Das Restaurant Wiesental in Burladingen-Gauselfingen ist seit geraumer Zeit geschlossen, den Gasthof betreiben Hannelore und Uli Fink solange weiter, bis ein Käufer gefunden ist. Das ist jetzt der Fall. Foto: Rapthel-Kieser

Schon seit Monaten ist Michael Roder, Kesselhaus-Pächter und Spross der bekannten Burladinger Gastronomen-Familie, auf der Suche nach „etwas Eigenem“. Jetzt ist er fündig geworden.

Die Tage, in denen der 47-jährige gut ausgebildete Koch und Pächter des Burladinger Kesselhauses, Michael Roder, zusammen mit seiner Frau das Burladinger Innenstadtlokal in der Ambrosius-Heim-Straßen noch betreiben wird, sind also gezählt. Spätestens im Frühjahr hört er dort auf. Verpächter und Fabrikinhaber Theo Dolinschek ist seit dem Sommer auf der Suche nach einem Nachfolger.

 

In seinem Alter, so sagte Michael Roder im Gespräch vor einigen Monaten, sei es höchste Zeit, den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen, ein eigenes Lokal in einem eigenen Gebäude zu finden.

Einige Objekte hat sich Roder seitdem zusammen mit seiner Frau angeschaut, unter anderem das Gasthaus Rad auf Neuweiler in Tailfingen. Dort hätte sich die Sanierung aber summiert. Roders kalkulierten alles durch und sahen von einem Kauf schließlich ab. Fündig geworden – und das ist wohl die gute Nachricht für die Burladinger – ist das Gastronomenpaar jetzt aber in der Fehlastadt, im Ortsteil Gauselfingen. Dort steht seit geraumer Zeit der Landgasthof Wiesental mit Garni-Hotel zum Verkauf. Die Besitzer Hannelore und Uli Fink, wollen sich zur Ruhe setzen. Das Restaurant haben sie seit Monaten geschlossen, das Hotel betreiben sie so lange weiter, bis der Wechsel vollzogen ist.

Mit der Gastgeberrolle aufgewachsen

Der Notartermin zwischen den Familien Fink und Roder war schon in der vergangenen Woche. „Gott sei dank hat das jetzt geklappt“, sagt Michael Roder auf Anfrage unserer Redaktion. Die eigentliche Übergabe werde allerdings erst im Frühjahr 2026 sein, danach wollen die Roders noch ein wenig renovieren, bevor sie am neuen Ort, direkt an der viel befahrenen B 32 komplett neu durchstarten.

Für das junge Gastronomenehepaar, Eltern einer Tochter, bedeutet das künftig außer dem Restaurantbetrieb, auch noch ein Hotel zu betreiben. Das sollte für die beiden allerdings kein Problem werden. Denn Roder hat in den besten Häusern gelernt und sich in Europas Hotels schon einiges abgeguckt. Aufgewachsen ist er im Burladinger Caféhaus Roder gegenüber der Trigema-Zentrale das seine Eltern Marion und Engelbert über ein halbes Jahrhundert betrieben. Die Gastgeberrolle ist ihm also in die Wiege gelegt.

Der Gastronomie-Fachmann und gut ausgebildete Koch schaffte es 2019 sogar in die Kabel 1-Dokusoap „Mein Lokal – dein Lokal“, wo er sich werbewirksam mit anderen Größen seiner Branche messen konnte. Aus der Ausstrahlung der Sendung machte er in seinem Restaurant ein Live-Event mit Public Viewing und Burladinger Fangemeinde.

Die Ausbildung des Michael Roder

International
Michael Roder kommt aus einer Gastronomenfamilie, stand als junger Mensch schon im Café seiner Eltern, kam dort mit Kunden und der Gastgeberrolle in der Gastronomie in Berührung. Da wunderte es kaum, dass er sich irgendwann dazu entschloss, eine Ausbildung zum Koch zu absolvieren. Er fand eine Lehrstelle bei der Familie Albus im Lamm in Stein. Hier kam Roder zum ersten Mal mit der „gehobenen Küche“ und ihren Finessen in Berührung. Die Ausbildungszeit beendete er erfolgreich. Dann kam die Zeit bei der Bundeswehr. Auch dort stellte man den jungen, talentierten Mann gleich einmal an den Herd. In Immendingen versorgte er die Truppe. Dann ging es als Koch und Vize-Küchenchef und schließlich als Küchenchef nach Österreich, wo er für die Gaumenfreuden von anspruchsvollen Kunden von Vier-und Fünf-Sterne-Hotels sorgte. Im Nachbarland blieb Roder zehn Jahre, bevor er 2016 nach Burladingen zurückkehrte und seine Kochkünste im Kesselhaus anwenden konnte.