Eine Gastwirtschaft mit Tradition: die „Rose“ in Bisingen. Foto: Sabine Hegele

Seit Ostern ist das Bisinger Gasthaus „Rose“ geschlossen. Ob das Wirtshaus eine Zukunft hat, darüber gibt es im Moment von den Besitzern keine Auskunft.

Wer in den sozialen Medien die „Rose“ in Bisingen aufruft, wird kurz und knapp darüber informiert, dass die Traditionsgaststätte „dauerhaft geschlossen“ hat. Über die Hintergründe wird im Kirchspiel wild spekuliert, dem Vernehmen nach soll es in den vergangenen Wochen nicht mal mehr Bier im Ausschank gegeben haben. Was ist da dran?​

 

Und wie steht es um die Pachtverhältnisse mit den seit Mai 2024 in der Küche, hinterm Tresen und im Service verantwortlichen Gastronomen Michel Denninger, Roman Preis, Michael Wahl und Janina Duttine (die aber schon im vergangenen Jahr ausgestiegen ist)? ​

Auf Nachfrage bei der Eigentümerfamilie gibt es dazu zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussage. Muss Bisingen fürchten, dass die „Rose“ im doppelten Wortsinn dauerhaft geschlossen bleibt? Auch hierzu möchte sich die Familie aktuell nicht äußern.​

Insolvenzverfahren läuft

​Aus dem Umfeld des einstigen Quartetts war zu erfahren, dass bereits das Insolvenzverfahren eröffnet worden sei. Ein Anruf in der „Rose“ fand sogar einen „Abnehmer“ – allerdings wurden die Fragen unserer Zeitung allesamt so beantwortet: „Wir wollen uns zum jetzigen Zeitpunkt nicht äußern.“​

Vor knapp zwei Jahren waren Janina Duttine und ihre Mitstreiter Michel Denninger, Roman Preis und Michael Wahl noch überzeugt, in Bisingen Fuß fassen zu können. Zumal sie mit dem „MJs“ Restaurant in Rottenburg nach eigener Aussage bereits seit 2022 erfolgreich waren. Googelt man diesen Gastronomiebetrieb, stößt man allerdings ebenfalls auf den Hinweis „dauerhaft geschlossen“.

Hochwasser im Mai 2024

Die Atmosphäre der „Rose“ hatte es dem Quartett einst angetan. Schwäbische Küche wollten die Vier servieren. In einem frisch tapezierten Gastraum, mit modernen Lampen über den Tischen und aufgehübschten Sitzgelegenheiten (knapp 100 an der Zahl).​​

Und der Start war wahrlich kein leichter. Am Vatertag vor zwei Jahren (dem 9. Mai), wollten die Junggastronomen offiziell Neueröffnung feiern. Erst kurz zuvor war der Kühlraum im Keller neu gefliest worden. Dann kam am 2. Mai 2024 das Hochwasser – und ließ den Keller der „Rose“ volllaufen. Der Kühlraum musste ein weiteres Mal saniert werden.​

Doch Janina Duttine, Michel Denninger, Roman Preis und Michael Wahl ließen sich nicht unterkriegen, ganz im Gegenteil: Zwei Tage später als geplant, am 11. Mai 2024, wurde Neueröffnung gefeiert.​

Zu seinen weiteren Zielen sagte das Quartett damals: „Wir sind zu viert, also planen wir mit zukünftig vier Restaurants.“ Daraus wird absehbar wohl nichts werden.