Thomas Rahde will in der Karlstraße mit schnellen Pastagerichten überzeugen. Eine Filiale gibt es bereits am Donaueschinger Bahnhof. Ob das Konzept aufgeht, muss sich zeigen. Foto: Hannah Schedler

Thomas Rahde eröffnet eine weitere Pasta-Bar in Donaueschingen, und das trotz schwieriger wirtschaftlicher Lage. Ein weiterer Leerstand in der Stadt wird so verhindert.

Wo früher französische Croissants und Café au Lait (Milchkaffee) serviert wurden, gibt es jetzt frische Nudelgerichte: In der Donaueschinger Karlstraße hat eine neue Pasta-Bar eröffnet.

 

Der Gastronom Thomas Rahde, der bereits mit seiner ersten Filiale Aldente am Bahnhof erfolgreich ist, setzt nun auch in der Innenstadt auf sein bewährtes Konzept.

Umbau in eineinhalb Tagen

Nach einem rekordverdächtigen Umbau von nur eineinhalb Tagen hat er mit seinem Team das ehemalige Café in ein modernes Pasta-Restaurant verwandelt. „So schnell waren wir noch nie“, sagt er. Doch eine zweite Filiale zu eröffnen, bedeutet immer ein unternehmerisches Risiko – gerade in Zeiten steigender Kosten und wirtschaftlicher Unsicherheiten. Dennoch kam die Idee zur Expansion nicht von ungefähr. Viele Kunden hätten sich eine Filiale näher am Stadtzentrum gewünscht, erzählt Rahde. Der Weg zum Bahnhof sei für viele zu weit, besonders in der Mittagspause. Auch Schüler suchten nach einer schnellen, aber qualitativ hochwertigen Mahlzeit zum Mittag.

Als Thomas Rahde mitbekam, dass das Lokal in der Karlstraße bald leer stehen würde, wurde aus der Überlegung ein konkretes Vorhaben. „Ich wohne direkt um die Ecke und wusste, dass das Café schließen wird. Da musste ich die Chance einfach nutzen“, sagt er.

Steigende Lebensmittelpreise und hohe Energiekosten

Dennoch fiel ihm die Entscheidung nicht leicht. Die wirtschaftliche Lage in der Gastronomie ist aktuell angespannt. Steigende Lebensmittelpreise, hohe Energiekosten und die schwierige Personalsituation machen es Wirten nicht einfacher. Doch Rahde ist überzeugt, dass sein Gastronomie-Konzept funktioniert. „Man muss einfach knallhart kalkulieren“, sagt er. „Aber ich bin gut gestimmt. Mein Laden am Bahnhof läuft Bombe, und ich habe ein tolles Team, das zusammenhält“, fügt er an. Die Personalsituation sei zwar herausfordernd, aber er habe Glück mit seinen Mitarbeitern.

„Der Laden am Bahnhof läuft richtig gut“, sagt Thomas Rahde über seinen ersten Standort, den er weiterhin betreibt. Foto: Hannah Schedler

Das Erfolgsrezept der Pasta-Bar ist denkbar einfach: Frische Pasta, schnell serviert. Gerade einmal drei Minuten dauert es, bis die Nudeln auf dem Teller landen – perfekt für Gäste mit wenig Zeit. Die neue Filiale in der Karlstraße soll sich dennoch leicht vom Standort am Bahnhof unterscheiden. Geplant ist eine etwas breitere Auswahl an Nudelsorten sowie ein Angebot mit Frühstück, Kaffee und Kuchen. „Die Pasta bleibt natürlich der Star“, betont Thomas Rahde.

Kontakt zu den Gästen wichtig

Doch für ihn ist Gastronomie mehr als nur Essen. „Ich bin nicht einfach nur Gastronom, ich bin Gastgeber.“ Der Kontakt zu den Gästen sei ihm wichtig. „Ich bin anders als andere. Ich bin bunt, ich mag es, wenn Leute reden, lachen und eine gute Zeit haben“, so Rahde. Das hätten die Sachsen im Blut, erzählt er schmunzelnd.

Seit zwölf Jahren lebt er in der Region, seit drei Jahren in Donaueschingen, sagt der 43-Jährige. Er liebt sein Geschäft, die Dynamik, die Atmosphäre – für ihn sei Pasta nicht nur ein Essen, sondern eine Leidenschaft. „Ich kann nichts anderes“, stellt er mit einem Lächeln fest und fügt hinzu: „Ich bin in der Küche aufgewachsen und kann mir nichts anderes vorstellen.“ Natürlich bleibt eine zweite Filiale ein Wagnis. „Man steckt viel Zeit und Geld hinein, und am Ende weiß man nie genau, wie es laufen wird“, gibt er zu. Doch Angst vor der Konkurrenz hat er nicht. „Das betrifft mich nicht“, sagt er gelassen. „Die Leute wissen, dass ich Pasta mache – und dass meine Preise für jedermann sind.“ Sein Ziel ist es, hochwertige italienische Küche anzubieten, die schnell und bezahlbar bleibt, betont er.

Abläufe müssen sich einspielen

Seit Februar ist die neue Filiale geöffnet. Noch müssen sich Abläufe einspielen, noch müssen die Gäste die neue Pasta-Bar entdecken. Doch Rahde ist zuversichtlich. „Hier muss es erstmal anlaufen“, sagt er. „Aber ich bin überzeugt, dass es auch hier gut laufen wird.“

Mit der neuen Filiale in der Karlstraße hat die Innenstadt eine weitere Anlaufstelle für mediterrane Küche bekommen. Ob sich das Konzept langfristig etabliert, wird sich zeigen – doch mit seiner Erfahrung, seinem Gespür für das Geschäft und seiner Leidenschaft für Pasta schätzt er die Chancen gut ein.

Gastronomie im Wandel

Wirtschaftliche Lage
Die Branche steht in Deutschland vor großen Herausforderungen: Laut dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) sind die Lebensmittelpreise allein 2023 um durchschnittlich 12,5 Prozent gestiegen, während die Energiekosten für Gas und Strom um bis zu 30 Prozent zulegten. Zudem kämpfen Restaurants mit einem anhaltenden Fachkräftemangel – etwa 65 000 Stellen in der Branche sind unbesetzt. Dennoch wächst der Markt für schnelle, hochwertige Gastronomie: Laut einer Studie von Statista bevorzugen 42 Prozent der Deutschen frische, gesunde Alternativen zu klassischem Fast Food.