Vera Mühl und Hannes Gaiser möchten das Konzept Glasmännlehütte nach und nach entwickeln. Foto: Gaiser

Die Glasmännlehütte auf dem Baiersbronner Hausberg Stöckerkopf ist wieder geöffnet. Das neue Pächterpaar Vera Mühl und Hannes Gaiser hat die Bewirtschaftung übernommen.

Die Gastronomen Vera Mühl und Hannes Gaiser, die bereits mit dem Pop-up-Bistro „s’Neschd“ zur Gartenschau in Baiersbronn erfolgreich waren, setzen in der Glasmännlehütte auf ein einfaches, hochwertiges Angebot und auf neue Veranstaltungsformate. Neben dem regulären Hüttenbetrieb sind künftig auch Events geplant. Zudem soll die Hütte für private Feiern buchbar sein.

 

Die Modernisierung der Hütte wurde vom Bauamt Baiersbronn koordiniert, finanziert wurde die Instandsetzung durch die Baiersbronn Touristik. Bürgermeister Michael Ruf sieht in der Wiedereröffnung eine Bereicherung für den Stöckerkopf und das Wandergebiet. Auch Tourismusdirektorin Christina Palma Diaz betont die Bedeutung der Hütte als Treffpunkt für Gäste und Einheimische, heißt es in einer Pressemitteilung der Baiersbronn Touristik.

Ort für Begegnung, Genuss und Veranstaltungen

Die neuen Pächter Vera Mühl und Hannes Gaiser haben viel Eigenleistung und auch Geld in die umfangreiche Sanierung gesteckt. Sie verstehen die traditionsreiche Hütte nicht als gewöhnliches Gastronomieprojekt, sondern als besonderen Ort für Begegnung, Genuss und Veranstaltungen. Ziel sei es, die Hütte Schritt für Schritt weiterzuentwickeln und ihren ursprünglichen Charakter zu bewahren.

„Für uns ist die Glasmännlehütte kein fertiges Konzept von der Stange, sondern ein Herzensprojekt, das wachsen darf. Wir möchten diesen besonderen Ort wiederbeleben und Schritt für Schritt zu einem Platz machen, an dem sich Einheimische, Wanderer und Gäste gleichermaßen wohlfühlen“, sagt Hannes Gaiser.

„Die Idee, die Küche ins ehemalige Lifthäusle zu verlegen, war für uns ein entscheidender Schritt. Dadurch bleibt die eigentliche Hütte ruhiger, gemütlicher und gewinnt deutlich an Aufenthaltsqualität“, ergänzt Vera Mühl. Das Konzept Hütte müsse sich nach und nach entwickeln.

Die Gemeinde investierte

Nach der Vorstellung des Konzepts im Gemeinderat wurde Ende Dezember 2025 der Pachtvertrag unterzeichnet. Seit Januar liefen Planung, Umbau, Finanzierung und Konzeptentwicklung parallel. Die Gemeinde investierte in Dach, Elektrik, Wasseranschlüsse und grundlegende Sanierungsarbeiten und schuf damit die Basis für den Neustart.

Auch die Betreiber investierten umfangreich in Küche, Terrasse, Innenausbau und Außenbereich – vieles davon in Eigenleistung und mit Unterstützung regionaler Handwerksbetriebe sowie zahlreicher Helfer aus dem Tal. „Es ist ein echtes Herzensprojekt, das ohne den starken Zusammenhalt vor Ort nicht möglich gewesen wäre“, betonen die Betreiber.

Beim ersten Betrieb der Hütte am 1. Mai herrschte reger Besuch in der Glasmännlehütte auf dem Stöckerkopf Foto: Luis Seybold

Die Betreiber setzen auf ein bewusst reduziertes, regional geprägtes Speiseangebot mit hausgemachten Kuchen, Siebträger-Kaffee, vegetarischen Gerichten sowie eigenen Spezialitäten wie Maultaschen und Hefeschnecken. „Ausgehend von der ,s’Neschd‘-Karte mit Pinsa und Vesper haben wir das Angebot bereits um selbst gemachte Maultaschen ergänzt“, sagt Hannes Gaiser.

Zufahrt mit dem Auto kaum möglich

Einen besonderen Wert legen die Betreiber auf ein verkehrsarmes Konzept. Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten ist eine Zufahrt mit dem Auto kaum möglich. Stattdessen setzt man auf den bestehenden Hüttenbus der Gemeinde sowie Shuttleangebote bei Veranstaltungen.

Die Glasmännlehütte verfügt künftig über 260 Sitzplätze, davon 80 innen und 180 außen. Geöffnet ist zunächst von Freitag bis Sonntag von 11.30 bis 18 Uhr, in den Ferien und an Feiertagen täglich. Für Tage, an denen nicht geöffnet ist, wurde eine kleine zusätzliche Hütte errichtet. Dort wird ab Ende Mai ein Automat stehen, an dem Gäste bargeldlos Getränke kaufen können.

Weitere Infos unter www.glasmaennle.de.