit wenig Nachfrage – die Kapazität, beide Standorte gut zu bedienen. Wenn der Koch aus dem Urlaub zurück ist, dann werden wir uns zusammensetzen, um die Speisekarte zu machen. Klar ist: Ich werde auf jeden Fall auch hier die Synergien mit dem Rauschbart nutzen.“

Das berühmte Hähnchen wird es nur auf dem Rauschbart geben

Wichtig dabei ist: Gerichte zu finden, die unten am Neckar dann schnell fertig sind. Singer sagt: „Eins ist klar: Das Hähnchen wird es weiterhin nur auf dem Rauschbart geben. Für den Neckar müssen wir uns noch ein typisches Gericht entwickeln.“

Und weil der Rauschbart-Wirt schon Deutschlands schönsten Biergarten durchdigitalisiert hat, soll es auch im neuen „Neckar-Rauschen“-Biergarten ganz unkompliziert zugehen.

Singer sagt: „Man kann online direkt über die App bestellen, das Stammgastkärtle nutzen. Nicht nur auf dem Rauschbart gibt es inzwischen die Page. Ich konnte auch die von Johannes übernehmen.“

Der neue Neckar-Rauschen-Biergarten. Wieder ein neuer Impuls durch Horbs Kult-Wirt Michael Singer. Er sagt: „Obwohl es noch viel Arbeit ist, habe ich einen gesunden Aspekt vor dieser neuen Herausforderung. Und ich freue mich schon auf die Saisoneröffnung.“