Das Herzstück des Gastraumes ist der Elektrokamin. Sina Gehring, Geschäftsführerin der Freizeit und Tourismus Bad Liebenzell GmbH, und Steffen Melzow, neuer Betriebsleiter des Kurhauses, sind stolz auf diese Besonderheit. Foto: Wolfgang Krokauer

Seit mehr als zwei Jahren ist das Kurhaus in Bad Liebenzell wegen der Sanierung geschlossen. Ab Donnerstag, 12. März, ist es wieder offen. Auf was dürfen sich die Gäste freuen?

Wenn ab nächsten Donnerstag, 12. März, ab 12 Uhr, nach mehr als zwei Jahren Pause Gäste wieder das Kurhaus von Bad Liebenzell besuchen dürfen, wird einiges anders sein.

 

Wie heißt der gastronomische Bereich? Die Neuerungen fangen mit dem Namen an. In der Vergangenheit war der gastronomische Bereich unter dem Namen „Parkrestaurant“ bekannt. In Zukunft heißt er „Das Kurhaus Bad Liebenzell“.

Tradition und Moderne

Es sei ein Ort, der Tradition und Moderne vereine und noch stärker als bisher als Treffpunkt für Einheimische und Gäste wirken soll, teilt die Kurhaus Bad Liebenzell GmbH in einer Presseerklärung mit.

Aus dem „Parkrestaurant“ wird „Das Kurhaus Bad Liebenzell“. Foto: Wolfgang Krokauer

Was ändert sich in Restaurant, Küche und Lager? Im Zentrum der Bauarbeiten standen die Neugestaltung des Restaurants sowie die Modernisierung der Küche und Lagerräume, heißt es vonseiten der Kurhaus Bad Liebenzell GmbH. Diese wiederum ist eine Tochtergesellschaft der Freizeit und Tourismus Bad Liebenzell GmbH (FTBL). Sowohl die Küche als auch die Theke sind jetzt an einem neuen Standort.

Auf einer Ebene

Die Küche liegt jetzt zentraler. Alles sei auf einer Ebene, machte Johannes Schweizer, Geschäftsführer der FTBL, bereits im Dezember bei einem Pressegespräch deutlich. Der Vorratsraum kam vom Keller ins Erdgeschoss. Dadurch sei ein effizienteres Arbeiten möglich, so Schweizer. Sina Gehring, neben Schweizer Geschäftsführerin der FTBL, versicherte seinerzeit, dass es die bewährte Kurhausküche weiter gebe. Etwas Besonderes bei der Abendkarte ist das 33-Kilometer-Menü, berichtete Gehring am Freitag im Gespräch mit unserer Redaktion. Das bedeutet, dass alle Zutaten des Menüs aus einem Umkreis von 33 Kilometern kommen. Hansjörg Villgratter ist seit einigen Jahren Küchenchef. Das Kurhaus ist zudem im Fair-Trade-Verbund der Stadt Bad Liebenzell vertreten. So wird Kaffee aus fairem Handel serviert, berichtet Gehring. Seit 2023 darf sich Bad Liebenzell Fairtrade-Stadt nennen.

Wie sieht der Gastraum aus? Der Gastraum bekam einen neuen Boden und neue Möbel. Verwendet wurden Naturholz aus heimischer Eiche und Leder. Herzstück des Gastraumes ist ein Elektrokamin, heißt es in der Pressemitteilung der Kurhaus Bad Liebenzell GmbH.

Knackgeräusche und Wasserdampf

Beim Kamin sind sogar Knackgeräusche zu hören, wie Gehring bei der Vorführung am Freitag deutlich machte. Darüber hinaus ist Wasserdampf zu sehen, der nur so aussieht, als sei es Rauch. Außerdem gibt es beleuchtete Wasserwände als Inszenierung sprudelnder Quellen, ist in der Pressemitteilung der Kurhaus Bad Liebenzell GmbH zu lesen.

Quellen haben für Bad Liebenzell eine besondere Bedeutung. Glasleuchten sind in Form von Wassertropfen gestaltet.

Glasleuchten sind als Wassertropfen gestaltet. Foto: Wolfgang Krokauer

Hinterleuchtete dreidimensionale Dioramen an Wänden sorgen für Schwarzwald-Atmosphäre. Diese Dioramen sind Modelllandschaften mit Silhouetten von Bad Liebenzell.

Modelllandschaften (Dioramen) sorgen für eine besondere Atmosphäre. Foto: Wolfgang Krokauer

Zum Kurpark hin gibt es eine Sonnenterrasse. Für Tagungen aber auch Hochzeiten ist der Terrassensaal geeignet. Durch Vorhänge kann er vom übrigen Gastraum abgetrennt werden. Das sei sinnvoll, wenn die Besucher eher unter sich bleiben möchten, so Gehring im Gespräch mit unserer Redaktion. Eine Besonderheit des Terrassensaals sind die Majolika-Wandbilder mit festlich gekleideten tanzenden Figuren.

Wer ist der Betriebsleiter? Mit der Wiedereröffnung übernimmt Betriebsleiter Steffen Melzow die Verantwortung für das Kurhaus, teilt die Kurhaus Bad Liebenzell GmbH mit.

„Eine Herzensentscheidung“

Dieser schwärmt für seinen neuen Arbeitsplatz: „Die Entscheidung, als Betriebsleiter nach Bad Liebenzell zu kommen, war für mich eine Herzensentscheidung. Dieser Ort strahlt Ruhe, Wärme und Authentizität aus – Werte, die mich persönlich sehr ansprechen. Das Kurhaus sehe ich nicht nur als Veranstaltungs- oder Gästebetrieb, sondern als lebendigen Treffpunkt für Bad Liebenzell.“

Melzow bringt jahrzehntelange Erfahrung aus der Hotellerie und Gastronomie mit. Der Hotelbetriebswirt war unter anderem Hoteldirektor im Hotel Seminaris in Bad Boll und im Benediktinerkloster Maria Laach. Bevor er nach Bad Liebenzell kam, war er Geschäftsführer des Verbandes Christlicher Hoteliers. Der Verband ist ein eingetragener Verein.

Wie hoch sind die Kosten? Die Kosten für die nun zu Ende gehende Sanierung des Kurhauses belaufen sich auf rund zwölf Millionen Euro, teilte Gehring mit. Das Land gewährte einen Zuschuss in Höhe von 2,5 Millionen Euro.