Das neue Hotel der WMM-Gruppe am Pappelweg im Industriegebiet Heiligenfeld in Horb. Oben prangt der Name „HOR-Hotel.“ Foto: Jürgen Lück

Warum heißt es eigentlich HAN-HOR? Ende Juli wurde das 2 Mio. Euro Haus eröffnet – es ist das 56. Hotel der Gruppe bundesweit. Die Macher sind zufrieden mit der ersten Resonanz der Gäste.

Jahrzehntelang klagte der Ex-Wirtschaftsförderer Axel Blochwitz, dass Horb zu wenige Hotelbetten hat. Jetzt hat das Haus mit 25 Betten auf Vier-Sterne-Niveau ohne Feier losgelegt.

 

Nicht das einzige Erstaunliche rund um das neue Haus. Denn: Normalerweise vergibt die WMM Hotel Betriebs GmbH die Namen der Hotels nach dem KFZ-Kennzeichen. Wenn es passt. AU wie Aue, KL wie Kaiserslautern, DUD wie Duderstadt oder RU wie Rudolstadt. Nur in Horb nicht.

Ende Juli – pünktlich zu den Sommerferien, konnte die WMM Gruppe ihr 56. Haus am Pappelweg in Horb eröffnen. Über dem Haus mit 25 Betten prangt der Schriftzug: HOR-Hotel. Im Internet heißt es; „HAN-Hotel in Horb am Neckar.“ Die Homepage heißt HAN-Hotel. Oben rechts im Eck steht bei der Adresse: HAN-Hotel (HOR-Hotel).

So wird das Horber Hotel im Internet gezeigt: Der Name ist HAN-Horb. Foto: Screenshot Homepage HAN Hotel

Warum hat das Unternehmen diesen Namen gewählt? Prokurist Sebastian Waltl: „Die Stadt hat sich HAN gewünscht.“ HAN als Kennzeichen? Das stand mal zur Auswahl für die Stadt Hamminkeln im Kreis Wesel (Nordrhein-Westfalen). Und warum lautet der Schriftzug auf dem Hotel im Heiligenfeld HOR? Waltl: „Da ist uns ein Fehler unterlaufen.“

Wie kam es zum städtischen Wunsch? Die Stadt antwortet: „Zur Namensgebung hatte unser Wirtschaftsförderer eine Art Brainstorming mit dem Betreiber, bei dem er auch den Vorschlag HAN, abgeleitet von HORB AM NECKAR platziert hat.“

Die Stadt macht jedoch klar, dass sie „HAN“ dem Betreiber nicht vorschreiben will. „Letztendlich obliegt die Entscheidung über den Namen jedoch allein dem Betreiber. Wir respektieren und unterstützen seine Wahl in dieser Angelegenheit.“ Muss WMM Hotel Betriebs GmbH das Schild wieder abschrauben?“ Stadt-Sprecherin Inge Weber antwortet: „Nein, natürlich nicht. Der Betreiber darf das Hotel doch gerne so nennen.“

Wichtig ist der Stadt nicht der Name Wichtig sei der Stadt, die positive Nachricht zu unterstreichen: „Die zentrale Botschaft, die wir hervorheben möchten, ist, dass die Eröffnung dieses neuen Hotels das Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten in Horb am Neckar erweitern wird. Dies ist eine äußerst positive Entwicklung für unsere Stadt, unabhängig davon, ob das Hotel den Namen ‘HOR‘, ‘HORB‘, ‘HAN‘ oder einen anderen Namen tragen wird.

Und warum wird das neue Hotel nicht richtig gefeiert? Waltl: „Von unserer Seite sind grundsätzlich keine Eröffnungen geplant. Wenn die Gemeinde oder Städte das unbedingt wollen, versperren wir uns nicht davor. Aber wir sind ein Online-Hotel und das meiste läuft übers Web.“ Die Stadt sagt dazu: „Die offizielle Eröffnung des Hotels sowie die genauen Pläne in dieser Hinsicht liegen in der Verantwortung des Hotelbetreibers.“

Wie war der Start für das Hotel? Waltl: „Wir sind sehr zufrieden mit den Zahlen und der Nachfrage so kurz nach Eröffnung. Jetzt im August waren es vermehrt auch durchreisende Touristen. Das ändert sich aber ab jetzt wieder.“

Die ersten Internet-Bewertungen sind positiv. Eine Besucherin schreibt bei „Google Rezensionen“: „Es gibt keine Rezeption. Man bekommt aber ganz bequem einen Code und kann sogar direkt vor der Tür parken. Neues Hotel, bei dem noch nicht alles fertig ist, aber die Zimmer topmodern eingerichtet sind, mit riesengroßem Kühlschrank und Kleiderschränken. Die Betten sind sehr gemütlich.“

Bei Booking.com erreicht das Hotel Stand 1. September ein „Gut“ mit 7,4 von 10 Punkten, allerdings gibt es Abzüge in den Kategorien, in denen das Hotel allein von der Ausrichtung her nicht hoch punkten kann: beim Hotelpersonal (weitgehend nicht vorhanden) und bei der Lage (Industriegebiet). Ebenfalls im roten Bereich mit 6,7 die Kategorie „Kostenfreies WLAN“.

Die Kategorien Ausstattung, Sauberkeit, Komfort und Preis-Leistungs-Verhältnis schneiden dagegen allesamt positiv ab.

Jürgen Lück privat im WMM Hotel in Bad Grönenbach auf dem Weg ins Allgäu Foto: Gudrun Mittner