DEKRA-Küchendirektor Jan Theuerkauf und sein Team haben den „Joggel“ umgekrempelt. Foto: Bernklau

150 Jahre war er ein landwirtschaftliches Gebäude. 2004 wurde der „Joggel“ in Wenden erstmals als Gasthaus genutzt. Inzwischen sind dort ganz neue Zeiten angebrochen.

Als das Haus im Herzen des Örtchens Wenden erbaut wurde, wurde Napoleon gerade das erste Mal gestürzt. 146 Jahre lang wurde der heutige „Joggel“ als landwirtschaftliches Gebäude genutzt – bis 1960. Dann wurde es sehr ruhig um den Komplex. Erst Anfang der 2000er-Jahre nahm sich der Eigentümer der Immobilie so richtig an. Es wurde saniert. Im Jahr 2004 ging dann der „Joggel“ erstmals als Gasthaus an den Start – betrieben vom Eigentümer.

 

2012 kam dann das DEKRA Congresshotel in Wart ins Spiel. Der große Gastronomiebetrieb aus dem Nachbarort pachtete das Gasthaus. Zunächst wurde der kleine „Joggel“ in dem Unternehmen etwas stiefmütterlich behandelt, erinnert sich DEKRA-Küchenchef Jan Theuerkauf.

Der „Joggel“ befindet sich mitten in Wenden. Foto: Bernklau

Erst 2016 rückte das Gasthaus in den Fokus der DEKRA. Man hübschte das Gasthaus außen wie innen so richtig auf. Man stattete ihn mit festen Köchen und eigenen Service-Leuten aus. Es lief gut in der einzigen Gastronomie in Wenden. 2025 investierte man noch einmal in das Gasthaus, in Design und Möbel. Innen hat man inzwischen 90 Sitzplätze und im Biergarten 80 bis 90 Plätze. Hinter dem Gasthaus entstanden zudem gut 30 Parkplätze.

Doch man schaute nicht nur nach der Hardware. Auch was das Angebot im „Joggel“ angeht, setzte man hohe Maßstäbe an. Da man im Mutterhaus bereits stark regional kochte – zu den Lieferanten zählen der Geflügelhof Nothacker in Neubulach-Liebelsberg, das Fischhaus Letscher in Altensteig, die Metzgerei Ehret in Egenhausen und der Gemüsehof Rapp in Bondorf – setzte man sich zum Ziel, das Qualitätssiegel der drei Löwen der Initiative „Schmeck den Süden“ zu ergattern.

Die Voraussetzungen für dieses höchste „Schmeck den Süden“-Qualitätssiegel sind anspruchsvoll: Mindestens 90 Prozent der Gerichte und Produkte auf der Speisekarte stammen aus Baden-Württemberg. Die Betriebe müssen zudem am „Haus der Baden-Württemberger Weine“ teilnehmen und nach „ServiceQualität Deutschland Stufe I“ zertifiziert sein. Darüber hinaus überprüft eine unabhängige Prüfungskommission die Einhaltung der Standards jährlich.

Bald startet auch im „Joggel“ die Biergartensaison Foto: Bernklau

Bei der DEKRA und im „Joggel“ stellte man sich der Herausforderung – auch wenn die mit so mancher Bürokratie verbunden ist. So müssen etwa die heimischen Waren für die betreffenden Gerichte komplett separiert gelagert werden, erzählt Küchendirektor Jan Theuerkauf.

Bei manchen Grundprodukten sei es zudem schwierig gewesen, welche zu finden, die aus Baden-Württemberg stammen: dazu gehören Pilze aber auch Pommes. Das mit dem Wein sei nicht so das Problem gewesen, erinnert sich Theuerkauf. Das sei im Gasthaus schon länger ein Thema gewesen.

Das „Joggel“-Team freut sich über die „Drei Löwen“-Auszeichnung. Foto: Bernklau

Und die Mühen haben sich gelohnt: Dieser Tage konnte man im Biergarten und im Gasthaus die Auszeichnung mit den drei Löwen feiern. Zeitgleich wurden vom Haus der baden-württembergischen Weine acht heimische Tropfen als Sommerweine 2026 präsentiert und ausgezeichnet. Dazu gehören der Winzerkeller Hex vom Dasenstein, die Gebrüder Weibler aus Bretzfeld, das Weingut Köninger aus Kappelrodeck, die Weinmanufaktur Stuttgart, die Sasbacher Winzerkeller, die Weingärtner Esslingen, das Staatsweingut Karlsruhe-Durlach sowie das Weingut Herzog von Württemberg am Schloss Monrepos.