Einsam im Schnee: Das Café Friedrichs am Kienberg. Im Frühjahr soll dort wieder neues Leben einziehen. Foto: Hannes Kuhnert

Philippe Frickert tischt ab dem Frühjahr mit Partnerin Alexandra Andres auf dem Freudenstädter Hausberg auf. Am 1. Mai soll Neueröffnung gefeiert werden – unter neuem Namen.

Endlich eine gute Nachricht vom Café am Friedrichsturm auf dem Kienberg. Vermutlich im Mai wird es nach dann zwölfmonatiger Betriebspause wieder geöffnet – von einem neuen Besitzer, mit neuer Innengestaltung, einem neuen Konzept und einem neuen Namen. Küchenmeister Philippe Frickert (53) mit Lebenspartnerin Alexandra Andres haben das Café nach einmütiger Zustimmung des Gemeinderats erworben und werden es auch selbst betreiben.

 

Obwohl der Gemeinderatsbeschluss in nichtöffentlicher Sitzung gefallen ist, war der neue Besitzer in Freudenstadt schnell bekannt. „Wir bekommen täglich Mails und Nachrichten, sogar schon Vorbestellungen“, sagt Frickert, der seit mehr als 15 Jahren in Freudenstadt das gut gehende Cateringunternehmen „Aufgetischt“ betreibt. Er will es parallel zum Café vom Kienberg aus weiterführen.

Etwa 120 Sitzplätze

Derzeit schmiedet das Paar Pläne für die neue, eigene Immobilie. Sie soll sich in ihrem Äußeren nicht viel verändern, die etwa 120 Sitzplätze innen und auf der Sonnenterrasse behalten, lediglich ein Teil der Wand zu Terrasse soll versetzt werden. „Innen wird sich die Optik komplett ändern“, sagt Andres. „Es soll Charakter haben, soll unseres werden. Hier soll sich jeder wohlfühlen: die junge Mama mit ihrem Kind oder der Senior, der mit dem Kurbähnle kommt.“

Das Konzept sieht ein behagliches Café und Restaurant vor mit Frühstück, durchgehend warmer Küche und Vesper in den Abendstunden. Andres und Frickert wollen vor Ort sein und mitarbeiten. Sie können sich vorstellen, zu gewissen Veranstaltungen, etwa für Familientage, auch die benachbarte Liegewiese mit einzubeziehen.

Start soll am 1. Mai sein

Beide freuen sich über die vielen positiven und ermutigenden Stimmen aus der Bürgerschaft. Das Lokal am Fuß des Friedrichsturms ist auch als vielgenutzte Stätte für Familienfeiern so manchem Bürger ans Herz gewachsen, überhaupt haben der Kienberg und das Café einen hohen Stellenwert in der Bevölkerung. Dessen ist sich das künftige Besitzerpaar durchaus bewusst.

Freut sich mit dem künftigen Besitzerpaar Alexandra Andres und Philippe Friedrichs über den Neustart: Oberbürgermeister Adrian Sonder (links). Foto: Hannes Kuhnert

Andres: „Wir wollen etwas schaffen, auf das Freudenstadt stolz ist.“ Nicht zuletzt aus diesem Grund versucht das Paar alles, das Restaurant so früh wie möglich, spätestens zum 1. Mai, wieder zu öffnen – ein sicherlich sportliches Ziel.

Begeisterung in der Bevölkerung

Oberbürgermeister Adrian Sonder lässt sich von der Begeisterung in der Bevölkerung über den Neuanfang anstecken und spricht von einer perfekten Lösung mit einem perfekten Konzept für einen besonderen Standort. Herzblut und Engagement hätten die neuen Besitzer bereits bewiesen und die Chance wahrgenommen, daraus „etwas Tolles“ zu machen.

Im Gemeinderat habe sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Bereitschaft zu Engagement und Investitionen größer ist, wenn der Betreiber die Immobilie erwirbt. Das sei ein Mehrwert für die ganze Stadt.

Das Café

Die Geschichte
 Das Café am Friedrichsturm wurde 1968 gebaut. Es soll in seinem Baustil dem Kurhaus in Freudenstadt nachempfunden sein, ist in älteren Dokumenten nachzulesen. Es ging in den zurückliegenden Jahren durch viele Besitzer- und Betreiberhände. 2013 erwarb es die Freudenstadt Tourismus von Christine Lüllich, die das Café nach sieben Jahren aus gesundheitlichen Gründen abgeben musste. Die Immobilie, so der damalige Oberbürgermeister Julian Osswald, passe genau ins Freudenstädter Hüttenkonzept. 2015 übernahm es Gastronom Oliver Widmann als Pächter, investierte viel Geld und viele Ideen und baute das Traditionscafé wieder zu einem blühenden Unternehmen auf, bis der Pachtvertrag Ende Mai letzten Jahres auslief. Heute hat Oberbürgermeister Adrian Sonder allen Grund, Tourismusdirektorin Carolin Schölzl zu danken, für diese Immobilie einen neuen Besitzer gefunden zu haben.

Der Name
Das Café wechselte im Lauf der Jahre immer wieder mal seinen Namen, hieß zuletzt „Friedrichs am Kienberg“. Auch das soll nicht von Dauer sein. Das Friedrichs soll wieder einmal einen neuen Namen bekommen, „ein Gesicht“, wie Philippe Frickert sagt. Wie das neue Gesicht aussehen, das Café heißen soll, will er partout noch nicht verraten.