Elisabeth Röber-Berlin, Hotelchefin im Kronelamm in Bad Teinach-Zavelstein, macht jetzt auch Karriere in der Dehoga – völlig unabhängig von ihrem Vater Rolf Berlin. Foto: Fritsch

Seit vielen Jahren ist Rolf Berlin die weithin vernehmbare Stimme der Gastronomie im Kreis Calw. Jetzt macht auch seine Tochter Karriere. Zur Überraschung des Vaters.

Seit vielen Jahren engagiert sich Rolf Berlin, Hotelier und Gastronom aus Bad Teinach-Zavelstein, ehrenamtlich für seine Branche. Zu Zeiten von Helmut Schäfer, dem damaligen Kreisvorsitzenden des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), stand er noch in der zweiten Reihe der Interessenvertretung im Kreis Calw. Im Jahr 2010 dann rückte er auf den Spitzenposten im Kreis Calw auf und drückt der Arbeit der Organisation seit nunmehr 16 Jahren seinen Stempel auf.

 

Dieses Engagement für die Gastro-Branche hat Rolf Berlin ganz offensichtlich seiner Tochter Elisabeth Röber-Berlin vererbt, sie ist Hoteldirektorin des Hotels Kronelamm in Bad Teinach-Zavelstein. Doch damit nicht genug, sie folgt ihrem Vater auch in Sachen Dehoga nach.

Zunächst engagierte sie sich in der Fachgruppe Hotellerie im Dehoga. Nach ihrer eigenen Aussage nicht, um irgendeine Position zu bekleiden, sondern um sich für die eigene Sache einzusetzen und auch um Dinge zu verändern.

Doch nun ist zum schieren Engagement auch tatsächlich der wichtige Posten dazu gekommen. Und der Posten steht im Dehoga-Ranking deutlich höher als der ihres Vaters. Während Rolf Berlin Kreisvorsitzender im Kreis Calw ist, wurde seine Tochter Elisabeth nun zu einer von drei stellvertretenden Landesvorsitzenden gewählt.

Rolf Berlin ist schon lange Dehoga-Vorsitzender im Kreis Calw. Foto: Fritsch

„Als mein Vater das mitbekommen hat, war er zunächst wirklich sprachlos“, erzählt Elisabeth Röber-Berlin im Gespräch mit der Redaktion. „Aber er hat es sehr freudig aufgenommen.“ Vater und Tochter in der gleichen Organisation – das heißt aber nicht, dass beide immer die gleichen Meinungen vertreten. „Wir konnten immer gut streiten“, berichtet sie. „Und wir beide diskutieren gerne.“ Sie habe aber immer den eigenen Weg eingeschlagen, vollkommen unabhängig von ihrem Vater Rolf.

Röber-Berlin ist nicht die Quoten-Frau

Die Arbeit im und mit dem Dehoga-Landesvorstand macht der Frau aus Bad Teinach-Zavelstein eine „Riesen-Freude“. Die Gruppe sei angenehm zusammengesetzt. Und sie sei auch nicht die Quotenfrau. So ist Beate Gaiser vom Hotel Adler in Freudenstadt ebenfalls stellvertretende Landeschefin. Insgesamt sei man bei einer Frauenquote von einem Drittel. Tendenz steigend. Ziel sei es, beim Verband eine 50:50-Verteilung zu erreichen.

Was sie mit ihrem gestiegenen Einfluss nun anstellen will, das steht noch nicht wirklich fest, die Themen müssten erst einmal sondiert werden. Aber so ein paar Vorstellungen über ihre Themen hat sie schon: Sie will die Rolle der Frau in der Branche stärken und die Situation der Mitarbeiter verbessern, sich um die Azubis kümmern.

Ein weiteres wichtiges Thema ist für sie die Digitalisierung. Das reicht für sie von Social Media bis hin zur Künstlichen Intelligenz, in der sie „unfassbar viele Möglichkeiten“ für die Gastronomie und Hotellerie sieht.