Isabel Kling (Zweite von links) lässt sich von Elisabeth Berndt nicht nur die Geschichte, wie und weshalb es zum „Café Liese“ kam, erläutern, sondern beim Rundgang auch viele Details erklären. Foto: Schnekenburger

Das „Café Liese“ hat ein „tolles Eröffnungsjahr“ hinter sich. Ministerialdirektorin Isabel Kling macht sich vor Ort ein Bild.

Eigentlich sollte Peter Hauk selbst zu Besuch kommen, wenn er schon in der Gegend ist. Allerdings machten aktuelle Ereignisse dem Landwirtschaftsminister einen Strich durch die Rechnung. Die Entwicklungen in Sachen Afrikanische Schweinepest verlangten seine Präsenz andernorts. Und so beorderte der Ministerin die Chefin seines Ministeriums nach Harthausen.

 

Ministerialdirektorin Isabel Kling ließ sich nicht zweimal bitten. Immerhin stand nach der richtungsweisenden Eröffnung der großen Agri-PV-Anlage, an der Hauk noch teilgenommen hatte, der Besuch des „Café Liese“ auf dem Terminplan für die Chefetage des Ministerium „für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz“, wie es offiziell heißt.

Mit gutem Grund war dieser Termin angesetzt, denn seit seiner Eröffnung – nach langem Vorlauf – vor gut einem Jahr hat es sich als wichtiger Treffpunkt im Ort und feste Anlaufstelle auch für Ausflügler etabliert. Es ist also ein Projekt, in dem ein wichtiger Aspekt des Themas „ländlicher Raum“ bestens funktioniert.

Fördermittel greifen

Damit das möglich wurde, hatte das Ministerium seine Schatulle geöffnet. Für „Tante Liese“ waren auch Fördermittel aus dem „Entwicklungsprogramm ländlicher Raum“ geflossen. Nur so konnte ein Teil des ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesens zurückgebaut, der Ökonomieteil saniert und zu einem charmanten Café umgebaut werden, in dem man immer wieder neue Details entdecken kann.

Auch die Innenarchitektur punktet

Brüstung der Beletage und Treppengeländer sind so ein Thema, auf das Elisabeth Berndt, die sich mit dem Café einen Traum erfüllt, gerne hinweist. Und auch die Ministerialdirektorin findet die Idee, die Streben unterschiedlich lang zu nehmen und die Reihen deshalb ohne Parallelen zu rhythmisieren gut. Dass eine Schlosserei aus der Nachbarstadt Oberndorf die Arbeiten realisiert hat, überhaupt regionales Handwerk am Start war, ist kein zwingender, dennoch schöner Baustein im Gesamtkonzept.

Viele Aspekte sind Thema

Beleuchtet wird „Café Liese“ an diesem Nachmittag unter den Aspekten der Kapazitäten im Innen- und Außenbereich, der liebevollen Gestaltung mit teils historischem Mobiliar und Upcycling-Objekten, unerwarteter Bauvorschriften – und damit unerwarteter Kosten –, der Materialgerechtigkeit, und schließlich auch dem gastronomischen Angebot.

Willkommener Praxistest

Das hatten Isabel Kling und ihre Begleiter – unter anderem die Landtagsabgeordneten Stefan Teufel und Daniel Karrais, der Erste Landesbeamte Hermann Kopp und Bürgermeister Mark Prielipp – durchaus auf dem Schirm. Und sie nutzen die Chance auf einen Praxistest.

Vor ihrem Team, zur Feier des Tages hatte sie ihre Helfer ins Café geladen, erzählte Elisabeth Berndt die Geschichte des Projekts, die in die Zeit vor der Corona-Pandemie zurück reicht. Sie berichtet von den Herausforderungen, aber auch der Freude die das Unterfangen ihr bereitete und bereitet – nicht zuletzt wegen des großen Zuspruchs an Kundschaft und Unterstützung.

Gute Werbung für das Entwicklungsprogramm

Dass sie für einen Moment gerührt ist, wird auch zu so einem kleinen Baustein, den die Ministerialdirektorin gerne aufgreift, wenn sie das „Café Liese“ als Gesamtes – mit dem Engagement der Familie Berndt, der Idee, der Unterstützung und den den Gästen – würdigt. Dass es ein gute Werbung für das Entwicklungsprogramm ist, braucht sie nicht sagen. Entsprechend unterstreicht sie im Einklang mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Stefan Teufel, dass die Ausstattung des Fördertopfs bleiben müsse, um den ländlichen Raum auf Augenhöhe zu halten.

Bürgermeister Mark Prielipp deutete mit Blick auf die Geschichte des „Café Liese“ an, wie in der Gemeinde verschiedene Förderprogramme genutzt werden und in ganz unterschiedliche Projekte zielgerichtet münden.