Das bereits angebrachte Logos macht deutlich: Am alten "Kartoffelhaus" in Donaueschingen wird bald Neues entstehen: Hier wird der 24-jährige Kevin Kilicoglu, der auch den Donauimbiss betreibt, die Shisha-Bar "P4" eröffnen. Foto: Singler

Betreiber des "Donauimbiss" eröffnet Shisha-Bar "P4". Wenige Angebote für junge Menschen.

Nahezu alles ist angerichtet. Und eigentlich könnte der Betrieb schon starten. Doch wegen der Corona-Krise muss sich Kevin Kilicoglu gedulden.

Donaueschingen - Kilicoglu betreibt seit gut fünf Jahren den Donauimbiss in der Donaueschinger Josefstraße, welchen er von seinem Vater übernommen hatte. Nun erfüllt er sich mit einer eigenen Shisha-Bar im früheren Kartoffelhaus einen Traum, denn "das war schon immer mein Wunsch." Nach den Räumen an der Friedrich-Ebert-Straße habe er sich schon lange Zeit immer mal wieder erkundigt. Seit Ende Mai, Anfang Juni 2020 sei klar, dass er von dem Besitzer der Immobilie, der Firma Biedermann Getränke, die Zusage hat.

Treffpunkt für Jugendliche

Natürlich sei die Eröffnung mitten in der Corona-Krise eine "besondere Herausforderung", sagt der 24-Jährige. Doch ihm zufolge überwiegt die Lust dem Frust bei Weitem. Denn die Motivation sei viel zu groß, erzählt Kevin Kilicoglu: "In Donaueschingen fehlt so etwas, es gibt einfach zu wenige Angebote für die junge Generation." Seine Shisha-Bar soll in Zukunft zu einem Treffpunkt für Jugendliche und junge Erwachsene werden, wo man sich auch in Ruhe unterhalten kann. Die Kunden dürften sich auf die Atmosphäre und die "Shishas mit viel Auswahl" freuen.

Nichtsdestotrotz schwingt durch die Corona-Pandemie eine Prise Unsicherheit mit. Die Eröffnung könne er nicht genau planen. Bautechnisch gesehen geht es laut Kilicoglu stattdessen gut voran. Im Inneren des Gebäudes seien Renovierungsarbeiten angefallen, draußen habe er die Terrasse erneuert. "Jetzt muss ich wegen des Lockdowns eben noch etwas warten. Ich vermute, dass ich im April oder Mai eröffnen kann, wenn alles gut läuft. Aber jetzt rechne ich erst noch mit zwei bis drei Monaten Lockdown", sagt der Donaueschinger. Er hält es durchaus für möglich, dass es in diesem Jahr ähnlich läuft wie 2020: ein ruhigerer Sommer und danach wieder ein Lockdown. Er sei jedenfalls auf alles vorbereitet. Und seine Motivation schwäche dies nicht, schließlich sei er mit Herzblut dabei.

Kritik an der Politik

Auch wenn die Zuversicht überwiegt, äußert Kilicoglu durchaus Kritik an den politischen Entscheidungen.

Viele Selbstständige und Kleinunternehmen stünden ein Stück weit im Dunkeln. Kilicoglu wünscht sich mehr Unterstützung vom Staat.

"Gefühlt kommt jede Woche etwas anderes. Neue und sich verändernde Gesetze und viel Bürokratie bei finanziellen Hilfen sind erschwerend. Es geht um Existenzen."

Das ehemalige Kartoffelhaus:

Der Bau: Vor ungefähr 30 Jahren wurde das besagte Gebäude in der Friedrich-Ebert-Straße errichtet, erinnert sich Karl Biedermann, Besitzer der Immobilie in Donaueschingen. Der Hauptgrund sei die direkte Nähe zur Gerbewiese gewesen. Die Betreiber: Seitdem waren dort schon mehrere Restaurants beheimatet. Rund 20 Jahre lang führte Roland Gleichauf das Kartoffelhaus "Die Gerbe". In der Folge hatte die zuvor langjährige Restaurantleiterin Diana Seiberth die Geschicke übernommen, allerdings recht schnell wieder aufgegeben. Die Umsätze seien nicht schlecht gewesen, meinte Biedermann damals. Dennoch habe Seiberth um die Auflösung des laufenden Pachtvertrags gebeten. Ein türkisches Lokal habe dann gar nicht funktioniert, sagt Karl Biedermann rückblickend. Und ein weiterer Pächter, der sich auf die italienische Küche fokussiert hatte, habe krankheitsbedingt bereits nach einem Jahr schon wieder aufgeben müssen. Die Zukunft: Nun erhofft sich der Getränkemarkt-Geschäftsführer, der Kevin Kilicoglu schon "ewig" kennt, in erster Linie Kontinuität: "Als Verpächter ist man doch immer froh, wenn ein Vertrag funktioniert und von Dauer ist. Ich hoffe, dass beide Seiten zufrieden sein werden und es so läuft, wie wir uns es vorstellen", erklärt Biedermann.

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